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Aktives Bürgertum durch eTwinning entwickeln.

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Welche Kompetenzen und Fähigkeiten sind Voraussetzung für aktive Bürgerschaft? Wie können durch eTwinning aktives Engagement und Teilhabe in Europa gefördert werden? Das 60-seitige eTwinning-Buch 2016 stellt beispielhafte Projekte aus ganz Europa vor, die sich über eTwinning mit Themen wie Werteerziehung, Frieden, Demokratie und Migration befasst haben. Lassen Sie sich inspirieren!

3. Fazit Conclusions

3. Fazit Conclusions „Digitale Bürgerschaft – Verschiebung von Grenzen: Es gibt keinen besseren Weg, sein eigenes Land schätzen zu lernen als andere Länder kennenzulernen.“ Violeta Čiuplytė, NSS Litauen Zu Beginn dieses Buches, im Überblick darüber, was es heißt, ein digitaler Bürger zu sein, wird die Welt der digital aktiven BürgerInnen als ein Land ohne Grenzen, ohne Einschränkungen beschrieben, als ein Ort, wo dieses Freiheitsgefühl für jene, die dort hingehen, eine Herausforderung bedeutet. Es wird argumentiert, dass die EinwohnerInnen dieses Landes, um wirkliche BürgerInnen zu werden, in vier klar abgegrenzten Bereichen ein Gefühl dafür entwickeln müssen, wer sie sind und wo sie stehen. Sie brauchen: • das Gefühl, dazu zu gehören • das Gefühl, sich engagieren zu wollen • das Gefühl von Sicherheit und Verantwortung • das Gefühl von Vertrauen und Zuversicht. Aktive digitale BürgerInnen werden als partizipativ und aktiv beschrieben, als Menschen, welche die Macht dieser digitalen Welt nutzen, um provokativ, überlegt und kreativ auf die Herausforderungen zu reagieren, denen sie sich im echten Leben stellen müssen. Ein aktiver und produktiver Bürger zu sein hat nicht nur Auswirkungen auf die digitale Welt, sondern auch auf die uns umgebende physische Welt. Unsere Gesellschaft wird von dem, was in der digitalen Welt geschieht, verändert und beeinflusst. Aber aktive digitale BürgerInnen entstehen nicht aus dem Nichts, so wie auch die BürgerInnen jedweden Staates nicht plötzlich zu aktiven BürgerInnen werden. In beiden Fällen braucht es einen Sozialisierungs- und Entwicklungsprozess. Die Projektbeispiele im Hauptteil dieses Buches zeigen sehr deutlich, wie die TeilnehmerInnen, seien es nun Lehrkräfte oder SchülerInnen, durch ihr Engagement bei eTwinning ein Gefühl dafür entwickeln, wer sie sind und wo sie in dieser digitalen Welt stehen. Es besteht keinerlei Zweifel an dem Zugehörigkeitsgefühl zur digitalen Welt, das diese jungen Menschen haben. Was sich außerdem aus den Projektbeispielen ablesen lässt, ist das Engagement der jungen Menschen für die in den Projekten vorgestellten Themen, Themen wie Integration, Migration, Umweltschutz und politisches Engagement. In der Welt, und das gilt für die physische ebenso wie für die digitale, gibt es immer jene, die nur dasitzen und zuschauen, und jene, die versuchen, etwas zu bewegen, die Lage zu verändern. Jene, die 56

sich engagieren, und jene, die es nicht tun. Die hier vorgestellten Projekte zeigen, dass dieses Engagement durch eTwinning gefördert werden kann, indem herausfordernde Situationen geschaffen werden, die zum Denken anregen. In den Projekten merken die jungen Menschen, was es bedeutet, etwas zu tun, zu versuchen, etwas zu bewegen, die Welt um sich herum zu verändern. Außerdem ist klar erkennbar, dass sie ein Verantwortungsgefühl sowohl für ihr eigenes Verhalten in der digitalen Welt als auch für die Sicherheit Anderer entwickeln. Sie beginnen, zu verstehen, wie Nachrichten in der digitalen Welt manipuliert, Informationen falsch dargestellt und ihre Identität oder die Identität Anderer anders genutzt werden kann als gewünscht. Der berühmte Philosoph Wittgenstein sagte einmal: „Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt.“ In der Welt des 21. Jahrhundert dürfen die Kompetenzen im Umgang mit dem digitalen Zeitalter nicht vernachlässigt werden. Mit diesen Kompetenzen gehen Vertrauen und Zuversicht einher, dieser vierte zu Beginn beschriebene Bereich – Ich verfüge über digitale Kompetenzen. Auch hier lässt sich sagen, dass die jungen Menschen der in diesem Buch beschriebenen Projekte mit den Kompetenzen des 21. Jahrhunderts ausgestattet werden. Sie erlernen nicht nur den Umgang mit einer großen Anzahl digitaler Werkzeuge, sondern verstehen auch, wie diese Tools funktionieren und entwickelt werden und wie sie in Zukunft weitere Werkzeuge schaffen können, um ein größeres Verständnis, eine bessere Kommunikation und mehr Kreativität bei den EinwohnerInnen der digitalen Welt zu fördern. Wie bereits gesagt lässt sich das, was in der digitalen Welt geschieht, nicht mehr von dem, was in der physischen Welt geschieht, trennen. Die beiden Welten sind auf allen Ebenen miteinander verwoben. Was in der einen passiert, hat enorme Auswirkungen auf die andere. Die Lehrkräfte, die zu diesem Buch beigetragen haben, zeigen deutlich, dass ihre eTwinning-Arbeit die Herausforderungen der Frage, was es heißt, ein aktiver Bürger zu sein, sowohl in der digitalen als auch in der physischen Welt aktiv angehen, und das ist genau der eben genannte Sozialisierungs- und Entwicklungsprozess. Welche der beiden ist die wirkliche Welt? Für mich lautet die Antwort: Beide. Die digitale Welt lässt sich nicht von der physischen trennen, jede Unterscheidung wäre künstlich. Zuletzt möchte ich daran erinnern, dass dieses Buch nur die Spitze des Eisbergs der Arbeit von Tausenden von Lehrkräften und SchülerInnen im Rahmen von eTwinning zeigt! Anne Gilleran, Pedagogical Manager eTwinning Central Support Service, European Schoolnet 57

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