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Schaffung einer Inklusionskultur durch eTwinning

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In dieser Publikation wird eine Auswahl an eTwinning-Projekten und -Aktivitäten vorgestellt, die inklusive Bildung und in der Europäischen Gemeinschaft geteilte Werte fördern. Sie zeigt wie eTwinning und alle Lehrkräfte und Schüler, die auf dieser Plattform aktiv sind, dazu beitragen, die Bildungsherausforderungen der heutigen Zeit zu meistern und auf die kreativste und vielfältigste Art und Weise darauf zu reagieren. Die Beispiele handeln von den verschiedensten Bildungshürden: von der Situation der Schulen in abgelegenen Gebieten und ihren Möglichkeiten, sich über eTwinning mit der Welt zu verbinden, von der kulturellen Vielfalt und von den Herausforderungen durch Migration und Lernschwierigkeiten.

3. VERBESSERUNG DES

3. VERBESSERUNG DES KULTURELLEN VERSTÄNDNISSES Die Bildungssysteme, Schulen und Lehrkräfte sind in gewissem Maße für die Stärkung der kulturellen Identität und der Werte von Kindern verantwortlich und tragen gleichzeitig dazu bei, den Respekt und das Verständnis für die Kultur anderer zu fördern. Zu diesem Zweck werden von Anna Triantafyllidou, Expertin am Europäischen Hochschulinstitut, im ersten Abschnitt sechs Leitsätze vorgestellt. Wenn Schüler interkulturelles Verständnis entwickeln, lernen Sie den Wert ihrer eigenen Kultur, Sprache und Überzeugungen sowie die anderer zu schätzen. In eTwinning beschäftigen sich die Schüler mit unterschiedlichen Kulturen, indem sie Gemeinsamkeiten und Unterschiede erkennen, Verbindungen zu Gleichaltrigen knüpfen und gegenseitigen Respekt pflegen. In diesem Abschnitt stellen vier Lehrkräfte vor, wie sie an ihren Schulen mit Schülern unterschiedlicher kultureller und ethnischer Herkunft arbeiten und wie eTwinning-Projekte diesen Schülern helfen, sich als Teil der Klasse zu fühlen. Im zweiten Abschnitt werden drei Projekte vorgestellt, die sich mit Migration und Flüchtlingen sowie Roma-Schülern befassen. Schließlich werden die verschiedenen Weiterbildungsangebote zum Thema Inklusion, die Lehrkräfte in den vergangenen Jahren nutzen konnten, in einer Übersicht dargestellt. 3.1. Sechs Leitsätze für die Verbesserung des interkulturellen Verständnisses Anna Triandafyllidou Global Governance Programme (GGP) des Robert Schuman Centre for Advanced Studies (RSCAS), Europäisches Hochschulinstitut, Florenz, Italien Europa sieht sich derzeit mit gegenläufigen Strömungen konfrontiert. Einerseits scheinen einige Bürger der Meinung zu sein, dass die Renationalisierung der Kontrolle, die Errichtung von Grenzen und die Trennung von anderen Mitgliedstaaten sie besser in die Lage versetzen werden, den globalen Herausforderungen der Migration, des Asyls oder der wirtschaftlichen Globalisierung zu begegnen. Andererseits erleben wir aber auch, wie andere Bürger spontane Solidarität mit Asylsuchenden an Bahnhöfen oder in Aufnahmezentren zeigen, sowie eine grenzüberschreitende Mobilisierung der Politiker und Jugendlichen in ganz Europa. 22 Verbesserung des interkulturellen Verständnisses

In diesem komplexen, bisweilen angespannten Kontext ist es dringend erforderlich, wirksame Ansätze zu finden, die die Integration kultureller und religiöser Vielfalt in die Gesellschaft fördern können, indem sie einheimische Mehrheiten, historische Minderheiten und immigrierte Bevölkerungsgruppen einander näher bringen. Der Bildung kommt eine Schlüsselrolle bei der Förderung von Akzeptanz und Respekt unter jungen Menschen zu, sowie bei der Schaffung eines Gefühls der Zugehörigkeit und bei der Vorbereitung der Schüler darauf, morgen aktive Bürger zu werden. Es gibt zwar keine Patentlösung für die Integration einheimischer oder migrierter Minderheiten und Migrantenpopulationen, doch möchte ich im Folgenden sechs Leitsätze vorschlagen, die Orientierung für die Entwicklung geeigneter Bildungsprogramme und -instrumente bieten können. Erstens: Integration ist keine Einbahnstraße. Denn sie ist nicht nur eine Herausforderung für die „Neulinge“ oder Minderheiten. Sie erfordert, dass sowohl die einheimische Mehrheit als auch historische oder neue Minderheiten Zugeständnisse machen und sich gegenseitig "Raum" schaffen, indem sie ein neues Selbstverständnis für die Nation mitgestalten, das die nationale Geschichte und die Gefühle der Mehrheit respektiert, aber auch Migranten und Minderheiten aktiv einbezieht. Zweitens: Es gibt keine Patentlösung. Unterschiedliche Gesellschaften und Minderheitengruppen erfordern unterschiedliche Ansätze, abhängig von der Geschichte der jeweiligen Gesellschaft, der Zusammensetzung ihrer Bevölkerung, den spezifischen Bedürfnissen der Neuankömmlinge, aber auch den verfügbaren Ressourcen. Drittens: Bildung für Vielfalt sollte sowohl eine individuelle als auch eine Gruppendimension umfassen. Alle Schüler sind gleich und sollten die Chance bekommen, zu lernen und sich zu entfalten. Sie sollten in ihrer Individualität anerkannt und nicht nur als Angehörige einer bestimmten nationalen, ethnischen oder religiösen Gruppe gesehen werden (dieser Punkt gilt sowohl für Schüler, die Angehörige einer Minderheit als auch einer Mehrheit sind). Gleichzeitig sollten jedoch lokale und nationale Bildungsbehörden den kollektiven Ausdruck von Vielfalt berücksichtigen, wo und soweit dies im Schulleben erforderlich ist: durch die Achtung religiöser und kultureller Feste großer Minderheitengruppen und durch die Schaffung alternativer Kurse für Ethik oder Religion (in Bezug auf den Religionsunterricht können, soweit relevant, Kurse über Religionsphilosophie für Atheisten oder zur Geschichte und zum Glauben von Minderheitenreligionen angeboten werden). Viertens: Schulen sind integraler Bestandteil der Gemeinde, in der sie ansässig sind. Wenn sich die Kommune wandelt, müssen die Schulen folgen. In den Innenstädten europäischer Großstädte kommt es häufig vor, dass Migranten und ihre Nachkommen die zahlenmäßige Mehrheit ausmachen. Schulische Realitäten: Die Zusammensetzung des Lehrkörpers, der Dresscode und die Verfügbarkeit der Unterrichtsveranstaltungen sollten den sich ändernden Bedürfnissen der Gemeinschaft, der die Lehrkräfte dienen, Rechnung tragen. So könnten sie optionale Kurse anbieten, um die Muttersprache großer Einwanderergruppen zu unterrichten, abends Sprachkurse in der Landessprache für Eltern anbieten, Schuluniformen 23

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