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Austausch bildet Juni 2015

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Das neue halbjährlich erscheinende Magazin des PAD löst "PAD aktuell" ab. In der Ausgabe Juni 2015 lesen Sie im Schwerpunkt "Europa plus" Beiträge über Partnerschaftsprojekte mit Schulen in Osteuropa und Anrainern am Mittelmeer. Weitere Themen sind Erfahrungen mit Erasmus+, mit dem deutsch-französischen Freiwilligendienst, mit dem German American Partnership Program (GAPP) und dem Austausch von Fremdsprachenassistenten.

Baustellen aserbaidschan

Baustellen aserbaidschan und bunte Lichter austausch bildet 10 Schulen aus Aserbaidschan können sich seit 2013 an eTwinning beteiligen. Daniel Bernsen vom Eichendorff-Gymnasium in Koblenz (Rheinland-Pfalz) hat sich im November 2014 in Baku auf die Suche nach Partnern für Unterrichtsprojekte gemacht. von daniel bernsen A nkunft in Baku. Nach stundenlangem Flug über ein weißes Wolkenmeer ragen plötzlich die abgenutzten, von Wind und Wetter geschliffenen Gipfel des Kaukasus wie eng aneinanderliegende Inseln im Meer auf. Dann geht es schnell nach unten zum Flughafen von Baku am Kaspischen Meer. Bereits die halbstündige Fahrt ins Hotel ist beeindruckend: Mutige, neue und meist auch gelungene moderne Architektur ist zu sehen – und auf Brachen stehen Baukräne. Als Fußgänger hier unterwegs zu sein, lässt man lieber sein oder nimmt hin, sich auf lebensmüde Straßenüberquerungen einzulassen. Eine Stadt gebaut für Autos in einem Land, wo Öl reichlich sprudelt und der Benzinpreis niedrig ist. Nur die Altstadt blieb den Fußgängern als eine Art Schutzzone und ein Reservat erhalten. Baku ist eine pulsierende Boomstadt. Ihren Reichtum verdankt sie dem Öl. Mehrmals am Tag bricht der Verkehr auf den vielspurigen Straßen aus Sowjetzeiten aufgrund der unzähligen Autos zusammen. Überall werden alte Stadtviertel abgerissen. An ihrer Stelle schießen neue Wolkenkratzer aus dem Boden, die nachts bunt illuminiert sind. Baku in Aserbaidschan? Ja, Baku, die Hauptstadt von Aserbaidschan. Dort fand vom 21. bis 23. November unter dem Titel »Our countries and their history« ein erstes eTwinning Plus Seminar statt. Die Veranstaltung richtete sich vor allem an Erdkunde- und Geschichtslehrkräfte aus Frankreich, Großbritannien und Deutschland. Aserbaidschan ist für West- und Mitteleuropäer nicht nur mit einer weiten Anreise verbunden. Auch über die Geschichte des Landes weiß kaum jemand etwas – dabei sieht sich das Land selbst als östlichster Teil Europas. Um gemeinsame Anknüpfungspunkte für europäische Projekte zu finden, ist also eine gute Vorbereitung erforderlich. Und in der Tat gibt es zahlreiche Ideen für gemeinsame Projekte: Bereits vor rund 200 Jahren wanderten zahlreiche Deutsche nach Aserbaidschan aus. Der Öl-Boom, der zur Mitte des 19. Jahrhunderts einsetze, brachte zahlreiche Westeuropäer nach Baku, wo Architekten aus Polen die prachtvollsten

Foto: Elnur /shutterstock.com Schwerpunkt »Europa plus« Häuser an den Boulevards bauten. Stoff für gemeinsame Projekte bieten auch der Erste Weltkrieg, als Aserbaidschaner in der russischen Armee vor allem gegen das Osmanische Reich kämpften, die kurze Phase der anschließenden Unabhängigkeit, in der deutsche und britische Truppen das Land gegen die Rote Armee unterstützten, und auch der Zweite Weltkrieg, als NS-Deutschland nach den Ölquellen Aserbaidschans griff. Zahlreiche deutsche Kriegsgefangene wurden damals unter anderem zur Errichtung von Gebäuden in Aserbaidschan, das bis 1991 Teil der Sowjetunion war, eingesetzt. In Baku finden sich darüber hinaus Denkmäler für den in dieser Stadt geborenen kommunistischen Top-Spion des Zweiten Weltkrieges, Richard Sorge, und für den Linienrichter, der das berühmte Wembley-Tor 1966 im Finale der Weltmeisterschaft zu Gunsten Englands gegen Deutschland gegeben hat: Tofiq Behramov wurde später Präsident des aserbaidschanischen Fußballverbandes. Ihm sind das Stadion in der Hauptstadt sowie eine Briefmarke gewidmet. Mit der Erweiterung zu eTwinning Plus gehört Aserbaidschan zu den Ländern, mit denen deutsche Lehrkräfte Projekte durchführen können. Auf dem ersten Seminar sind dann auch zahlreiche Projekte entstanden, so unter anderem: Über eTwinning Plus Mit eTwinning Plus ist das Netzwerk für Schulen um Länder in der europäischen Nachbarschaft erweitert worden. Dazu gehören seit 2013 Armenien, Aserbaidschan, Georgien, die Republik Moldau, die Ukraine und Tunesien. Lehrkräfte aus eTwinning Plus-Ländern können in ein bestehendes oder neues eTwinning-Projekt eingeladen werden. Voraussetzung dafür ist, dass in diesem Projekt mindestens zwei Partner aus eTwinning-Ländern beteiligt sind. Weitere Informationen: plus.etwinning.net »Viele engagierte Lehrkräfte freuen sich dort über die Möglichkeit für Kontakte und Projekte mit Kollegen und Klassen aus anderen europäischen Ländern. Und auch das Land lohnt die Entdeckung.« > Schüler/-innen aus verschiedenen Ländern dokumentieren ihre Städte mit Fotos, die sie mit den Partnerklassen aus England, Deutschland, Frankreich und Aserbaidschan teilen. So entsteht eine Art virtueller Reiseführer aus der Sicht von Jugendlichen. > Eine andere Gruppe untersucht in einem aserbaidschanisch-französischen Projekt die Zukunft unserer Energieversorgung und nimmt dabei insbesondere die Öl- und Gasvorkommen am Kaspischen Meer in den Blick. Dabei spielen neben geographischen auch wirtschaftliche und politische Motive eine Rolle. > Eine weitere Gruppe tauscht Fabeln und Märchen aus den beteiligten Ländern aus. Die Schüler aus Aserbaidschan, Deutschland und Frankreich untersuchen jeweils die Erzählungen aus einem der Partnerländer und teilen ihre Ergebnisse über den Twinspace mit allen Teilnehmern. > Ein Projekt widmet sich der Erinnerung an den Ersten Weltkrieg und an seine Folgen in Aserbaidschan, Deutschland, England und Frankreich. Zu diesem Projekt gibt es zusätzlich zum Twinspace ein Blog unter https://ww1remembrance.wordpress.com Kurzum: Aserbaidschan ist ein Land, das eTwinning bereichert und die Entdeckung lohnt. Viele engagierte Lehrkräfte freuen sich dort über die Möglichkeit für Kontakte und Projekte mit Kolleginnen, Kollegen und Klassen aus anderen europäischen Ländern. — Der Autor unterrichtet Geschichte, Französisch und Spanisch am Eichendorff-Gymnasium Koblenz und ist Fachberater Geschichte im Bezirk Koblenz. 11

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