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Austausch bildet – Juni 2020

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis des internationalen Schulaustauschs. Schwerpunkt der Juni-Ausgabe ist der Epochenwechsel in Europa vor 30 Jahren. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen.

Corona Weltweit zu Hause

Corona Weltweit zu Hause bleiben, aber dennoch fröhlich in die Linse blicken das haben diese Jugendlichen aus Armenien, Ungarn, Paraguay, Indien und Schweden getan, die 2019 am Prämienprogramm des PAD teilnehmen konnten. Gemeinsam mit ihren damaligen Reiseleitern stellten sie eine aufmunternde Collage zusammen. Im Sommer 2021 gilt dieser Spruch dann hoffentlich nicht mehr. erasmus+ schulbildung »Wir wollen gemeinsam weitermachen« #fsa_pad »Einen digitalen Klassenraum gestalten« 5 austausch bildet W eit entfernt und wenig bedrohlich las sich eine Meldung Anfang Januar in der Tagespresse, die von einer »bisher nicht identifizierten Lungenkrankheit in der zentralchinesischen Metropole Wuhan« berichtete. Wer hätte damals geahnt, dass ein bis dato unbekanntes Virus sich in kürzester Zeit über alle Kontinente verbreiten würde? Und wer hätte sich ausmalen wollen, wie einschneidend sich plötzlich das öffentliche Leben und alltägliche Gewohnheiten ändern sollten? Dass davon auch die Programme des PAD betroffen sein würden, war schnell klar: Seminare und Tagungen mussten abgesagt werden. Gegenseitige Besuche von Partnerschulen zur gemeinsamen Projektarbeit fielen aus. Fremdsprachenassistenzkräfte und junge Erwachsene im Freiwilligendienst »kulturweit« brachen ihren Aufenthalt vorzeitig ab. Das aus gegebenem anlass Gemeinsam weitermachen Die Corona-Krise hat die Welt erschüttert. Ihre Folgen wirken ganz unmittelbar auch auf die Programme für Austausch und Begegnung, die der PAD durchführt. Prämienprogramm für Schülerinnen und Schüler mit ausgezeichneten Deutschkenntnissen, das vor einem Jahr seinen 60. Geburtstag feiern konnte, findet in diesem Sommer nicht statt. Gleiches gilt für das Einladungsprogramm für Johannes-Rau-Stipendiaten aus Israel, das in diesem Jahr auf sein 20-jähriges Bestehen zurückblicken kann. Kurzum: Austausch und Begegnung »vor Ort« als ein zentrales Element interkulturellen Lernens wird es bis zur Sommerpause nicht geben. Ob im neuen Schuljahr die bisherigen Wege in gewohnter und bewährter Weise fortgesetzt werden können, ist ungewiss. Mit neuen Wegen für »Unterricht@home« haben Schulen das Beste aus der ungewohnten Situation gemacht. Und viele Initiativen in Programmen des PAD verdeutlichten, dass virtuelle Projektarbeit zwar keine Begegnung ersetzt, ein Austausch aber auch unter erschwerten Umständen gelingen kann. Wie viele andere Schulen musste auch das Giebichenstein-Gymnasium in Halle (Sachsen-An- halt) ein Erasmus+ Treffen absagen. Seit September 2018 arbeitet die Schule mit Partnern aus Irland, Polen und Italien an einem Projekt zum Thema »Youth votes for Europe«, bei dem es um Demokratieerziehung und europäische Werte geht. Und noch Anfang März organisierte das Erasmus+ Team der Jahrgänge 9 und 10 einen Europatag mit Spielen und Aktionen. Schnell aber wurde klar, dass das anschließend geplante Treffen an der italienischen Partnerschule in Barga nicht stattfinden würde. Der Kontakt mit den Kolleginnen und Kollegen im Ausland brach dennoch nicht ab. »Wir waren uns alle einig, dass wir weitermachen wollen«, erzählt Beate Zahn. »Wir haben versucht, einander Mut zuzusprechen und füreinander da zu sein. Das drückte aus, worum es bei Erasmus+ geht: europäische Solidarität und Zusammenhalt.« Weitere Informationen www.kmk-pad.org/ weiter-mit-erasmusplus »Alles wird gut« auf Chinesisch »Unsere Schüler und Schülerinnen haben Bilder gemalt. Das Thema lautet ›Alles wird gut‹ auf Chinesisch. «, schrieb Zihiyi Wang von der Technischen Akademie für Energiewirtschaft in Chongqing ihrem Kollegen Stefan Koböke vom Konrad-Klepping-Berufskolleg in Dortmund. »Wir haben mit unseren Schülerinnen und Schülern während des Homeschoolings den Hashtag #AllesWirdGut aufgegriffen und gemeinsam eine Onlinecollage erstellt.« Schon für den gegenseitigen Besuch 2019 nutzten die Partnerschulen Möglichkeiten der virtuellen Kommunikation (siehe Seite 7). Viele Fremdsprachenassistenzkräfte haben ihre Gastschulen auch nach ihrer vorzeitigen Rückkehr unterstützt, wie das Beispiel von Louisa Hover zeigt. Sie war nach Irland an die Loreto Secondary School, eine Mädchenschule in Ballynagee, vermittelt worden. »Ich hatte leider keine Möglichkeit, mich vor der Heimreise von allen zu verabschieden«, berichtet sie. Von Deutschland aus blieb Louisa Hover jedoch weiterhin mit ihren früheren Klassen in Kontakt: »Einige Schülerinnen schickten mir Texte per Mail, die ich dann korrigiert habe.« Für die Deutschlehrkräfte erstellte sie zudem Arbeitsblätter, zum Beispiel zum Thema »Ostern«, die dann die Schülerinnen online bearbeiten konnten. »Ich hatte vorher so noch nie gearbeitet und viel darüber gelernt, wie man einen ›digitalen Klassenraum‹ gestalten kann. Ich glaube, dass mir das auch etwas für meinen zukünftigen Beruf als Lehrerin bringen wird, auch wenn das natürlich nicht die ›richtige‹ Interaktion mit den Lernenden ersetzt.« Mehr über weitere Initiativen www.kmk-pad.org/fsa-digital »Nach Corona« Austausch gestalten Wie lassen sich Austausch und Begegnung »nach Corona« fortsetzen und anders gestalten? Wir sind an Ihren Ideen und Anregungen interessiert und freuen uns über Vorschläge, über die wir berichten können. Kontakt m pad@kmk.org 4

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