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Austausch bildet Juni 2016

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In dieser Ausgabe lesen Sie im Schwerpunkt mehr zu den Erfahrungen, die Schüler/-innen, Lehrkräfte und Studierende in deutsch-amerikanischen Austauschprogrammen des PAD machen konnten. Weitere Themen sind u. a. eine Lehrerfortbildung in Yad Vashem, europäische Projektarbeit gegen Schulabbruch und ein neues Forum zur Integration junger Flüchtlinge.

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german-american partnership program Schwerpunkt »Austausch mit den USA« 15 austausch bildet »Wer Deutsch lernt, zeigt Ausdauer« Mehr als 360.000 Schülerinnen und Schüler aus Deutschland und den USA haben in den vergangenen Jahrzehnten mit GAPP am deutsch-amerikanischen Austausch teilgenommen. Auf deutscher Seite ist der PAD für die Durchführung zuständig. Im New Yorker Büro von GAPP Inc. koordiniert Natascha Lehner das Programm. interview martin finkenberger, pad Frau Lehner, seit mehr als 40 Jahren gibt es GAPP. Worin besteht heute sein Alleinstellungsmerkmal? GAPP ist das erfolgreichste deutsch-amerikanische Austauschprogramm – mit Schulen selbst in Hawaii und Alaska. Einige dieser Schulpartnerschaften bestehen seit mehr als 40 Jahren, viele seit mindestens 25 Jahren. Im Gegensatz zu anderen Programmen ist GAPP vergleichsweise kostengünstig, da in der Regel Lehrkräfte die Organisation übernehmen und die Schülerinnen und Schüler in Gastfamilien untergebracht werden. Für viele amerikanische Jugendliche bietet es dadurch eine einzigartige Möglichkeit, Erfahrungen im Ausland zu sammeln. Dies ist besonders vor dem Hintergrund zu sehen, dass viele Schülerinnen und Schülern oftmals noch nie ihren eigenen Bundesstaat verlassen konnten. Aber auch die deutschen Schülerinnen und Schüler verlassen mit GAPP häufig zum ersten Mal den eigenen Kontinent und erleben die USA von einer Seite, die sie so nicht erwartet hätten. Von diesen Erfahrungen profitieren häufig auch die Eltern und die ganze Schulgemeinde. Durch die langfristige und intensive Zusammenarbeit der Schulen sind inzwischen tiefe Verbindungen und Freundschaften zwischen den deutschen und amerikanischen Austauschgemeinden entstanden. »GAPP bietet einzigartige Erfahrungen im Ausland.« Gleichwohl scheint das Interesse unter Schülerinnen und Schülern in den USA an Deutschland und der deutschen Sprache nachgelassen zu haben. Wie wollen Sie dem entgegenwirken? Die Terroranschläge vom 11. September 2001 haben viele Schuladministratoren veranlasst, Reisen ins Ausland zu untersagen. Während der Finanzkrise seit 2008 mussten dann viele Schulen ihr Deutschprogramm aufgeben. Hinzu kommt, dass viele Schulbezirke sich gegen jegliche Haftbarkeit absichern. Das erschwert Lehrkräften, einen Austausch durchzuführen. Natürlich unterstützen wir Lehrkräfte bei ihrer Bewerbung und fördern den Austausch, um etwa Bedenken skeptischer Schulleitungen auszuräumen. Wir sprechen allerdings auch vermehrt Schulen an, die kein Deutschprogramm haben, deren MINT-, Sozialkunde- oder Geschichtslehrer aber an Deutschland interessiert sind. Langfristig erhoffen wir uns, dass sich durch einen Austausch ein Deutschprogramm an diesen Schulen entwickelt. Mittlerweile hat sich die Zahl der Deutschlerner aber wieder stabilisiert. Ich hoffe, dass unser Engagement einen Beitrag dazu geleistet hat. Foto: Viktoria Gavrilina / shutterstock.com Mit welchen Argumenten versuchen Sie, Schulleitungen oder Eltern von einem Deutschprogramm zu überzeugen, wenn die Sprache gegen Spanisch oder Mandarin konkurriert? Die Argumentation für Deutsch als Fremdsprache ist in der Tat nicht einfach. Für das Erlernen spricht, dass es, anders als bei Spanisch, in den USA vergleichsweise wenige Muttersprachler gibt. Eine aktuelle Studie besagt zudem, dass die Verdienstmöglichkeiten mit Deutschkenntnissen höher sind als zum Beispiel mit Spanisch. Und auch wenn Deutsch der Ruf anhängt, eine schwer zu erlernende Sprache zu sein, ist es dennoch für Englisch-Muttersprachler wesentlich einfacher, schnell gut Deutsch zu sprechen als etwa Mandarin. Abgesehen davon zeigen sich viele Universitäten beeindruckt, wenn man in einer Bewerbung auf mehrere Jahre Deutschunterricht verweisen kann. Dies zeugt von Ausdauer und der Bereitschaft, sich einem vermeintlich schwierigeren Inhalt zu widmen. Nicht unterschätzt werden darf schließlich das Argument, dass die Studiengebühren an Universitäten in Deutschland gering sind – das macht die Sprache für Amerikaner attraktiv, um hier studieren zu können. Das gemeinsame Leben und Lernen von Menschen mit und ohne Behinderungen ist eines der aktuellen bildungspolitischen Ziele in Deutschland. Wie kann es gelingen, dass dieses Leitbild in GAPP stärker Berücksichtigung findet? In den USA wird Inklusion schon lange aktiv im Schulalltag umgesetzt. Das spiegelt sich auch im GAPP-Austausch wider. 2015 waren zum Beispiel Jugendliche mit Einschränkungen wie Sehbehinderungen, Autismus, Tourette oder anderen Lernschwierigkeiten mit Gruppen unterwegs. Grundsätzlich ist es wichtig, den Lehrkräften zu vermitteln, dass die Teilnahme von Jugendlichen mit besonderen Herausforderungen auch von unserer Seite aktiv unterstützt wird und dass es viele »Best Practice«-Beispiele gibt, in denen das bereits gelingt. Wir versuchen auch, die amerikanischen GAPP-Koordinatoren untereinander zu vernetzen, zum Beispiel in einer Facebook-Gruppe Zur Person Natascha Lehner leitet seit Februar 2015 das Büro von GAPP Inc. beim Goethe-Institut in New York. Während ihres Lehramtsstudiums in München sammelte sie Unterrichtserfahrungen an der University of Wisconsin – La Crosse und an verschiedenen Gymnasien in Bayern. Als Schülerin hat sie selbst an einem GAPP-Austausch zwischen der Oak Hills High School in Cincinnati und dem Gymnasium Dingolfing teilgenommen. Das GAPP-Team in New York (v.l.n.r.): Sinah Hottgenroth (Praktikantin), Stefanie Prössl (Program Officer), Natascha Lehner (Geschäftsführerin) und Helga Lehmann (Program Assistant). und künftig auch mit Webinaren, um so Erfahrungen austauschen zu können. Viele GAPP-Schulen in Deutschland sind Gymnasien. Welche weiteren Schularten sollten verstärkt angesprochen werden? Es wäre wünschenswert, wenn vermehrt auch Schulen im Sekundarbereich I und vor allem auch Berufsschulen teilnehmen würden. Gerade aufgrund des Fachkräftemangels und der steigenden Kosten im tertiären Bildungssektor in den USA wächst das Interesse an alternativen Ausbildungsformen. Dabei geht der Blick oft nach Deutschland mit seiner dualen Ausbildungslandschaft. Vor allem Community Colleges mit ihren Ausbildungsangeboten finden deshalb den Austausch mit Berufsschulen und -akademien attraktiv. Man sollte hier allerdings die Altersdiskrepanz der Zielgruppen nicht unterschätzen, da die Schüler solcher Colleges etwas älter sind. Gut vorstellen kann ich mir zudem, dass ein Austausch zwischen einer High School und einer Berufsschule funktioniert, wenn deutsche Firmen Standorte in den USA haben. Sie leiten seit knapp einem Jahr das GAPP-Büro in den USA. Wie sieht Ihre Vision zum 50. Geburtstag des Programms aus? Ich wünsche mir, dass das Netzwerk weiter ausgebaut und als Teil der »Public Diplomacy« noch sichtbarer wird. Dazu planen wir ein Alumni-Netzwerk, um so die persönliche Begegnung zu vertiefen und mit den Teilnehmern in Kontakt zu bleiben. Außerdem arbeiten wir daran, dass GAPP in verschiedenen US-Bundesstaaten als Fortbildung für Lehrkräfte anerkannt wird. Das Programm hat in den vergangenen 40 Jahren so viele Leben positiv berührt und beeinflusst – das wollen wir hier stärker ins Bewusstsein der Öffentlichkeit und der Politik rufen. 14

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