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Austausch bildet Dezember 2017

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Ob COMENIUS, Erasmus+ Schulbildung oder eTwinning, die europäische Projektarbeit ist an vielen Schulen fest verankert. Zum 30. Erasmus-Jubiläum stellt das Magazin engagierte Schulen und beispielhafte Projekte vor. Weitere Beiträge lassen Menschen zu Wort kommen, die sich zum Beispiel als "kulturweit"-Freiwillige, als "Young voices" der Initiative "UK-German Connection" oder in verschiedenen anderen Austauschprogrammen engagiert haben.

Schwerpunkt »Von

Schwerpunkt »Von COMENIUS zu Erasmus+« 9 austausch bildet 8 erasmus+ schulbildung Stark im Leben Sind europäische Programme für Begegnungen von Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern nur etwas für Gymnasien? Oder bedeutet Teilhabe nicht auch, dass auch Förderschüler davon profitieren sollten? Das fragten sich die Lehrkräfte der Don-Bosco-Schule in Lippstadt (Nordrhein-Westfalen). Nach erstem Gegenwind lautet ihre Antwort »Jetzt erst recht!« Seit vielen Jahren pflegen sie mit COMENIUS und Erasmus+ Freundschaften zu zahlreichen Schulen in Europa. Foto: PAD/ Marcus Gloger von arnd zickgraf A ls er noch ein junger Lehrer war, hat Wolfgang Janus Förderschulen so erlebt: Sie waren eher mit sich selbst beschäftigt und schauten kaum über den Tellerrand. Dies hat sich inzwischen geändert. Ein Beispiel dafür ist die Don-Bosco-Schule, eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung im Kreis Soest, die der 56-Jährige heute leitet. Sie ist die erste und bisher einzige Förderschule mit diesem Schwerpunkt in Nordrhein-Westfalen, die zugleich Europaschule ist. Ihre Fühler hat sie nach Nord- und Südeuropa, West- und Osteuropa ausgestreckt. Alles begann 2003 mit einem Projekt zu den Europawahlen, das zum Besuch eines Europa-Abgeordneten im EU-Parlament in Straßburg führte. »Unsere Schüler haben dazu eine Fahne genäht, die aus Stoffstücken bestand, die Förderschüler in den damals 25 Mitgliedsländern gestaltet hatten«, erzählt Wolfgang Janus. Die offizielle Flagge des EU-Parlaments konnten sie zwar nicht vom Mast herunterholen und dafür die selbst genähte Fahne hissen. Ihr Besuch in Straßburg demonstrierte aber, dass sie Teil eines großen Ganzen sind. Aus dieser Aktion ergab sich der Kontakt zur Berufsschule in Radviliškis in Litauen. Mit ihr brachte die Don-Bosco-Schule das Kunstprojekt »Tore öffnen für Europa« auf dem Weg. In der Manier des Aktionskünstlers Christo wurden Tore in Lippstadt und Radviliškis aufgestellt und mit Botschaften gestaltet. »Europa ist die großartigste Idee, Nationalismus zu überwinden«, erklärt Schulleiter Wolfgang Janus sein Engagement für Europathemen. Dieses ebenso fantasievolle wie politische Projekt hatte die Robert Bosch Stiftung mit 25.000 Euro unterstützt. Diskriminierung als Stachel für Öffnung nach außen Neider mit bösen Zungen im Umfeld der Don- Bosco-Schule bezweifelten, dass es sinnvoll sein könne, ausgerechnet eine Förderschule mit dem Schwerpunkt geistige Entwicklung mit einer solchen Summe zu fördern. Die Mittel wären doch besser angelegt, wenn Gymnasiasten an EU-Programmen teilnähmen und so ihre Fremdsprachenkenntnisse erweiterten. »Das hat mich fürchterlich geärgert«, sagt Wolfgang Janus. Diese Diskriminierung war der Stachel, der ihn und sein Kollegium bis heute motiviert, mit großer Ausdauer Kontakte zu Schulen überall in Europa aufzubauen − und Freundschaften zu pflegen. Die Niederlande, Belgien, Wales, England, Nordirland und Frankreich konnten die Schülerinnen und Schüler seit 2003 mit den EU-Programmen COMENIUS und Erasmus+ durch Besuche kennenlernen. Rund 20 Projekte hat die Don-Bosco-Schule seitdem gestemmt. >

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