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Jahresbericht 2017

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Der Jahresbericht 2017 gibt einen Einblick in die Arbeit des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD). Im Fokus der Beiträge steht das Jubiläum des Erasmus-Programms mit den aktuellen Herausforderungen für Erasmus+ Schulbildung und das Netzwerk für Schulen "eTwinning". Informationen zu weiteren Austauschprogrammen und zum Service des PAD ergänzen das Angebot.

jahresbericht

jahresbericht 2017 Austausch für Grundschulen Die natürliche Neugierde wecken Grundschulen sind in den Schulpartnerschaftsprogrammen des PAD wenig vertreten – auch deshalb, weil die Begleitung junger Schülerinnen und Schüler eine besondere Herausforderung darstellt. Was dabei zu beachten ist, damit befassten sich Lehrkräfte auf einer Tagung in Bonn. BONJOUR HALLO HOLA 14 enn Silke Esser danach gefragt wird, weshalb auch Grundschülerinnen und -schülern ein europäischer und internationaler Austausch ermöglicht werden sollte, muss sie nicht lange überlegen. »Kinder in diesem Alter haben eine natürliche Neugierde, auf die mit einer Partnerschaft direkt reagiert werden kann. Gleichaltrige im Ausland werden durch die Begegnungen viel greifbarer«, weiß sie aus ihrer langjährigen Erfahrung mit Austauschprojekten, die sie an der Franziskus-Schule in Erkelenz (Nordrhein-Westfalen) koordiniert hat. Seit 2009 ist Silke Esser Europakoordinatorin der Schule, die an zwei Standorten von rund 460 Schülerinnen und Schülern besucht wird und seit 2012 zum Netzwerk der Europaschulen in Nordrhein-Westfalen gehört. Gemeinsam mit dem Europateam kümmert sie sich um den Kontakt zu den Partnern im Ausland, plant mit ihnen Projekte und bereitet die Antragstellung vor. Außerdem leitet sie die Erasmus+ AG für die Schülerinnen und Schüler im dritten und vierten Schuljahr. »Die Arbeit in solchen internationalen Partnerschaften prägt alle Beteiligten – nicht nur unsere Schülerinnen und Schüler und deren Eltern, sondern auch das Kollegium«, sagt sie. Gerade Lehrkräfte erhielten die Möglichkeit, »in andere Systeme hineinzuschauen, neue Anregungen für die eigene Arbeit zu sammeln und sich auszutauschen«, berichtete sie den rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern eines Seminars des PAD im Juni 2017 in Bonn. Ein Beispiel dafür ist die COMENIUS-Schulpartnerschaft »How European Little People can change the World« (HELP), die die Schule von 2010 bis 2012 mit Partnern in Italien, Großbritannien, Polen und der Türkei durchgeführt hat. Gemeinsam gingen sie unter anderem der Frage nach, wie in der Schulgemeinschaft Entscheidungen getroffen werden und welche Rechte und Pflichten Kinder dabei haben. Die Lehrkräfte tauschten sich während der Projekttreffen zudem darüber aus, wie sich Helfersysteme innerhalb der Klassen, der Schule und des Wohnortes aufbauen lassen. Ihre Ergebnisse haben sie in einem Web-Buch und einem gemeinsam produzierten Film dokumentiert. Fortgeführt wird die Arbeit seit 2016 in einem Projekt im Rahmen der Leitaktion 2 von Erasmus+ unter dem Titel »Take care and share – Skills for Life«. Von den Potenzialen, die in Austauschbegegnungen mit Grundschulkindern stecken, ist auch Wulf Conrad überzeugt. Der Lehrer für Französisch und Deutsch und erfahrene Erlebnispädagoge hat bereits zahlreiche interkulturelle Projekte an Schulen begleitet. »Junge Lerner teilen häufig die Schulbank mit Kindern aus anderen Herkunftsländern und gehen im Vergleich zu uns Erwachsenen mit einer grundsätzlichen Offenheit und Neugier in solche Situationen – vorausgesetzt, die Erziehung zu Hause und in der Schule unterstützt und fördert diese Haltung«, sagt er. Deshalb könne man gar nicht früh genug damit anfangen, interkulturelles Lernen zu ermöglichen. Wichtig sei dabei allerdings, dass auch Lehrkräfte solche interkulturelle Erfahrungen erlebt hätten. Der intensive Austausch über individuelle Erfahrungen in schulischen Austauschprojekten und der »Spagat zwischen einem Erleben, Gestalten und Reflektieren«, wie ihn die Tagung ermöglicht habe, stimme ihn jedoch optimistisch, dass die Initiative des PAD für mehr Schulpartnerschaften auch im Grundschulbereich »Früchte tragen wird«. Dass solche Begegnungen auch mit Herausforderungen verbunden sind, unterschlugen die beiden Referenten nicht. »Die internationale Projektarbeit mit Grundschülern ist sehr anspruchsvoll«, sagt Silke Esser. Gerade der Zeitaufwand dürfe nicht unterschätzt werden. Wichtig sei zudem die Bereitschaft im Kollegium, sich auf einen solchen Austausch einzulassen. Dies kann auch Susanne Sperling von der Loschgeschule Erlangen (Bayern) bestätigen, die an dem Seminar teilnahm. Die Schule nimmt am Modellvorhaben »Bilinguale Grundschule Französisch« teil. »Die Öffnung für Neues und Ungewohntes vollzieht sich aber nicht von heute auf morgen«, berichtet sie. Und auch mögliche Partner in Frankreich wollen von einer Zusammenarbeit überzeugt werden. Einen privaten Urlaub in den Sommerferien wollte sie deshalb auch dazu nutzen, sich vor Ort nach einer Grundschule in Südfrankreich umzusehen, mit der sie einen Austausch anstoßen kann. »KINDER IN DIESEM ALTER HABEN EINE NATÜRLICHE NEUGIERDE, AUF DIE MIT EINER PARTNERSCHAFT DIREKT REAGIERT WERDEN KANN.« Silke Esser, Franziskus-Schule Erkelenz 15

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