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Success Stories

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Erasmus+ macht Schule. 16 Projekte aus dem Schulbereich, die Fördermittel des EU-Programms Erasmus+ erhalten haben und im vergangenen Jahr aufgrund ihrer besonderen Qualität als Erfolgsgeschichte („Success Story“) ausgezeichnet wurden, werden in einer aktuellen Veröffentlichung des PAD vorgestellt.

Perspektiven für junge

Perspektiven für junge Migranten Über das Projekt Projekttitel Erstellung eines Gesamtkonzepts zur Flüchtlingsbeschulung Koordinierende Einrichtung Heinrich-Emanuel-Merck-Schule, Darmstadt Bundesland Hessen Kontakt Maria Schmidt-Lisowski sli@hems.de Projektlaufzeit 1. Juni 2016 bis 31. Mai 2017 EU-Förderung 14 269 Euro » It’s up to you« heißt es auf einem Wandbild an der Schulfassade. Diese Ermutigung, seinen eigenen Weg zu gehen, spiegelt die Haltung der Heinrich-Emanuel‐ Merck-Schule wider. Sie bereitete sich 2016 auf eine ihrer größten Herausforderungen vor: die Beschulung 80 junger geflüchteter Menschen, denen berufliche Bildungschancen in den Bereichen Elektro- und Informationstechnik eröffnet werden sollten. Um sich hierfür professionelle Unterstützung zu holen, stellte die Schule einen Erasmus+ Antrag. Doch schon zwei Monate später musste sie 80 Geflüchtete sofort aufnehmen. Nun wurde dringend ein Gesamtförderkonzept für die Intensivklassen zur Sprachförderung benötigt. Denn für den vierzügigen Bildungsgang »InteA«, der im März 2016 eingerichtet wurde, gab es noch kein Curriculum. Dies war eine Pionierarbeit für die kleine Gruppe von Lehrkräften, die im gleichen und im Folgejahr an Mobilitätsprogrammen in England, Schottland und Frankreich teilnahmen, um neue Konzepte der Fremdsprachvermittlung kennenzulernen und zu erproben. Der intensive Austausch mit Gleichgesinnten aus der EU eröffnete ihnen neue Perspektiven, die sie mit vereinten Kräften an ihrer Schule umsetzten. Von dem ganzheitlichen Konzept profitierten die geflüchteten Jugendlichen, die nicht nur schnell Deutsch lernten, sondern sich auch intensiv mit den Werten und Lebensweisen ihres Gastlandes auseinandersetzten. Projekte gegen Rassismus und zur Gewaltprävention, bei denen eine 11. Klasse der gymnasialen Oberstufe mit den InteA-Schülerinnen und -Schülern zusammenarbeitete, trugen dazu bei, Verständnis füreinander zu wecken. Viele der jungen Migrantinnen und Migranten konnten mittlerweile sogar in betriebliche Praktika vermittelt werden und haben dadurch eine entscheidende Herausforderung gemeistert: ihren Platz in der Gesellschaft zu finden. 10 |

success stories 2017 | leitaktion 1 nachgefragt bei Maria Schmidt-Lisowski Wie nutzen Sie die Projektergebnisse beim Unterricht mit Geflüchteten? Unsere Projektgruppe, bestehend aus Sebastian Buch, Nikola Poitzmann, Frank Stecher, Marion Taibi und mir, konnte die Ergebnisse direkt für ein Konzept zur Beschulung der geflüchteten jungen Menschen nutzen, die neu zu uns gekommen sind. Wir wünschten uns, dass es dank des schulformübergreifenden Projekts gelingen würde, Demokratie zu erleben, Wertediskurse zu führen, Gewaltprävention zu betreiben und Peer-Learning zur Stärkung der europäischen Dimension im Unterricht zu begleiten. Unser Empowerment- Projekt, das speziell auf die Bedürfnisse geflüchteter junger Frauen ausgerichtet war, wurde sogar mit einem Innovationspreis ausgezeichnet. Bei den Berufsschulklassen nutzten wir wichtige Erkenntnisse zum sprachsensiblen Fachunterricht und zur Mehrsprachigkeit. Von welchen Ideen der internationalen Projektpartner haben Sie am meisten profitiert? Der Austausch mit den Kolleginnen und Kollegen aus anderen europäischen Staaten half uns dabei, zu erkennen, dass die Heinrich-Emanuel-Merck-Schule bereits gut in der Förderung und Inklusion von geflüchteten Schülerinnen und Schülern aufgestellt ist. Und doch konnten wir viele neue und interessante Impulse aufnehmen. Die vielen Gespräche und Diskussionen mit unseren Partnern zu fachdidaktischen und europäischen Themen erlebten wir als ein wertvolles Geben und Nehmen. Wir verständigten uns über die Situation geflüchteter Menschen, diskutierten über den Umgang mit Mehrsprachigkeit und unsere Arbeitsbedingungen als Pädagogen und wie es uns gelingen kann, die jungen Migranten bestmöglich zu unterstützen. Begründung für die Auszeichnung Das Projekt ermöglichte fünf Lehrkräften eine gezielte Erweiterung ihrer englischen und französischen Sprachkompetenz, eine erhöhte Sicherheit im Fremdsprachenunterricht und eine verbesserte Kommunikation mit Geflüchteten an der Heinrich-Emanuel‐Merck‐Schule. Die erworbenen innovativen Methoden eignen sich zudem gut für den Deutsch-als-Zweitsprache-Unterricht und werden in das Gesamtförderkonzept der Einrichtung integriert. Dies ist umso bedeutender, da kurzfristig 80 geflüchtete Schülerinnen und Schüler aufgenommen werden mussten. Die Kenntnisse der Einrichtung im Bereich der Beschulung jugendlicher Migranten werden von anderen Schulen angefragt und ihre Lehrkräfte werden als Multiplikatoren in Bildungseinrichtungen und zu Fachtagungen eingeladen. | 11

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