Aufrufe
vor 2 Jahren

Austausch bildet 2015

  • Text
  • China
  • Afrika
  • Erasmus
  • Pad
  • Schule
  • Austausch
  • Deutschland
  • Schulen
  • Internationalen
  • Kinder
  • Projekt
  • Politische
  • Unterricht
  • Deutschen
In der zweiten Ausgabe 2015 lesen Sie im Schwerpunkt "Austausch mit Afrika" Beiträge über Erfahrungen aus der Bildungszusammenarbeit mit afrikanischen Staaten. Weitere Themen sind u. a. der Schüleraustausch über Erasmus+, ökonomische Bildung mit eTwinning und der interkulturelle Austausch mit China.

Schwerpunkt

Schwerpunkt »Austausch mit Afrika« 15 austausch bildet marokko Traum vom lebenslangen Weltentdecken 1973 kam Ahmed Legrouri aus Marokko mit dem Preisträgerprogramm des PAD nach Deutschland – seine erste Auslandsreise überhaupt. Die Erfahrungen, die er als 19-jähriger Schüler in diesen vier Wochen machte, sollten für sein späteres Leben prägend sein. von barbara beyer, pad E in altes, inzwischen etwas vergilbtes Foto zeigt Ahmed Legrouri mit Freunden vor der Jugendherberge in West-Berlin. Legrouri steht in der hinteren Reihe und strahlt mit den anderen um die Wette. Man erkennt einen schlanken, groß gewachsenen jungen Mann mit einem offenen, freundlichen Gesichtsausdruck. Legrouri befindet sich zu diesem Zeitpunkt erstmalig weit von zu Hause entfernt. Durch seine hervorragenden Sprachkenntnisse im Unterrichtsfach Deutsch erhielt er ein Stipendium des PAD für einen vierwöchigen Aufenthalt in Deutschland. Ohne eine solche Unterstützung wäre eine derartige Reise zu diesem Zeitpunkt undenkbar gewesen. Das bescheidene Einkommen der Familie hätte es nicht zugelassen. In Kassel wohnt der junge Marokkaner zwei Wochen lang bei einer deutschen Gastfamilie. Was er dort erlebt, rührt ihn noch 42 Jahre später. »Sie umsorgten mich und richteten eine Geburtstagsparty für mich aus. Es war die erste Geburtstagsfeier meines Lebens«, erinnert er sich. Für sein höfliches Verhalten erfährt der junge Mann viele Komplimente. »Das hat mir Selbstbewusstsein gegeben«, sagt Legrouri heute. Er fühlt sich als Muslim in einer christlich und westlich geprägten Familie wohl und lernt den umsichtigen Umgang von Menschen untereinander unabhängig von ihrer Religion und ihrer Herkunft kennen und schätzen. Der Aufenthalt als Preisträger entfacht seine Begeisterung für Deutschland. Immer wieder kehrt Legrouri in die Bundesrepublik zurück, mal als Tourist, mal als DAAD-Stipendiat zu Forschungsaufenthalten an verschiedenen Universitäten. Seine eigene Familie mit Frau und zwei Kindern, die er inzwischen gegründet hat, bringt er gelegentlich mit, zuletzt im Jahr 2013. Auch sie fühlen sich in Deutschland wohl. Ein talentierter Sprachenlerner Offenheit gegenüber fremden Ländern mit ihren Religionen, Kulturen und Sprachen zeichnen den Werdegang von Ahmed Legrouri aus. »Mein Aufenthalt in Deutschland hat mich ermutigt, in anderen Ländern zu studieren und die Welt besser kennen zu lernen«, erzählt er. Als talentierter Sprachenlerner eignet er sich Kenntnisse in weiteren Fremdsprachen an. Heute spricht er neben seiner Muttersprache Marokkanisch-Arabisch, das sich vom klassischen »Mein Aufenthalt in Deutschland hat mich ermutigt, in anderen Ländern zu studieren.« Arabisch unterscheidet, außerdem fließend Arabisch und Französisch. Beides sind Unterrichtssprachen in der Schule. Dazu kommt Deutsch als dritte Fremdsprache. Außerdem besuchte er Abendkurse, um Englisch zu lernen, und brachte sich Spanisch in Eigenregie bei. Während seines Chemiestudiums ist Legrouri damit in der Lage, nahezu sämtliche wissenschaftliche Veröffentlichungen in den Originalsprachen zu lesen. Ein großer Vorteil. Als außerordentlich begabter Student mit umfassenden Sprachkenntnissen erhält Legrouri weitere Stipendien – unter anderem für Studienaufenthalte in Deutschland, Frankreich, Großbritannien und den USA. Die Liste seiner internationalen Erfahrungen wird mit der Zeit immer länger. In Marokko nimmt er schließlich eine Professor für Chemie an, zunächst an der Cadi Ayyad University in Marrakech, und später an der 1993 nach amerikanischem System gegründeten englischsprachigen Al Akhawayn University in Ifrane (AUI), in der Nähe der Stadt Fez. Heute gibt es kaum ein Land, in dem Legrouri nicht als Gastdozent oder Forscher tätig gewesen ist. An prominentester Stelle stehen Aufenthalte in Spanien, Belgien, den USA, Indien, Korea, Senegal und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Herausforderung Elfenbeinküste Auch derzeit ist Legrouri wieder unterwegs. Während eines vorlesungsfreien Jahres an der AUI arbeitet er als Vizepräsident für akademische Angelegenheiten an einer Universität an der Elfenbeinküste (Côte d’Ivoire), die sich im Aufbau befindet: an der International University of Grand-Bassam. Das Amt hätte nicht jeder angenommen, bringt es doch die Herausforderung mit sich, in einem Französisch geprägten Land in Westafrika eine englischsprachige Universität nach amerikanischem Vorbild zu etablieren. Doch wer wäre für eine solche Aufgabe nicht besser geeignet als ein international erfahrener Professor? Jedem Über das Preisträgerprogramm Sie kommen aus 91 Staaten aller Kontinente und vertreten ihr Land unter den »Weltmeistern« im Sprachenlernen: Das Internationale Preisträgerprogramm des PAD ermöglicht jedes Jahr rund 500 besonders begabten Schülerinnen und Schülern einen vierwöchigen Aufenthalt in Deutschland. Qualifiziert haben sie sich in Auswahlwettbewerben, bei denen sie ihre exzellenten Deutschkenntnisse unter Beweis stellen konnten. In internationalen Gruppen erleben die Schüler/-innen ein umfangreiches Exkursionsund Kulturprogramm mit Gastschulaufenthalt, das ein authentisches und modernes Bild Deutschlands zwischen Rügen und der Zugspitze vermitteln soll. Finanziert wird das Programm aus Mitteln des Auswärtigen Amtes. einzelnen seiner Studenten an der Elfenbeinküste wünscht Legrouri die Chance, an einer Universität im Ausland studieren zu können. Darum werben seine Kollegen und er um Universitäten im Ausland, die bereit sind, Austauschprogramme mit einer ivorischen Universität durchzuführen. Unlängst hat er dazu an einer Konferenz der »Association of International Educators« (NAFSA) in Boston teilgenommen. »Glücklicherweise«, sagt er, »gibt es ein gesteigertes internationales Interesse an höherer afrikanischer Bildung.« Den eigenen Traum, die Welt ein bisschen besser kennen zu lernen, hat sich Legrouri jedenfalls erfüllen können. Davon werden in Zukunft noch viele andere Menschen profitieren. — Bild links: Ahmed Legrouri (obere Reihe 3. von links) posiert während seines ersten Aufenthaltes in Deutschland im Jahr 1973 mit anderen Preisträgern vor der Jugendherberge in Berlin. Vierzig Jahre später besuchen Ahmed Legrouri und seine Frau Köln (Bild unten). 14

Publikationen

Austausch bildet – Juni 2020
Austausch bildet – Dezember 2019
Austausch bildet – Juni 2019
Austausch bildet – Dezember 2018
Austausch bildet - Juni 2018
Austausch bildet Dezember 2017
Austausch bildet Juni 2017
Austausch bildet Dezember 2016
Austausch bildet Juni 2016
Austausch bildet 2015
Austausch bildet Juni 2015
Programme im Überblick
Bonjour und Guten Tag. Deutsch-französische Zusammenarbeit kompakt.
Jahresbericht 2018/19
Austausch in Zahlen 2018/19
Programme im Überblick
Austausch bildet – Informationsbroschüre
Partnerschulen suchen und finden
Jahresbericht 2017
Jahresbericht 2015: Unterwegs in die Zukunft
Individueller Schüleraustausch mit Erasmus+
eTwinning-Projektplakat
Internationale eTwinning-Veranstaltungen 2020
Aus der Vergangenheit lernen, unsere Zukunft gestalten: Europas kulturelles Erbe in eTwinning
Partnerschulen suchen und finden
10 gute Gründe für eTwinning
Pop songs and the stories they tell
Schaffung einer Inklusionskultur durch eTwinning
eTwinning-Auszeichnungen
Projektkit "Mach mich zu einem Europäer"
Projektkit "The Colourful Face of Europe"
Deutscher eTwinning-Preis 2016
Web We Want – Handbuch für Pädagogen
Aktives Bürgertum durch eTwinning entwickeln.
Die ausgezeichneten Schulen im Überblick
Generation eTwinning
eTwinning-Schulteams
eTwinning Handbuch: Der TwinSpace
eTwinning – Das Netzwerk für Schulen in Europa
eTwinning-Projektkit "So schmeckt Europa"
eTwinning-Projektkit "In 40 Tagen durch Europa"
Projektkit: "Digital Positive News Magazine"
Projektkit "Grammunication"
Projektkit "Mach mich zu einem Europäer"
Projektkit "Technik trifft Sprache"
Projektkit "The Colourful Face of Europe"
Success Stories 2018
Erasmus+ Leitfaden für Schulleiter
Individueller Schüleraustausch mit Erasmus+
Erasmus+ für Schulen
Success Stories
Erasmus+ Schule in Europa gestalten
Erasmus+ – Europa stärken, Schule entwickeln
Rund um Erasmus+ – Europäische Projektarbeit von A bis Z.
Erasmus+ Europa gestalten, Schule entwickeln
International Business Class: Erasmus+ und eTwinning an einer berufsbildenden Schule
Ein deutsch-polnisches Projekt zu Methoden aktiven Lernens in der frühkindlichen Bildung
Im Schulleiter/-innen-Alltag hilfreiche Führungsstrukturen für sich und andere schaffen
Ein Fortbildungsprojekt mit Erasmus+ Leitaktion 1
Strategische Schulpartnerschaft zum Thema Migration und Integration
Eine deutsch-norwegische Regio-Partnerschaft
Ein deutsch-niederländisches Projekt zur Qualität der Primarbildung
Strategische Schulpartnerschaft zur Biotechnologie
Zum Job-Shadowing nach Malmö
Success Stories 2016 Erasmus+ im Schulbereich
Schulpartnerschaften im Netzwerk der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH)
German-American Partnership Program (GAPP)
GAPP-Lexikon
PASCH begeistert junge Menschen für Deutschland – weltweit
Freiwilligendienst kulturweit
Deutsch vermitteln – Frankreich entdecken
Success Stories
Pop songs and the stories they tell
Integration will gelernt sein. Ein eTwinning-Projekt zum Thema »Flüchtlinge«
Europäische Projekte an der Lessingschule Leipzig
International Business Class: Erasmus+ und eTwinning an einer berufsbildenden Schule
Achtung, hier kommen wir!
Anstoß für Auslandspraktika
Schulerfolg sichern in Leipzig und Riga
Success Stories 2018
Deutsch im Gepäck
60 Jahre Prämienprogramm

Folgen Sie dem PAD