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Demokratie mit eTwinning lernen und praktizieren

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Im eTwinning-Buch zum Jahresschwerpunkt "Demokratiebildung" wird eine Auswahl ausgezeichneter eTwinning-Projekte und -Aktivitäten vorgestellt, die politische Teilhabe, Menschenrechte, kritisches Denken und die Entwicklung einer demokratischen Kultur im Unterricht und an der Schule fördern. Die Beispiele bieten vielfältige Anregungen für den Unterricht. Das Buch kann im PAD-Webshop kostenlos bestellt werden: https://www.kmk-pad.org/service/publikationen/etwinning.html

2. Demokratische

2. Demokratische Partizipation in der Schule 2.1 Die Rolle der Lehrkräfte bei der Förderung demokratischer Kompetenz Pascale Mompoint-Gaillard Lehrerin, Sozialpsychologin, Präsidentin von Learn to Change, Frankreich Ildikó Lázár Dozentin im Fachbereich für englische Sprachpädagogik der Eötvös Loránd Universität, Budapest, Ungarn Charlot Cassar Grundschuldirektor, St. Margaret College Zabbar Primary School B, Malta Der Aufbau einer demokratischen Schulumgebung liegt in der Verantwortung aller Akteure Eine demokratische Schule entsteht nicht einfach automatisch, sondern im Zuge eines fortlaufenden Prozesses, der nicht unbedingt reibungslos verläuft oder harmonisch ist bzw. auch widersprüchliche Ansichten und Meinungen umfasst. In einer wirklich demokratischen Umgebung kann der Einzelne konstruktiv mit anderen interagieren und die Akteure können sich darauf einigen, in einem Rahmen, in dem die Menschenrechte und die Rechtsstaatlichkeit gewahrt und respektiert werden, auch unterschiedlicher Meinung sein zu dürfen. Die unmittelbare Verantwortung für die Schaffung einer demokratischen Schulumgebung mag zwar bei der Schulleitung liegen, aber in einer Demokratie gibt es auch andere Gruppen, die ein starkes Interesse am Erfolg der Schule haben – die Schüler, Lehrkräfte, Eltern und die breite Öffentlichkeit (Bäckman & Trafford, 2007). Demokratische Umgebungen sind das Ergebnis gemeinsamer Bemühungen. Die Bildung spielt eine wichtige Rolle bei der Bewältigung der komplexen Herausforderungen und Unsicherheiten heutiger Gesellschaften Der Rahmen für die europäische politische Zusammenarbeit (ET2020, siehe Fußnote 1 unter „Einführung“) betont, dass der allgemeinen und beruflichen Bildung eine entscheidende Rolle bei der Bewältigung der zahlreichen sozioökonomischen, demografischen, ökologischen und technologischen Herausforderungen zukommt, 14 Wenn nicht an Schulen, wo dann? Demokratie mit eTwinning lernen und praktizieren

denen sich Europa und seine Bürger heute und in den kommenden Jahren gegenübersehen. Das Hauptziel der europäischen Zusammenarbeit sollte es sein, die Systeme der allgemeinen und beruflichen Bildung in den EU-Mitgliedstaaten zu unterstützen, um Folgendes zu gewährleisten: a) die Erfüllung der persönlichen, sozialen und beruflichen Bedürfnisse aller Bürger; b) nachhaltiger wirtschaftlicher Wohlstand und Beschäftigungsfähigkeit bei gleichzeitiger Förderung der demokratischen Werte, des sozialen Zusammenhalts, der politischen Teilhabe und des interkulturellen Dialogs. Diese Ziele entsprechen der vom Europarat entwickelten Bildungsvision (in der Empfehlung CM/Rec(2007)6), die vier Hauptziele umfasst: 1. Schaffung einer breiten Wissensbasis 2. Vorbereitung auf den Arbeitsmarkt 3. Vorbereitung auf das Leben als aktive Bürger 4. Persönliche Entwicklung Die ersten beiden Bereiche sind weitgehend diejenigen, auf die sich die staatlichen Schulen konzentrieren. Doch zunehmend, vielleicht unter dem Druck der VUCA- Bedingungen (Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit), mit denen wir heute leben müssen, wird der Bildung für demokratische Teilhabe und persönliche Entwicklung mehr Aufmerksamkeit beigemessen. Eine gemeinsame Verantwortung für die Bildung und die Entscheidung, was für Kinder und Jugendliche wichtig ist, ist dann möglich, wenn die Interessengruppen im Hinblick auf gemeinsame Ziele zusammenarbeiten: Eltern, Bildungseinrichtungen, die Zivilgesellschaft und die jungen Menschen selbst. Immer mehr Pädagogen experimentieren im Rahmen des Lehrplans, um Lernaktivitäten zu entwickeln, die Werte, Einstellungen, Fähigkeiten und Kenntnisse vermitteln, welche die Lernenden benötigen, um zu einer demokratischen Kultur beizutragen. Sie führen demokratische Prozesse in Lernaktivitäten und Unterrichtsumgebungen ein, wie eine demokratische Klassenverwaltung, kooperative Lernstrukturen, partizipative Selbst- und Fremdbeurteilung und Beteiligung der Zivilgesellschaft an der Bildungsreise junger Menschen. Mit dem wachsenden Bewusstsein der Bildungsfachkräfte, dass sich die Anforderungen im Bildungsbereich ändern, erleben wir eine „Zeitenwende“. Umdenken im Bildungsbereich: Zunehmende Akzeptanz der Bedeutung des Lehrens und Lernens von politischer Teilhabe Die Notwendigkeit eines Wandels im Bildungswesen wurde in den letzten Jahren allgemein anerkannt. Mehrere internationale Verbände und Organisationen haben in diesem Zusammenhang wichtige Dokumente veröffentlicht. Zusätzlich zu den in der Einführung genannten Punkten ist auch darauf hinzuweisen, dass das Manifest des Europarates: Education for Change - Change for Education (2014) die Bedeutung eines Umdenkens im Bildungsbereich hervorhebt: „Die Schulmodelle, die wir aus der Vergangenheit übernommen haben, sind in der Regel elitär, hierarchisch und exklusiv strukturiert. Diese Merkmale haben sich im Laufe der Jahre vielleicht 15

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