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Austausch bildet – Juni 2019

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Zum Jubiläum des Prämienprogramms stellt das Magazin Schulen vor, die in den letzten 60 Jahren Gastschüler aus aller Welt empfangen haben. Der europäische Austausch mit Erasmus+, der Schüleraustausch mit China und die Erfahrung ehemaliger Austauschschüler sind weitere Themen.

Fremdsprachenassistenzprogramm 37 »Der direkte Kontakt vor Ort ist wichtig, damit Schülerinnen und Schüler weiterhin ein aktuelles Bild von Deutschland erhalten.« tig, damit Schülerinnen und Schüler weiterhin ein aktuelles Bild von Deutschland erhalten und die Gelegenheit haben, auch über aktuelle Entwicklungen mit jungen Deutschen zu diskutieren. austausch bildet Auslandsaufenthalte können, schreiben Sie in einer Ihrer Veröffentlichungen, einen »Einstellungswandel gegenüber dem Nachbarn« erreichen. Welche Änderungen hat das Schuljahr in Lure bei Ihnen bewirkt? Die Zeit in Frankreich hat mich zunächst in meiner Absicht bestärkt, Lehrer werden zu wollen. Ich habe dann ja auch das Referendariat gemacht und ein Jahr an einem Gymnasium in Bernau in Brandenburg unterrichtet. Viel wichtiger erscheint mir aber, dass ich in dieser Zeit »Frankreich gelernt« habe: Die Küche, die Schule, der Alltag, die Politik, der Fußball, das Fernsehen einige meiner Bilder musste ich revidieren, andere nuancieren. Wie sehr ich davon profitieren konnte, ist mir später an der Schule klar geworden. Der Unterricht ist überzeugender, wenn Schülerinnen und Schüler den Eindruck gewinnen, dass ihr Lehrer das Land kennt und schon häufiger dort gewesen ist. War die Fremdsprachenassistenzzeit während des historischen Augenblicks 1989/90 auch ein Auslöser, später als Wissenschaftler die deutsch-deutsch-französischen Beziehungen zu erforschen? Die Monate in Lure haben sicher mein Bestreben gefördert, weiter in Frankreich tätig sein zu wollen. Auf das Thema bin ich aber während meiner Jahre als Lehrer in Bernau gestoßen. Ich glaubte damals, dass zu den westdeutsch-französischen Beziehungen schon fast alles geschrieben sei. Die räumliche Nähe zu Berlin machte es aber möglich, Archivbestände aus DDR-Zeiten einzusehen, die vor 1990 nicht zugänglich waren da lag viel unerforschtes Material zu den Beziehungen zwischen Frankreich und der DDR. In meinen weiteren Studien ist mir dann schnell deutlich geworden, dass man die Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und Frankreich vor 1989/90 beispielsweise im kulturpolitischen Bereich nur verstehen kann, wenn man die DDR mit in den Blick nimmt. Beide Staaten waren Teil der Systemkonkurrenz zwischen West und Ost, die auch auf französischem Boden ausgetragen wurde. Als zum Beispiel die Zentrale des DAAD in den 1980er-Jahren überlegte, die Zahl der Lektoren in Frankreich zu reduzieren, sagte der Außenstellenleiter in Paris, dass dann viele Lektoren aus der DDR in diese Lücke stoßen würden. So kam es, dass diese Pläne nicht weiter verfolgt wurden. Ähnliches kann man in vielen anderen Bereichen sehen. Aus Ihrer Perspektive als Historiker: Welche Bedeutung können Programme wie das für Fremdsprachenassistenzkräfte heute für die Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik haben? Die deutsch-französische Freundschaft muss, so stabil sie auch wirkt, wie jede Freundschaft gepflegt werden. Am Beispiel des »Brexit« sehen wir ja, dass die europäische Integration keineswegs eine permanente Fortschrittsgeschichte ist, sondern auch Rückschläge verkraften muss. Und in Frankreich ist nicht auszuschließen, dass dort Links- oder Rechtspopulisten aus den nächsten Wahlen gestärkt hervorgehen. Deshalb ist es wichtig, dass es ein breites und dichtes zivilgesellschaftliches Netz gibt. Die friedensstiftende Vision der Europäischen Union gründet sich gerade auf solchen Netzwerken. Und die deutsch-französischen Beziehungen nach dem Zweiten Weltkrieg waren deshalb so erfolgreich, weil es immer Interaktionen zwischen Politik und Zivilgesellschaft gegeben hat, sei es durch Jugendaustausch, durch Städtepartnerschaften oder auch durch Fremdsprachenassistenten. Digitale Medien und soziale Netzwerke mögen heute andere Formen des Austauschs erleichtern. Der direkte Kontakt vor Ort und gerade in ländlichen Regionen ist aber wich- Foto: KAS-ACDP Angenommen, Sie sollten als Fremdsprachenassistent Schülerinnen und Schüler der 11. Klasse anhand eines aktuellen Films deutsch-deutsche Geschichte näher bringen: Welchen Streifen würden Sie im Gepäck mitnehmen? Ich nehme fest an, dass inzwischen fast alle Deutschschülerinnen und -schüler in Frankreich »Das Leben der Anderen« gesehen haben. Aus den Produktionen der letzten Jahre würde ich deshalb »Das schweigende Klassenzimmer« von Lars Kraume empfehlen. Der Film erzählt die Geschichte einer Schülergruppe in der DDR im Jahr des Volksaufstandes in Ungarn 1956, die ihre Klassenkameraden zu einer Schweigeminute im Geschichtsunterricht animieren und daraufhin zu Staatsfeinden erklärt werden. Der Film zeigt ein realistisches Bild der Gesellschaft der DDR in den Jahren vor dem Mauerbau im Kontext von Schule. Für den Einsatz im Unterricht in Frankreich müsste zwar einiges zum historischen Hintergrund erklärt werden. Ein Fremdsprachenassistent aber könnte mit diesem Film, zu dem es inzwischen auch didaktisches Material gibt, seinen Schülerinnen und Schülern diese Phase der deutsch-deutschen Geschichte anschaulicher machen. Zur Person Ulrich Pfeil, Jahrgang 1966, lehrt als Professor für Deutschlandstudien an der Université de Lorraine in Metz. Im Schuljahr 1989/90 war er Fremdsprachenassistent am Lycée Georges Colomb in Lure in der Region Bourgogne-Franche-Comté. #fsa_pad Einige Monate im Ausland leben, als angehende Lehrerin oder angehender Lehrer die eigenen Fremdsprachenkenntnisse verbessern und selbst einmal vor der Klasse stehen: Ehemalige Fremdsprachenassistenzkräfte (FSA) berichten als Campusbotschafter des PAD an zahlreichen Universitäten von ihren Erfahrungen und Erlebnissen und sind im Netz aktiv. Unter #fsa_pad teilen viele von ihnen Erinnerungen und Erlebnisse an ihr Abenteuer Ausland. Und auf Instagram geben sie unter @fsa_pad aktuelle Einblicke in das Programm. An welchen Universitäten Campusbotschafter unterwegs sind, erfahren Sie unter www.kmk-pad.org/fsa. Übrigens: Dort gibt es voraussichtlich ab Mitte Juli Informationen zur Bewerbungsphase für das Austauschjahr 2020/21. 36

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