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Austausch bildet - Juni 2018

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Das Europäische Kulturerbejahr, ein deutsch-türkisches "Traumprojekt" und angehende Erzieherinnen und Erzieher, die tschechische Sagen als Kindertheaterstück umsetzen – in der neuen Ausgabe des Magazins "Austausch bildet" liegt der Schwerpunkt auf dem Thema "Kulturelle Bildung im internationalen Austausch". Außerdem werden die Aktivitäten rund um das 10-jährige Jubiläum der PASCH-Initiative vorgestellt und ehemalige Programmteilnehmer/-innen kommen zu Wort. Das Magazin erscheint zweimal im Jahr und kann kostenlos abonniert oder online gelesen werden.

Schwerpunkt »Kulturelle

Schwerpunkt »Kulturelle Bildung« 19 austausch bildet von antje schmidt, pad A ls Simone Pfliegel unter den möglichen Aufgaben des Europäischen Wettbewerbs auf das Thema »Abenteuer in Schlössern, Burgen und Gotteshäusern« stieß, kam ihr die Idee, dies mit einem kreativen Schreibprojekt in ihrer Klasse zu verbinden. Mithilfe von eTwinning wollte sie gemeinsam mit Partnerklassen in Europa daran arbeiten. Dazu suchte sie im Forenbereich der eTwinning-Plattform nach einer passenden Partnerschule – und wurde fündig: Die Griechin Peggy Loukoviti aus Athen und eine weitere griechische Kollegin hatten ebenfalls Interesse und so schmiedeten sie Pläne für eine Zusammenarbeit. Simone Pfliegel kannte den Europäischen Wettbewerb zwar schon länger, hatte aber bisher nicht daran teilgenommen. Die Lehrerin für Englisch, Deutsch und Ethik am Sigena-Gymnasium in Nürnberg (Bayern) plante, ein Schreibprojekt im Deutschunterricht parallel in allen vier Klassen der 7. Jahrgangsstufe des Gymnasiums auf der Basis des Jugendbuches »Oskar und das Geheimnis der verschwundenen Kinder von Claudia Frieser« zu starten. In dem Roman landet der Protagonist Oskar durch eine Zeitreise im Nürnberg des 15. Jahrhunderts und trifft dort unter anderem den jungen Albrecht Dürer, mit dem er verschiedene Abenteuer besteht. Eine Klasse unterrichtete sie selbst, in den Parallelklassen unterstützten sie Kolleginnen und Kollegen. Weitere interessierte Partnerklassen aus Polen und der Türkei stießen bald zu dem Projekt hinzu. Die Kooperation fand komplett in deutscher Sprache statt, sodass die Nürnberger Schülerinnen und etwinning Von der Kaiserburg zur Akropolis Im Europäischen Wettbewerb 2017/18 drehte sich alles um das Europäische Kulturerbejahr. Das vorgestellte eTwinning­Projekt zeigt, wie Jugendliche aus verschiedenen Ländern gemeinsam auf europäische Spurensuche gingen. Schüler ihre Arbeitsaufträge für die Partnerklassen im Ausland leicht verständlich formulieren mussten. Deutsche Muttersprachler bearbeiteten gemeinsam mit ihren Partnern, die Deutsch als Fremdsprache lernen, per Tandem Aufgaben zum Europäischen Wettbewerb. »Die deutschen Jugendlichen hatten eine Tutorenrolle für ihre europäischen Partnerschüler«, erklärt Simone Pfliegel. Beispielsweise haben sie ein Nürnberg-Quiz für ihre Partner erstellt oder Steckbriefe über die Hauptfiguren des Romans verfasst. Ihre Beiträge posteten und kommentierten die Schülerinnen und Schüler in einem geschützten On line- Arbeitsbereich, dem TwinSpace, auf einer digitalen Pinnwand namens Padlet. Ergänzend dazu tauschten sich die Klassen auch per Videokonferenz aus. Zum Projektbesuch in Athen Während der Projektvorbereitungen erfuhr Simone Pfliegel von einer Aktion der Nationalen Koordinierungsstelle im Rahmen der eTwinning-Wochen im September 2017. Lehrkräfte, die in dieser Zeit ein Projekt mit Bezug zum Europäischen Kulturerbejahr starteten, konnten eine Reise zur Partnerlehrkraft gewinnen. Sie beteiligte sich mit ihrer Projektidee – und als sie tatsächlich zu den Gewinnern zählte, nahm sie sogleich Kontakt mit ihrer griechischen Partnerin Peggy Loukoviti auf. Der enge Zeitplan ließ nicht viele Möglichkeiten, aber schließlich fand sich ein Zeitfenster kurz vor Weihnachten, sodass Simone Pfliegel im Dezember für einige Tage in die griechische Hauptstadt reiste. Den Aufenthalt in der Metropole erlebte Simone Pfliegel als spannend und bereichernd. »Ich war zum ersten Mal in Griechenland Bildnachweis: Wikimedia Commons und dann gleich mitten im Zentrum von Athen, das war schon sehr beeindruckend. Auch die Gastfreundschaft meiner griechischen Kollegen fand ich toll. Sie haben mir etwas von Athen gezeigt und wir waren zusammen in einem Konzert. Für die vier Tage hatten die griechischen Kollegen ein dichtes Programm auf die Beine gestellt, das sich absolut gelohnt hat.« In den Klassen der Partnerländer fand der Deutschunterricht zumeist außerhalb des Regelunterrichts statt, häufig nur eine Stunde pro Woche. Für die Projektorganisation der Lehrkräfte bedeutete dies, dass in den jeweiligen Klassen unterschiedliche Zeitkontingente verfügbar waren. Durch das persönliche Treffen konnte Simone Pfliegel Bedenken bei den griechischen Kolleginnen ausräumen: »Für mich war von Beginn an klar, dass die griechischen Schülerinnen und Schüler nicht das gleiche Pensum wie meine deutschen Klassen erledigen können, wenn ihnen viel weniger Wochenstunden zur Verfügung stehen. Das haben wir bei meinem Besuch vor Ort noch einmal ausführlich besprochen. Seitdem ist die Kommunikation offener und gelöster«, erklärt sie. Ein unerwartetes Resultat hat sich während ihres Athen-Besuchs ergeben: »Der griechische Schulleiter schlug mir vor, gemeinsam einen Antrag für eine Erasmus+ Schulpartnerschaft einzureichen. Ich war zunächst überrascht, fand die Idee aber prima«, berichtet Simone Pfliegel. »Wenn es klappt, können wir unsere Partnerschaft weiter ausbauen.« Vielleicht gibt es dann bald vermehrt griechische Besucherinnen und Besucher auf der Kaiserburg in Nürnberg und umgekehrt deutsche Gäste auf der Akropolis – diesen beiden beeindruckenden Zeugnissen des europäischen Kulturerbes. Weitere Informationen www.europaeischer-wettbewerb.de nachgefragt bei Simone Pfliegel Ihre Schülerinnen und Schüler sollten sich anhand einer Romanvorlage in die Zeit Albrecht Dürers versetzen. Vor welche Aufgaben wurden sie dabei gestellt? In Schreibübungen ging es darum, kleine Geschichten oder Dialoge zu Szenen aus dem Roman zu entwickeln. Außerdem wurden Stadtpläne oder Gebäudegrundrisse gezeichnet sowie ein Ausmalbuch mit Motiven des Mittelalters erstellt. Oder sie haben – eine Idee der griechischen Kollegin – ein deutsches mittelalterliches Gedicht übersetzt, um sich dann selbst an Schrift und Gestaltungsform mittelalterlicher Handschriften zu versuchen. Und schließlich haben sie mit den Partnerklassen die Lebensweise im Mittelalter in den beteiligten Ländern miteinander verglichen. Worin unterscheidet sich die Projektarbeit vom gewöhnlichen Unterricht? Bei einem mediengestützten Projekt lerne ich an meinen Schülerinnen und Schülern teilweise ganz neue Seiten kennen. Sie können andere Qualitäten zeigen als im klassischen Deutschunterricht, wo sie beispielsweise einen Aufsatz verfassen sollen. In der Projektarbeit kommt es eher darauf an, etwas in Gruppen gemeinsam zu erarbeiten und Fristen für das Team einzuhalten. Außerdem entstehen in Projekten oft sehr konkrete Ergebnisse. Das ist für viele Jugendliche etwas Neues und wirkt sich positiv aus. Und bei einem eTwinning-Projekt lernt man immer etwas dazu – auch als Lehrkraft. Wie haben Sie die Motivation Ihrer Schülerinnen und Schüler erlebt? Sie haben sich wirklich mit Begeisterung reingekniet. Durch die Mitarbeit am Projekt für den Europäischen Wettbewerb sind meine Schüler manchmal sogar freiwillig morgens früher in die Schule gekommen, um noch vor Unterrichtsbeginn mit der griechischen Partnerschule per Videokonferenz zu skypen. Aufgrund der Zeitverschiebung hat das in Athen gut in den Deutschunterricht gepasst. 18

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