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Success Stories

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Erasmus+ macht Schule. 16 Projekte aus dem Schulbereich, die Fördermittel des EU-Programms Erasmus+ erhalten haben und im vergangenen Jahr aufgrund ihrer besonderen Qualität als Erfolgsgeschichte („Success Story“) ausgezeichnet wurden, werden in einer aktuellen Veröffentlichung des PAD vorgestellt.

Tierische Helfer im

Tierische Helfer im Klassenzimmer Über das Projekt Projekttitel Miteinander-voneinander-füreinander lernen: Tiergestützte Pädagogik zur Weiterentwicklung der Unterrichtsqualität im inklusiven Unterricht an weiterführenden Schulen in Europa Koordinierende Einrichtung Gesamtschule Blankenheim‐ Nettersheim Bundesland Nordrhein-Westfalen ` Partnerschaftstyp Strategische Schulpartnerschaft Kontakt Tanja Tschernoster tanja.tschernoster@web.de Partner • Istituto Comprensivo Alfonso Gatto (Italien) • NMS Markt Allhau (Österreich) Projektlaufzeit 1. September 2015 bis 30. September 2017 EU-Förderung 27 250 Euro für die Schule in Deutschland Bilbo ist ein geduldiger Zuhörer. Der Australian Shepherd unterstützt die Lehrkräfte der Gesamtschule Eifel bei der Leseförderung. Kinder, denen es schwerfällt, vor der Klasse vorzulesen, verlieren ihre Hemmungen, wenn er seine Ohren spitzt. Er ist nicht der einzige Mitarbeiter auf vier Pfoten: das tierische Personal besteht aus weiteren Hunden, Kaninchen und wird verstärkt durch die Therapiepferde einer Lehrerin. Die Ganztagsschule macht im integrativen Unterricht ermutigende Erfahrungen: Die »Pädagogen im Pelz« strahlen Ruhe aus, fördern die Konzentration und Kommunikationsfähigkeit und die Kinder lernen, Verantwortung für sie zu übernehmen. Weil in Deutschland bislang erst wenige Schulen das Potenzial der tiergestützten Pädagogik nutzen, waren die Blankenheimer Lehrerinnen und Lehrer gespannt auf die Erfahrungen ihrer europäischen Nachbarn. Sie tauschten sich mit ihren Partnern aus Österreich und Italien aus und baten die Pädagogische Hochschule Burgenland, das Projekt wissenschaftlich zu begleiten. Die Ergebnisse ihrer Zusammenarbeit haben die drei Projektschulen in ihrem »Handbuch zur tiergestützten Pädagogik in Europa« und in einem Kurzfilm zusammengefasst. Hier finden interessierte Schulen auch wertvolle Hinweise zum Projekt. Für die Gesamtschule Eifel steht jedenfalls fest, dass die innovative Methode weiterhin einen festen Platz im Unterricht haben wird: Denn Bilbo und seine tierischen Gefährten bereichern den Lernalltag ungemein. Website • https://twinspace.etwinning.net/ 9450/home • http://gesamtschule-eifel.de/ internationales/erasmus 28 |

success stories 2017 | leitaktion 2 nachgefragt bei Tanja Tschernoster wir für unsere Kaninchen einen Stall gebaut, damit die Tiere für den Unterricht nicht mehr in den Klassenraum gebracht werden müssen. Die Tiere brauchen ihre Rückzugsräume. Für unsere Hunde haben wir Hundehütten und ein Gehege im Außenbereich unserer im Wald gelegenen Schule eingerichtet. Welche Herausforderungen ergeben sich für Schulen, die tiergestützte Pädagogik einsetzen möchten? Zum einen ist durch das Projekt deutlich geworden, dass wenig strukturelle Rahmenbedingungen zur tiergestützten Pädagogik zum jetzigen Zeitpunkt in Deutschland vorhanden sind. Die Arbeit mit Tieren an Schulen hängt noch stark vom Engagement der Kolleginnen und Kollegen und deren Tieren ab. Die Fachkonferenz tiergestützte Pädagogik hat hier Pionierarbeit geleistet. Ein zweiter wichtiger Punkt sind die »Arbeitsbedingungen« der Tiere. So haben Wie haben Sie von den Erfahrungen Ihrer Projektpartner aus Italien und Österreich profitiert? Unser Kooperationspartner Professor Harald Mandl von der Pädagogischen Hochschule Burgenland bietet Lehrgänge zur hundegestützten Pädagogik für Lehrerinnen und Lehrer an. Von dieser wissenschaftlichen Expertise und didaktischen Erfahrung haben wir sehr profitiert. Zudem begleitete und evaluierte eine Studentin das Projekt. Von einer erfahrenen österreichischen Freizeitpädagogin haben wir außerdem viel über die Arbeit mit Präsenzhunden gelernt. Und schließlich wurden bei den Workshops in Salerno Lernarrangements beim Einsatz von Pferden mit geistig behinderten Kindern vermittelt. So hat dieses europäische Projekt die tiergestützte Pädagogik im inklusiven Unterricht in Europa ein Stück weit vorangetrieben. Begründung für die Auszeichnung Das Projekt »Tiergestützte Pädagogik« hat auf überzeugende Art und Weise einen bislang noch nicht sehr verbreiteten pädagogischen Ansatz in fruchtbarem Austausch mit den europäischen Partnern erprobt und weiterentwickelt. Es kann besonders für Schulen beispielgebend sein, die auf der Suche nach neuen, alternativen Unterrichtsmethoden sind. Der Umgang mit Tieren – einschließlich ihrer Betreuung – spricht Schülerinnen und Schüler besonders emotional an. Das macht sie erfahrungsgemäß offener für die Vermittlung von Soft und Hard Skills, deren Erwerb wiederum unerlässlich ist für eine erfolgreich verlaufende Schulkarriere und den damit verbundenen Berufsfindungsprozess. Die sehr strukturierte Arbeitsweise – regelmäßige Newsletter, klare Arbeitsaufträge für alle Partner – sowie die gute interne und externe Evaluierung und die wissenschaftliche Begleitung hatten einen spürbaren Anteil an dem Erfolg des Projekts. Vorbildlich ist die Verbreitungsstrategie, die die Ergebnisse und den Ansatz weit über das engere Umfeld bekannt macht und auch nach Projektende weitergeführt wird. | 29

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