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Austausch bildet Dezember 2016

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Das Magazin stellt Projekte vor, die durch europäischen Austausch einen wichtigen Beitrag zur Bildungsintegration leisten. Studienaufenthalte von Schülern als "Migrationsexperiment", Sport und Spiel als Integrationserleichterung oder die Förderung von Elternteilhabe stehen beispielhaft für das Engagement von Lehrerinnen und Lehrern, die sich für Vielfalt an Schulen einsetzen. Weitere Beiträge widmen sich der Aktion "Europa macht Schule", stellen engagierte Deutschlerner aus Afrika vor und berichten über Austauscherfahrungen in ihrer Bedeutung für den eigenen Berufs- und Lebensweg. Neuigkeiten zu aktuellen Förderprogrammen, mit denen der PAD internationalen Austausch unterstützt, runden das Heft ab. Als Beilage zum Heft gibt es den Jahresplaner 2017 des PAD – solange der Vorrat reicht.

Von COMENIUS zu

Von COMENIUS zu ERASMUS+. Europäische Projekte sind am Gymnasium Aurich ein fester Bestandteil. Erfahrungen 29 erasmus+ schulbildung Sechs Schulen, fünf Sprachen – und 20 Jahre europäische Projektpartnerschaft Wenn Schüler/-innen in den Gängen des Gymnasiums Aurich Polnisch oder Norwegisch sprechen, ist das zwar nicht Alltag, nach 20 Jahren europäischer Projektarbeit aber keineswegs ungewöhnlich. Im Frühjahr 2016 war es wieder so weit. Rund 80 Schüler/-innen aus fünf Nationen trafen sich im Rahmen der gemeinsamen Erasmus+ -Partnerschaft. Engel decken Umweltsünden auf Wie die Jugendlichen diesen Spielraum genutzt haben, zeigt ein Film, der beim letzten Projekttreffen in Aurich gedreht wurde. Sechs Engel mit weißen Flügeln ziehen durch die Räume der Schule und decken kleine Umweltsünden des Alltags auf. Da ist der Jugendliche, dem der Brotbelag nicht schmeckt und der das Pausenbrot deshalb achtlos auf den Boden des Schulhofs wirft. Ein Engel tippt ihn an und fordert ihn auf, die Stulle an eine Mitschülerin weiter zu geben, statt sie wegzuschmeißen. In einem Klassenraum ist ein Streit unter den Jugendlichen um eine Zimmerpflanze entbrannt. Eine Schülerin möchte die Pflanze kappen, doch der Engel erscheint rechtzeitig, entreißt ihr das Werkzeug und fordert sie auf, die Pflanze zu gießen. Die sechs verschiedenen Stationen wurden von sechs internationalen Teams entwickelt und in Aurich zusammengeführt – ein echtes Gemeinschaftswerk, das überdies den kreativen Aspekt des Projekttitels aufgreift. So eigenständig wie die Jugendlichen zu den Ideen gelangten, haben sie den Film auch gedreht und geschnitten. In Aurich sind derzeit 17 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 10 und 11 an der Projektarbeit beteiligt. Jährlich kommen neue AG-Mitglieder hinzu – und mit ihnen neuen Ideen. So bearbeiteten die Auricher Schülerinnen und Schüler unter dem Oberthema der Globalisierung zunächst die Problematik von Plastikmüll in der Nordsee. Außerdem nahmen sie die in Niedersachsen geführte Diskussion um Klassen fahrten zum Anlass für eine europaweite Umfrage: »Chancen, die die Plattform bietet, wollen wir in einem neuen Projekt noch intensiver nutzen: beispielsweise sollen die Jugendlichen gemeinsame Aufgaben im Forum bearbeiten«, sagt Gitta Kleen und blickt damit zuversichtlich in die Zukunft. Denn was die Möglichkeiten der Kommunikation zwischen den Projekttreffen betrifft, gibt es heute ganz andere Möglichkeiten als vor 20 Jahren. Einen riesigen Unterschied zu ihrer eigenen Projektteilnahme als Schülerin sieht sie denn auch in der vernetzten Welt: »Wir hielten damals via Brieffreundschaft Kontakt«, erzählt sie. Da haben es die Jugendlichen heute mit E-Mail oder via Whats- App leichter, sich regelmäßig auszutauschen. »Mit einer vermehrten Nutzung von eTwinning wollen wir den thematischen Austausch stärker lenken. So können alle sehen, was auf der Plattform inhaltlich geschieht«, freut sich Gitta Kleen. Und dennoch: Die eigene persönliche Teilnahme als Jugendliche bleibt für sie eine einzigartige Erfahrung: »Ich erinnere mich an meine Zeit in Cornwall, dem damaligen Ort eines Projekttreffens, als sei es gestern gewesen.« austausch bildet 28 von barbara beyer, pad E uropäische Projektarbeit aus der Perspektive von Schülerinnen und Schülern? In diese Rolle kann Gitta Kleen sich bestens versetzen. Die 37-jährige Lehrerin koordiniert heute die Erasmus+- Partnerschaft am Gymnasium Ulricianum in der ostfriesischen Stadt Aurich. Vor genau 20 Jahren nahm sie als Schülerin an der allerersten Projektpartnerschaft teil, die der damalige stellvertretende Schulleiter Hans-Jürgen Westermayer mit Weitblick gegründet hatte. Die Projektzeitung, die damals entstanden ist, liegt heute noch als Erinnerungsstück in ihrem Arbeitszimmer. Doch nicht nur Gitta Kleen ist der Projektarbeit über die Jahre treu geblieben. Vier der 1996 beteiligten Schulen arbeiten bis heute kontinuierlich und in enger Freundschaft zusammen: Neben dem Ulricianum sind das zwei Partnerschulen in Polen und eine Schule in Norwegen. 2001 dann nahmen die vier Pioniere eine weitere Schule mit ins Boot, im laufenden Projekt kam noch eine dazu. Heute sind es sechs Schulen, fünf Sprachen, rund 80 Jugendliche und ein Dutzend Begleitlehrkräfte, die bei den gemeinsamen Treffen zusammen kommen. »Die engen Beziehungen, die über diesen langen Zeitraum besonders zwischen den Lehrkräften der Schulen entstanden sind, sind für die Schülerinnen und Schüler der beste Beweis, dass internationale Freundschaften möglich sind und lange Bestand haben können«, sagt Gitta Kleen heute. Mit ihrem aktuellen Projekt beteiligt sich die Schule erstmalig am Programm Erasmus+ Schulbildung. »Think Globally – European regions creatively meeting the challenges of our time« lautet sein Titel. Das Thema sei bewusst so gewählt worden, damit es viel Spielraum zulässt, erklärt Gitta Kleen. Die Schülerinnen und Schüler sollen in Projekt-AGs zu eigenen Ideen gelangen können. Und auch regionale Unterschiede sollen auf diese Weise erkannt werden. »Think Globally – European regions creatively meeting the challenges of our time« lautet der aktuelle Titel. Programm Erasmus+ Schulbildung Projekttitel Think Globally: European regions creatively meeting the challenges of our time Koordinierende Einrichtugen Ulricianum Aurich Partner Liceum Ogolnoksztalcace Nr I w Kepnie (Polen), Zespol Szkol Nr 5 (Polen), Liceo Calasanzion (Italien), Vollen skole (Norwegen),Gymnazium, Pibram, Legionaru 402 (Tschechische Republik) EU-Zuschuss 47.250 € für die deutsche Schule Laufzeit September 2014 bis August 2017 Kontakt Gitta Kleen – Gymnasium Ulricianum Aurich Weitere Informationen https://twinspace.etwinning.net/637/home

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