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20 Jahre Johannes-Rau-Stipendiatenprogramm

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Eine Broschüre des Pädagogischen Austauschdienstes. Kostenlos erhältlich im Webshop www.kmk-pad.org/shop

THE COMPANIONS IN TEL

THE COMPANIONS IN TEL AVIV DIE WEGBEGLEITER IN TEL AVIV »Bundespräsident Rau wäre zufrieden« ‘Federal President Rau would be satisfied’ When, in the year 2000, the Johannes-Rau-Scholarship Programme was realised for the first time, Kirsten Praefcke-Meron was already involved. Since then, being a staf f member of the German Embassy, she has been able to accompany about 400 young people with their preparations for their stay in Germany. Als das Johannes-Rau- Stipendiatenprogramm für junge Israelis 2000 erstmals durchgeführt wurde, war Kirsten Praefcke-Meron bereits dabei. Rund 400 Jugendliche hat sie als Mitarbeiterin der Deutschen Botschaft seitdem bei ihren Vorbereitungen auf den Deutschlandbesuch begleiten können. 52

Sehr gut erinnere ich mich noch, wie ich im Februar 2000 mit Kolleginnen und Kollegen der Botschaft an der offenen Tür zum Knessetsaal der historischen Rede von Bundespräsident Johannes Rau lauschte. Aufwühlend und berührend war es, ihm zuzuhören, wie er dort als erster deutscher Politiker im israelischen Parlament auf Deutsch sprach. Damals ahnte ich noch nicht, welche Bedeutung und Folgen sein Wunsch und Bestreben, mehr junge Israelis nach Deutschland zu bringen, für mich persönlich haben würde, aber bald nach seinem Staatsbesuch steckte ich schon mitten in den Vorbereitungen der allerersten Auswahl von 20 Schülerinnen und Schülern aus ganz Israel, die dann im Herbst 2000 mit einem Johannes-Rau-Stipendium nach Deutschland kamen. Besonders in den ersten Jahren des Programms war es für die meisten israelisch-jüdischen Familien weder einfach noch selbstverständlich, ihre Kinder allein und ausgerechnet nach Deutschland reisen zu lassen. Für viele der jungen Israelis war dieser Deutschlandbesuch sogar ihre erste Auslandsreise und deshalb ein prägendes Erlebnis, wie sie später bezeugt haben. Oftmals habe ich mich kurz vor der Abreise in Telefonaten besorgter Eltern oder mit besonders nachdenklichen Jugendlichen bemüht, beruhigend zu wirken und von der Teilnahme zu überzeugen. Manchmal musste ich dabei auch etwas schmunzeln, beispielsweise, als mich ein selbstbewusster Junge aus Tel Aviv-Mitte anrief, der, weil er bei einer Pastorenfamilie in einem kleinen deutschen Dorf zu Gast sein würde, plötzlich zweifelte, ob er damit werde umgehen können. Letztlich war es gerade dort ein ganz besonderes Erlebnis für ihn, als er vor der kleinen Kirchengemeinde einen Vortrag über sein persönliches Israel halten durfte. Auch für mich als Begleiterin der Jugendlichen aus meiner Wahlheimat Israel ist es immer wieder bewegend, miterleben zu dürfen, wie sie mein Geburtsland Deutschland und meine Geburtsstadt Berlin kennenlernen und Freundschaften mit jungen Deutschen in der Gruppe knüpfen. Es ist wunderbar zu wissen, dass viele ehemalige Teilnehmerinnen und Teilnehmer noch immer engen Kontakt nach Deutschland haben und einige enge Freundschaften aus dem Programm entstanden sind. Bundespräsident Rau wäre sicherlich sehr zufrieden, dass sein Wunsch in Erfüllung gegangen ist. Ganz besonders freut es mich, dass viele unserer ehemaligen »Raulinge« bis heute engen Kontakt mit der Botschaft pf legen und hin und wieder direkt bei mir anrufen oder schreiben. Kirsten Praefcke-Meron Die Autorin ist Mitarbeiterin der Kulturabteilung der Deutschen Botschaf t Tel Aviv und lebt seit über 30 Jahren in Israel. The author is a staf f member of the Cultural Department of the German Embassy in Tel Aviv and has been living in Israel for more than 30 years. I remember very well how, in February 2000, I was listening, standing at the open door to the Knesset together with colleagues from the Embassy, to Federal President Johannes Rau's historical speech. Listening to him was disturbing and touching, because he was the first German politician to speak German to the Israeli Parliament. Then I had no idea of how significant and consequential his desire to bring more young Israelis to Germany would be for myself, but soon af ter his state visit I was up to my neck in the preparations for the very first selection of 20 students from all over Israel, who then, in the autumn of the year 2000, went to Germany as Johannes-Rau-Scholarship holders. Particularly during the first years of the Programme, for most Israeli-Jewish families it was neither easy nor a matter of course to have their children travel on their own, and to Germany, of all. For many of these young Israelis it was even their first stay abroad and thus an impressive event, as they told later. Of ten, shortly before the departure, during conversations on the phone with worried parents or particularly thoughtful youths I tried to be reassuring or to convince them of participating. Sometimes I even had to smile to myself, for example when I was called by a selfconfident boy from Tel Aviv Central who, because of going to stay with a Reverend's family at a small German village, suddenly had doubts if he would be able to cope with the situation. Af ter all, particularly there he had a special experience when he was allowed to give a lecture about his personal Israel at the small Church community. Also for me, when accompanying the young people from my adopted homeland of Israel, it is always touching to see how they experience the city of my birth, Berlin, and how they make friends with young Germans in the group. It is wonderful to know that many former participants still maintain close contacts to Germany and that some close friendships arose from the Programme. Federal President Johannes Rau would certainly be satisfied that his wish has come true. I am particularly delighted that still today many of our former ‘Raulings’ maintain contacts to the Embassy and that now and again they call me or write to me personally. 53

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