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Austausch bildet – Juni 2019

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Zum Jubiläum des Prämienprogramms stellt das Magazin Schulen vor, die in den letzten 60 Jahren Gastschüler aus aller Welt empfangen haben. Der europäische Austausch mit Erasmus+, der Schüleraustausch mit China und die Erfahrung ehemaliger Austauschschüler sind weitere Themen.

Schwerpunkt »60 Jahre

Schwerpunkt »60 Jahre Prämienprogramm« 17 austausch bildet von martin finkenberger, pad W er sich für deutschsprachige »Polenlieder« aus der Epoche des Vormärz interessiert, findet in Ewa Wojno-Owczarska eine überaus sachkundige Gesprächspartnerin. Einige hundert solcher Lieder gibt es, von denen die meisten nach dem polnischen Novemberaufstand 1830 entstanden sind. Ihre Autoren, unter ihnen Ludwig Uhland und Georg Herwegh, wollten damit seinerzeit die Ideen nationaler und liberaler Freiheit nach Deutschland tragen. Die Polenbegeisterung vieler Deutscher in den Jahren vor 1848, die in ihnen anklingt, steht denn auch in einem scharfen Gegensatz zu der antipolnischen Haltung späterer Zeiten, die erst mit den Debatten in der Frankfurter Paulskirche aufgekommen ist. Dass Ewa Wojno-Owczarska, die als Germanistin an der Universität Warschau forscht und lehrt, auf den Gedanken gekommen ist, sich mit solchen historischen Liedtexten zu befassen, verdankt sich ein klein wenig auch dem Prämienprogramm des PAD. 1988 war sie als 16-jährige Schülerin zur Teilnahme ausgewählt worden, nachdem sie sich in einem Sprachwettbewerb ausgezeichnet hatte. Zwei Wochen lebte sie seinerzeit in Neustadt an der Weinstraße (Rheinland-Pfalz), das nicht nur durch seinen Weinbau bekannt ist, sondern auch in der jüngeren deutschen Geschichte eine bedeutsame Rolle spielte. Zu den landeskundlichen Exkursionen während des Aufenthalts gehörte denn auch ein Besuch des Hambacher Schlosses vor den Toren der Stadt jenem Ort, an dem sich 1832 einige zehntausend Menschen zu Eng verwoben Die deutsche und die polnische Geschichte sind schon immer eng verwoben gewesen. Wie eng, erfuhr Ewa Wojno-Owczarska 1988 als Stipendiatin des Prämienprogramms. einem Fest versammelten, um gegen Zensur und politische Willkür der Obrigkeit zu demonstrieren. »Damals ist mir bewusster geworden, wie viele deutsche Dichter in dieser Epoche den polnischen Freiheitswillen unterstützt haben«, sagt Ewa Wojno-Owczarska, die sich unter anderem mit den Wechselbeziehungen zwischen Literatur und Musik und hier speziell den »Polenliedern« auseinandersetzt. Ihre Erkenntnisse veröffentlichte die Literaturwissenschaftlerin 2018 auch in einem Sammelband. Noch heute sei es ihr zudem ein Anliegen, den Studierenden ihrer Seminare ein Bild davon zu vermitteln, wie eng verwoben die Geschichte der beiden Nachbarn schon immer gewesen ist. Wenig Westfernsehen Eine solche Einstellung mag heute weithin akzeptiert werden. Zu Zeiten des »Eisernen Vorhangs«, der Europa vor 30 Jahren noch spaltete, war sie keineswegs selbstverständlich. Dementsprechend bruchstückhaft setzte sich ihr Bild von der Bundesrepublik vor der Ankunft zusammen. »Da vor der Wende nur wenige westdeutsches Fernsehen empfingen und die damaligen Schulbücher nicht besonders aktuell waren, hatten Schüler und Studierende keine genaueren Vorstellungen vom aktuellen Leben in dem Land«, erinnert sie sich. Auch die Möglichkeiten, die der jungen Generation heute in Europa für ein Studium oder eine Berufstätigkeit offenstehen, lassen sich nicht mit den damaligen Prozeduren vergleichen, wenn es eine Landesgrenze zu überwinden galt: »Um ein Visum für einen Auslandsaufenthalt zu beantragen, haben wir früher immer eine Einladung benötigt«, erzählt sie. Umso mehr weiß sie heute zu schätzen, dass Kontrollen an den Grenzen abgeschafft wurden, »und zwar für polnische Bürger wie auch für ausländische Gäste aus den EU-Ländern, die nach Polen einreisen möchten«, wie sie hinzufügt. Leidenschaft für die deutsche Sprache In jedem Fall aber hat das Prämienprogramm dafür gesorgt, dass Ewa Wojno-Owczarska ihre »Leidenschaft für die deutsche Sprache und Kultur« nicht mehr verloren hat und ihre Deutschkenntnisse stetig verbessern konnte, wie sie betont. Dafür sorgten nicht zuletzt die vielen Kontakte, die sie 1988 knüpfen konnte. »Neben meiner Gastfamilie habe ich auch eine polnische Familie, deren Sohn an der Schule war, und das deutsche Lehrerehepaar Ruhnau kennengelernt, die meine besten Freunde geworden sind. Wir haben einander mehrmals besucht und stehen seit einiger Zeit dank der Entwicklung der globalen Medien per E-Mail in Kontakt«, erzählt sie. So hofft sie denn auch darauf, dass junge Menschen ihrer Heimat ähnliche Erfahrungen machen können und weiterhin Gefallen an der Sprache und Kultur des Nachbarn finden. Die Gründe dafür liegen ihrer Ansicht nach auf der Hand. »Als unser direktes Nachbarland bleibt Deutschland für Polen immer ein wichtiger Kooperationspartner«, sagt sie. Kompetente Dolmetscherinnen und Übersetzer, als die sich viele Hochschulabsolventen betätigen, wie auch Fachleute mit guten Deutschkenntnissen werden immer gesucht ebenso versierte Deutschlehrkräfte, die ihre Schülerinnen und Schüler unter anderem auf das Deutsche Sprachdiplom (DSD) der Kultusministerkonferenz vorbereiten. Dank dem Prämienprogramm können diese nicht nur ihre Deutschkenntnisse überprüfen und verbessern, sondern auch viel über die deutsche Kultur und Landeskunde vor Ort erfahren. Zur Person Heimatland Polen Preisträgerin 1988 Heute Germanistin, Literaturwissenschaftlerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin an der Universität Warschau nachgefragt bei Ewa Wojno-Owczarska »Typisch Deutsch« gibt es das überhaupt? Was haben Sie aus der Zeit in Neustadt an der Weinstraße als »typisch Deutsch« in Erinnerung? Ich denke, dass es heutzutage im Zeitalter der globalen Medien mehr Gemeinsamkeiten gibt. Nationale Unterschiede erweisen sich oft als Stereotype. Eine Sache, die ich aus meinem Aufenthalt in Neustadt lange Zeit in Erinnerung behalten habe, war allerdings das ökologische Bewusstsein meiner Gastgeber, die bewusst umweltfreundliche Produkte gekauft haben, um ihren Kindern zu vermitteln, was Nachhaltigkeit bedeutet. Diese Grundsätze versuche ich, meinen Söhnen beizubringen. Die »Ökokritik« in der Literatur ist auch eines der Themen, mit dem wir uns in einem von mir geleiteten Forschungsprojekt auseinandersetzen. Ihr Lieblingssprichwort auf Deutsch? Da wir das 60. Jubiläum des Prämienprogramms feiern, scheint mir nur ein Sprichwort angebracht: »Man soll die Feste feiern, wie sie fallen« und sich auf die vielversprechenden Pläne für die Zukunft freuen. Welchen zeitgenössischen deutschsprachigen Schriftsteller würden Sie Ihren Studierenden empfehlen, die mehr über die Mentalität der Deutschen in der Gegenwart erfahren wollen? Unser Alltag ist von ähnlichen Erfahrungen, Erlebnissen und Problemen geprägt. Ich würde deshalb jungen Menschen einen Roman empfehlen, der die Probleme ihrer Generation thematisiert, zum Beispiel »Die Glücklichen« von Kristine Bilkau. Die Schriftstellerin war so freundlich, ihr Buch im Rahmen einer internationalen Tagung zum Begriff »Arbeit«, die ich am Brecht-Haus in Berlin veranstalten konnte, vorzustellen. Sie beschäftigt sich mit Problemen von Jugendlichen, ihren Erwartungen und oft ungewissen Zukunftsperspektiven. Solche Texte erscheinen mir empfehlenswert, um im Rahmen des Unterrichts Ausbildungs- und Zukunftsperspektiven Jugendlicher in unseren Ländern zu vergleichen. 16

Publikationen

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