Aufrufe
vor 3 Jahren

Austausch bildet Dezember 2017

  • Text
  • Lehrer
  • Pad
  • Erasmus
  • Austausch
  • Schulen
  • Schule
  • Projekt
  • Projekte
  • Europa
  • Bildet
  • Erfahrungen
Ob COMENIUS, Erasmus+ Schulbildung oder eTwinning, die europäische Projektarbeit ist an vielen Schulen fest verankert. Zum 30. Erasmus-Jubiläum stellt das Magazin engagierte Schulen und beispielhafte Projekte vor. Weitere Beiträge lassen Menschen zu Wort kommen, die sich zum Beispiel als "kulturweit"-Freiwillige, als "Young voices" der Initiative "UK-German Connection" oder in verschiedenen anderen Austauschprogrammen engagiert haben.

Schwerpunkt »Von

Schwerpunkt »Von COMENIUS zu Erasmus+« 21 austausch bildet Projekte mit Schulen in eTwinning-Plus-Ländern sind keineswegs selbstverständlich. Was reizt Sie daran besonders? Kayatas: Wir pflegen seit sieben Jahren einen Schüleraustausch mit Georgien. Unsere Erfahrungen mit den Menschen der Kaukasusregion sind dabei äußerst positiv. Osteuropa ist hierzulande allerdings vielen Menschen kaum bekannt. Dennoch bestehen Offenheit und großes Interesse nach mehr Kontakten – spürbar auch an der Unterstützung unserer Eltern für solche Projekte. Wir wollen deshalb unseren Schulhorizont erweitern und neben eTwinning-Projekten möglichst einen Austausch initiieren. Wieczorek: Armenien ist das Partnerland Sachsen-Anhalts. Darüber hinaus sind wir Europaschule und UNESCO-Projektschule und pflegen bereits Kontakte durch internationale Schüleraustausche. Eine solche Kooperation ist deshalb durch diese äußeren Bedingungen interessant für uns. Hinzu kommt, dass solche Projekte, bei denen sich vom heimischen Klassenzimmer aus intensive Kontakte mit Jugendlichen anderer Länder herstellen lassen, relativ einfach zu realisieren sind. Damit sind sie eine ausgezeichnete Möglichkeit für unsere Schülerinnen und Schüler, kulturelle, wirtschaftliche und andere gesellschaftliche Gemeinsamkeiten und Unterschiede kennenzulernen. nachgefragt bei Sevda Kayatas und Axel Wieczorek Axel Wieczorek ist stellvertretender Schulleiter am Gymnasium Stephaneum Aschersleben. Sevda Kayatas unterrichtet an der Comenius-Realschule der Merkur Akademie International in Karlsruhe. Ende September haben beide an einem eTwinning-Seminar in der Nähe von Eriwan teilgenommen. Mit welchen Projektideen sind Sie zurückgekommen? Kayatas: Vor Ort habe ich mit einer armenischen Kollegin das Projekt »ChrisTwinning« entworfen, dem sich weitere Schulen angeschlossen haben. Dabei sollen die Kinder auf verschiedenen Ebenen und in praktischer Form das Weihnachtsfest anderer Nationen kennenlernen. Eine Teilnahme an einem Geschichtsprojekt, das den Genozid an den Armeniern und den Holocaust untersucht, ist für meine 10. Klasse geplant. Wieczorek: Wir haben eine Idee für ein Projekt mit dem Titel »eTwin Shop Windows« entwickelt: Schülerinnen und Schüler sollen sich damit beschäftigen, wie Schaufenster von Läden in unterschiedlichen Ländern dekoriert werden. Zu unserer Gruppe gehören Kolleginnen und Kollegen aus Litauen, Frankreich, Armenien und Deutschland. Wir erhoffen uns Erkenntnisse und Wissenszugewinne für unsere 14- bis 16-jährigen Schülerinnen und Schüler der Fächer Englisch, Deutsch, Französisch, Kunst sowie Ökonomie, BWL und Marketing. antragsrunde 2018 Gute Förderchancen Für Schulen, die europäische Projekte mit Erasmus+ planen, gibt es ein vielversprechendes Signal: In der Antragsrunde 2018 werden die Fördermittel deutlich erhöht und Verfahren vereinfacht. interview martin finkenberger, pad Wer für Projektideen Beratung benötigt, kann sich an die Erasmus+ Moderatorinnen und Moderatoren wenden, die im Auftrag des PAD tätig sind. Rund 100 von ihnen gibt es in allen Bundesländern. Eine von ihnen ist Ricarda Geidelt, die an der Lessing-Grundschule in Leipzig unterrichtet. Frau Geidelt, warum ist es Ihnen ein Anliegen, mit COMENIUS und Erasmus+ »Europa« in die Schule zu holen? Mit Europa werden unsere Klassenzimmer bunter und der Unterricht interessanter. Interkulturelles Lernen, wie es im Lehrplan verankert ist, macht mit europäischen Themen einfach Spaß und motiviert die Schülerinnen und Schüler. In der gegenwärtigen Situation ist es mir zudem eine Herzensangelegenheit, kleine Europäer zu erziehen, die später als große Europäer offen und tolerant auftreten und unseren Kontinent mitgestalten. Gerade jetzt sollten wir positive Akzente setzen und zeigen, dass uns in Europa mehr verbindet als trennt. Europa im Klassenzimmer heißt für mich deshalb, meinen Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie spannend es ist, gemeinsam mit anderen Europäern zu lernen und sich gegenseitig kennenzulernen. Diese positiven Erfahrungen aus der Grundschulzeit nimmt man im Rucksack des Lebens mit. Die Lessingschule hat in den vergangenen Jahren verschiedene europäische Projekte durchgeführt. Wie wirken sich Programme wie COMENIUS und Erasmus+ auf den Schulalltag aus? Europäische Projekte sind für uns eine große Schatzkiste und fest in unserem Schulprogramm verankert. Die Zusammenarbeit mit anderen Schulen und die Möglichkeiten zu Fortbildungen oder Hospitationen bereichern den Alltag der Lehrkräfte, der Schülerinnen und Schüler und auch der Eltern. Sie motivieren uns und wecken unsere Kreativität. Das zeigen unsere jährlichen Projektwochen unter dem Titel »Eine Reise um die Welt«. Viele Kontakte bestehen sogar nach einem Projekt weiter. Mit einer früheren COMENIUS-Assistentin aus Schweden, die inzwischen selbst unterrichtet, entstand so ein eTwinning-Projekt. Austausch, Toleranz und Neugier auf andere Kulturen gehören für uns heute wie selbstverständlich zum Schulalltag. Aufgrund dieser Aktivitäten haben wir inzwischen den Titel »Europaschule in Sachsen« verliehen bekommen. Sie sind Erasmus+ Moderatorin in Sachsen. Wer kann sich an Sie wenden? In meiner Region bin ich Ansprechpartnerin für Lehrkräfte aller Schularten, die Projekte planen und durchführen wollen. Dazu biete ich regelmäßig Workshops an – vor allem für Schulen, die neu einsteigen wollen. In diese Veranstaltungen fließen meine langjährigen Erfahrungen aus der Praxis ein. Wenn es gewünscht wird, komme ich auch gerne zu Dienstberatungen oder Pädagogischen Tagen, um über Erasmus+ zu informieren. Moderatorinnen und Moderatoren wie mich, die interessierten Schulen mit Herz und Erfahrung zur Seite stehen, gibt es überall in Deutschland. Dass die EU-Kommission die Antragsverfahren für Schulen vereinfachen wird, freut mich umso mehr. So können auch bislang nicht so erfahrene Schulen Europa ins Klassenzimmer bringen. Erasmus+ Moderatorinnen und Moderatoren in Ihrer Region? Eine Übersicht aller Veranstaltungen zu Erasmus+ und eTwinning gibt es auf der Website des PAD www.kmk-pad.org 20

Publikationen

Folgen Sie dem PAD