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Austausch bildet - Juni 2018

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Das Europäische Kulturerbejahr, ein deutsch-türkisches "Traumprojekt" und angehende Erzieherinnen und Erzieher, die tschechische Sagen als Kindertheaterstück umsetzen – in der neuen Ausgabe des Magazins "Austausch bildet" liegt der Schwerpunkt auf dem Thema "Kulturelle Bildung im internationalen Austausch". Außerdem werden die Aktivitäten rund um das 10-jährige Jubiläum der PASCH-Initiative vorgestellt und ehemalige Programmteilnehmer/-innen kommen zu Wort. Das Magazin erscheint zweimal im Jahr und kann kostenlos abonniert oder online gelesen werden.

Erfahrungen 33 austausch

Erfahrungen 33 austausch bildet »Mich hat beeindruckt, mit welcher Motivation die Schülerinnen und Schüler im Senegal Deutsch lernen und wie neugierig sie sind, mehr über Deutschland zu erfahren.« schrieben Deutsch, die Schülerinnen und Schüler in Osterrode antworteten auf Französisch. Es blieb nicht beim Briefwechsel. Bald besuchten sich die Schülerinnen und Schüler regelmäßig und führten gemeinsame Projekte zu Themen durch, von denen beide Seiten profitieren. Gefördert werden die Begegnungen bis heute durch die Initiative »Schulen: Partner der Zukunft« (PASCH) des Auswärtigen Amts. Das Goethe-Institut Dakar unterstützt die Partnerschaft, indem sie die Jugendlichen der Partnerschulen zu themengebundenen Workshops einlädt. Marie Armbrecht war in der 7. Klasse, als ihr Französischlehrer aus Unzufriedenheit mit dem Lehrbuch seiner Klasse einen Briefwechsel mit Schülerinnen und Schülern im Senegal vorschlug. Marie gehörte auch der ersten Gruppe an, die Kaolack besuchte. Beim Schüleraustausch lernte sie Assa kennen, die sie anschließend zweimal zu Hause in Osterode beherbergte. Vertraut mit dem Senegal und in Freundschaft mit ihrer Gastschwester verbunden, entschied sich Marie Armbrecht nach ihrem Abitur 2017 für einen Freiwilligendienst mit »kulturweit«, der sie erneut in den Senegal führte. »Es war ein beruhigendes Zur Person Marie Armbrecht war Schülerin der 7. Klasse, als im April 2012 das Abenteuer Senegal im Französischunterricht begann. Mehrere Jahre war sie Sprecherin der AG Senegal am Tilman-Riemenschneider-Gymnasium in Osterode am Harz, nahm an der ersten Senegalreise 2015 teil und erlebte verschiedene Begegnungen in Osterode und Kaolack. Nach dem Abitur 2017 entschied sie sich für einen Frei willigendienst mit »kulturweit« im Senegal. Gefühl vor meinem Abflug, dass meine Gastschwester Assa mich erwarten würde«, erinnert sie sich an den Beginn ihres Freiwilligendienstes im vergangenen September. Sechs Monate lang unterstützte Marie Armbrecht Schülerinnen und Schüler im Senegal beim Deutschlernen. Von der Millionenstadt Dakar am Atlantik zog sie in das Mädcheninternat Mariama Bâ auf der Insel Gorée. Die letzten Monate hospitierte sie am Lycée Valdiodio NDiaye Kaolack, der Partnerschule ihres Gymnasiums in Osterode. Hier konnte sie mit ihrer Gastschwester Assa zur Schule fahren, im Unterricht und im Deutschklub helfen, aber auch mit Schülerinnen und Schülern ein Theaterprojekt initiieren. Rollenwechsel »Mich hat beeindruckt, mit welcher Motivation die Schülerinnen und Schüler im Senegal Deutsch lernen und wie neugierig sie sind, mehr über Deutschland zu erfahren«, stellt Marie Armbrecht rückblickend fest. Als frisch gebackene Abiturientin fiel ihr der Rollenwechsel vom Unterrichtetwerden zum Unterrichtgeben zunächst nicht leicht. Auch die fran- zösische Sprache war für sie eine Herausforderung, zumal auch im Deutschunterricht viel Französisch gesprochen wurde. »In Mariama Bâ waren die Klassen sehr viel kleiner, aber im Lycée in Kaolack stand ich teilweise vor 60, 70 Schülern und habe versucht, in Französisch etwas zu erklären«, sagt sie. Die tägliche Praxis in der Amtssprache des Senegal verbesserte ihre Sprachkenntnisse – und erste Worte in Wolof kamen hinzu, um sich in der Gastfamilie weiterzuhelfen. So meisterte sie, auch mit Unterstützung durch die Lehrkräfte an ihren Gastschulen, ihren Freiwilligendienst und erlebte ihre Zeit im Senegal durch ihre enge Verbindung zu Freunden und zur Familie ihrer Gastschwester als große Bereicherung. »Ich nehme etwas mehr Gelassenheit mit zurück nach Deutschland«, fasst Marie Armbrecht ihre Erfahrungen zusammen. Auch sieht sie den Alltag in Deutschland jetzt mit anderen Augen und weiß den Lebensstandard zu schätzen: Eine funktionierende Müllabfuhr, allzeit sauberes Wasser und ein sicherer öffentlicher Nahverkehr sind keineswegs selbstverständlich. Familienanschluss Der Familienanschluss und die Freundschaft spielen für Marie Armbrecht eine zentrale Rolle, wenn sie über ihre Zeit im Senegal spricht. Als Höhepunkt erlebte sie ein großes Familienfest zu Weihnachten. Die Familie ihrer Gastschwester ist über die ganze Welt verstreut. Alle zwei Jahre reisen die Verwandten von weither an, sogar aus Amerika, und feiern zusammen. »Die ganze Familie kam zusammen und außerdem viele Freunde und Freunde von Freunden, die sich in unterschiedlichsten Sprachen unterhalten haben. Es war fröhlich und bunt.« Von der Brieffreundschaft zum Freiwilligendienst im Senegal – für Marie Armbrecht ist das noch heute eine kaum glaubliche Entwicklung. »Als Assa 2014 das erste Mal bei mir war, waren wir beim Abschied sehr traurig. Wir dachten, dass wir uns niemals wiedersehen würden. 2015 durfte ich mit einer Schülergruppe Kaolack besuchen. Unsere Freude war riesig, uns wieder zu treffen. Dass ich einmal sechs Monate hier leben würde, hätte ich nie gedacht – denn ich hatte eigentlich nicht erwartet, dass ich einmal diese Erfahrungen machen würde.« Über den Freiwilligendienst »kulturweit« »kulturweit« ist der internationale Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes in Kooperation mit der Deutschen UNESCO-Kommission. Er ermöglicht jungen Menschen im Alter von 18 bis 26 Jahren, sich für sechs oder zwölf Monate im Bereich der Kultur- und Bildungspolitik zu engagieren. Die meisten Freiwilligen, die der PAD vermittelt, werden an Schulen eingesetzt, an denen der Deutschunterricht eine besondere Rolle spielt. Diese Schulen werden von der Zentralstelle für das Auslandsschulwesen (ZfA) und vom Goethe-Institut betreut. Weitere Informationen www.kmk-pad.org/programme/ freiwilligendienst-kulturweit.html Über die Schulpartnerschaft »Es wäre sein größter Wunsch gewesen, die Arbeit fortzusetzen«, sagt Tobias Rusteberg – und erinnert damit an seinen Freund und Kollegen Elhadj Diouf, der im Januar 2018 bei einem tragischen Verkehrsunfall verstarb. Gemeinsam mit ihm hatte er vor sechs Jahren den Austausch initiiert. »Unsere Jugend gehört in die Schule, nicht auf Boote«, habe ihm Elhadj Diouf bei einer der Begegnungen erklärt. Als Deutschlehrer engagierte er sich deshalb dafür, möglichst vielen seiner Schülerinnen und Schülern durch den Austausch ein realistisches Bild von Deutschland zu ermöglichen und durch ein Studium in Deutschland Perspektiven für ihre Zukunft im Senegal zu schaffen. Das Austauschprojekt des Gymnasiums Osterode wird fortgesetzt. Und im Juni wird eine Delegation aus Kaolack in Osterode erwartet, um eine Städtepartnerschaft zu begründen. 32

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