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Austausch bildet - Dezember 2020

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. "Austausch trotzt Corona" lautet das Motto der Dezemberausgabe und zeigt, wie Schulen den Schüleraustausch trotz der Pandemie aufrechterhalten haben. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen. www.kmk-pad.org/shop

Forum Europabildung in

Forum Europabildung in der Schule »Damit Europa gelingt, braucht es Wissen, Erfahrungen, Erlebnisse und den Austausch«, erklärte die Präsidentin der Kultusministerkonferenz und rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig anlässlich der Empfehlung »Europabildung in der Schule«, die im Oktober 2020 in aktualisierter Fassung beschlossen wurde. Wir dokumentieren zentrale Passagen. Europabildung in der Schule muss sich an den Bedürfnissen insbesondere der jungen in Europa lebenden Menschen orientieren, aktiv und kompetent am gesellschaftlichen, beruflichen, politischen und kulturellen Leben in Europa gestaltend teilhaben zu können [...]. Ziel der pädagogischen Arbeit an Schulen ist es, die Europakompetenz, das heißt, neben europabezogenen Kenntnissen vor allem interkulturelle Kompetenz, Partizipations- und Gestaltungskompetenz sowie Mehrsprachenkompetenz, bei Kindern und Jugendlichen zu fördern und somit das Bewusstsein einer europäischen Identität als Ergänzung zu den lokalen, regionalen und nationaaustausch bildet D eutschland ist fest verankert in europäischen Organisationen und Institutionen und verdankt seine Aufnahme in die Weltgemeinschaft nach dem Zweiten Weltkrieg und die Wiedervereinigung nicht zuletzt seinem Bekenntnis zu Europa und der europäischen Zusammenarbeit. Das europäische Miteinander und die verantwortungsvolle Wahrnehmung der eigenen Rolle in Europa ist deshalb eine der Grundfesten der Bundesrepublik Deutschland. Dieses Bewusstsein der Bedeutung des europäischen Prozesses für Deutschland gilt es zu schärfen in einer Zeit, in der dem Europagedanken in Teilen EU-skeptische, nationalistische und antidemokratische Strömungen gegenüberstehen. Der Schule kommt bei dieser Aufgabe eine besondere Verantwortung zu, denn sie ist diejenige gesellschaftliche Institution, die alle Kinder und Jugendlichen erreicht. Sie ist ein zentraler Ort, an dem der europäische Gedanke vermittelt und gelebt werden kann und an dem die jungen Menschen die für ihre individuelle und gesellschaftliche Zukunftsgestaltung in Europa notwendigen Kenntnisse, Fertigkeiten und Fähigkeiten entwickeln. Die Kultusministerkonferenz hat [...] vor dem Hintergrund der Entwicklungen in Europa und mit Blick auf die pädagogische Weiterentwicklung [...] beschlossen, ihre bisherige Empfehlung zur Europabildung in der Schule [...] zu aktualisieren und in den Zusammenhang weiterer Empfehlungen und Beschlüsse zur historisch-politischen, zur Menschenrechts- und zur Demokratiebildung zu stellen. Um die Bedeutung der beruflichen Bildung für den europäischen Gedanken zu unterstreichen, hat die Kultusministerkonferenz zudem beschlossen, [...] eine gesonderte Empfehlung »Berufliche Bildung als Chance für Europa« zu erarbeiten. Ziele und allgemeine Grundsätze 30

Forum 31 len Identitäten zu ermöglichen. Hierzu gehört, sie darauf vorzubereiten, ihre garantierten Rechte als Bürgerinnen und Bürger in der Europäischen Union aktiv wahrnehmen zu können. Sie werden so zu einer selbstständigen, reflektierten Auseinandersetzung mit der aktiven Rolle Deutschlands in Europa, dem Europarat und der Europäischen Union, zur Teilhabe an politischen Entscheidungsprozessen auf europäischer Ebene sowie zum Umgang mit globalen Herausforderungen befähigt. Aufgabe der Schule ist es auch, zur Anerkennung von Freiheit und Demokratie in Europa zu erziehen sowie Selbstwirksamkeit, die Bereitschaft zu sozialem Handeln und Verantwortungsübernahme zu fördern. Die Schule soll dazu beitragen, dass ein Bewusstsein europäischer Zusammengehörigkeit entsteht (»In Vielfalt geeint«) und Verständnis dafür entwickelt wird, dass in vielen Lebensbereichen und in den Regionen europäische Bezüge wirken und europäische Entscheidungen erforderlich sind. Die Schule hat zudem die Aufgabe, Interesse und Akzeptanz gegenüber der Vielfalt von Sprachen und Kulturen zu wecken und auszubauen. Dies wirkt der Vorurteilsbildung entgegen und leistet einen Beitrag zu Toleranz und Respekt gegenüber anderen Lebensweisen sowie zur Völkerverständigung. Europabildung nutzt die jeweiligen regionalen Verbindungen und die Bezüge zur Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler als Ausgangspunkt für Lernprozesse. Dazu gehören sowohl Mobilitätserfahrungen als auch die sprachlich und kulturell heterogene Zusammensetzung der Schülerschaft. Aktuelle Ereignisse auf europäischer Ebene sowie europäische und globale Herausforderungen werden in der Schule angemessen aufgegriffen und analysiert. Dabei gelten die zentralen Prinzipien der Demokratiebildung. Europabildung in der Schule ist Aufgabe der gesamten Schulgemeinschaft. Sie findet in allen Schularten statt und ist inklusiv und integrativ zu gestalten. Zur Erschließung der europäischen Dimension in Unterricht und Erziehung sollen alle Fächer und Lernbereiche einen Beitrag leisten. Die Lehrpläne und Bildungspläne der Länder enthalten dazu in differenzierter Weise konkrete Ziele und Themen [...] und [...] Hinweise für fächerverbindenden, fächerübergreifenden oder fächerintegrierenden Unterricht und fördern die Kooperation mit außerschulischen und internationalen Partnern. Die Zusammenarbeit im Rahmen von Schulpartnerschaften bzw. im Rahmen des EU-Programms Erasmus+ kann hier wertvolle Beiträge leisten. Die durch Erasmus+ geförderten Kooperationsmöglichkeiten im Schulbereich [...] dienen nicht nur der Erweiterung der europäischen, sondern auch der jeweils fachlichen und methodischen sowie der persönlichen Kompetenzen. In diesem Sinne sind Austausch und Begegnung sowohl im Realals auch im digitalen Raum sehr wertvolle und wichtige Aufgaben. In Zeiten, da interkulturelle Kompetenzen notwendiger sind denn je, entfaltet der internationale Austausch für die teilnehmenden Schülerinnen und Schüler wie auch für das pädagogische Personal an den Schulen besonders nachhaltige Wirkungen. Neben seiner unbestreitbaren Bedeutung zur Entwicklung von Sprachkompetenzen bietet Austausch wertvolle Chancen für die Demokratiebildung, die Toleranzerziehung und die Persönlichkeitsentwicklung von Schülerinnen und Schülern und für die Weiterentwicklung von Schulen insgesamt. Zudem entfalten Austauscherfahrungen häufig biografische Bedeutung. Auslandserfahrungen können das Gefühl der Selbstwirksamkeit sehr positiv beeinflussen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass möglichst viele Schülerinnen und Schüler aller Schularten und aller Gesellschaftsschichten Möglichkeiten zu einem europäischen bzw. internationalen Austausch erhalten. Voller Wortlaut der Empfehlung www.kmk.org

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