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Erasmus+ macht Schule. 16 Projekte aus dem Schulbereich, die Fördermittel des EU-Programms Erasmus+ erhalten haben und im vergangenen Jahr aufgrund ihrer besonderen Qualität als Erfolgsgeschichte („Success Story“) ausgezeichnet wurden, werden in einer aktuellen Veröffentlichung des PAD vorgestellt.

Über das Projekt

Über das Projekt Projekttitel Improving Teaching Methods For Europe (ImTeaM4EU) Europa mit modernen Methoden unterrichten Koordinierende Einrichtung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen, Düsseldorf konsortialprojekt Bundesland Nordrhein-Westfalen ` Partnerschaftstyp Konsortialprojekt – Strategische Partnerschaft im Schulbereich Kontakt Petra Meier petra.meier@msb.nrw.de Partner • Europaschule Bornheim (Deutschland) • Integrierte Gesamtschule Paffrath (Deutschland) • Städtische Gesamtschule Hardt (Deutschland) • planpolitik Raiser und Warkalla GbR (Deutschland) • Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung Düsseldorf (Deutschland) • Tallinna Saksa Gümnaasium (Estland) • Zespol Szkol Ogolnoksztalcacych nr 2 w Toruniu (Polen) • Uniwersytet Mikolaja Kopernika W Toruniu (Polen) • Osnovna sola Janka Glazerja Ruse (Slowenien) • Univerza V Mariboru (Slowenien) Projektlaufzeit 1. September 2014 bis 31. August 2017 EU-Förderung 311 115 Euro Gesamtbudget für das Projekt Website www.imteam4.eu Joachim Keferstein war als Leiter des Referats für Europaschulen im nordrhein-westfälischen Schulministerium auf vielen Fortbildungen unterwegs. Dort begegnete er engagierten Lehrkräften, die gerne mehr Europa ins Klassenzimmer bringen wollten. An Faktenwissen mangelte es ihnen nicht, doch um EU‐ Themen abwechslungsreich zu vermitteln, wünschten sie sich methodische Anregungen und Unterrichtsmaterialien. Keferstein griff die Anregung auf und initiierte ein dreijähriges Erasmus+ Projekt mit dem Titel »ImTeaM4EU« zusammen mit seiner Mitarbeiterin Petra Meier und der dafür abgeordneten Lehrerin Anja Warnke. Die zehn Projektpartner aus fünf europäischen Ländern – Schulen, Hochschulen, ein Lehrerausbildungsseminar und ein Unternehmen – entwickelten einen »Werkzeugkoffer« mit einem vielfältigen Methodenrepertoire. Damit sollten das Fremdsprachenwissen der Schülerinnen und Schüler verbessert, mathematisch-naturwissenschaftliche Kompetenzen ausgebaut und gesellschaftswissenschaftliches und politisches Bewusstsein gefördert werden, um sie auf die Herausforderungen des europäischen Arbeitsmarktes vorzubereiten. Gerade in den MINT-Fächern ist der Europabezug bislang nur schwach verankert. Ein eigens entwickeltes Planspielformat war nur eine von vielen Anregungen, die diese Lücke füllen sollten. Es nimmt den Netzausbau in einer fiktiven Grenzregion in den Blick und vermittelt damit EU‐ Themen spannend und lebensnah. Im Englischunterricht können die Schülerinnen und Schüler in die Rolle von Lobbyisten schlüpfen und beispielsweise für oder gegen Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln argumentieren. Dabei lernen sie nicht nur Fachbegriffe, sondern auch, wie die Brüsseler Politik funktioniert. Drei Schulen haben alle ausgewählten Methoden einem Praxistest unterzogen und gaben den Projektpartnern ein »Sehr-gut«. 36 |

success stories 2017 | leitaktion 2 nachgefragt bei Joachim Keferstein Wie wichtig ist es, die Europakompetenz der Lehrkräfte zu stärken? »Europäer wird man nicht durch Geburt, sondern durch Bildung«, sagte Robert Schuman. Vor diesem Hintergrund ist Unterricht, der nicht Europa in den Blick nimmt, für den aktuellen Bildungsbezug undenkbar. Lehrkräfte haben in der Regel zwei Fächer studiert, die älteren unter ihnen meist ohne einen Europabezug. Dennoch sollen sie dazu beitragen, dass ihre Schülerinnen und Schüler Europakompetenz erwerben, also politische, ökonomische, historische, kulturelle und sprachliche Kompetenzen entwickeln, die sie auf das Leben in einem komplexer werdenden Europa vorbereiten. Weil alle Lehrkräfte gefordert sind, dies in ihrem Unterricht zu ermöglichen, müssen sie bei dieser wichtigen Aufgabe unterstützt werden. Denn Europakompetenzen sind der Ausgangspunkt dafür, dass Jugendliche zum handlungsorientierten Umgang mit europäischem Wissen und Werten befähigt werden. Wie können die Projektergebnisse praktisch im Unterricht genutzt werden? Das Erasmus+ Projekt gibt am Beispiel von 26 Unterrichtseinheiten Anregungen, den Erwerb von Europakompetenzen im Fremdsprachenunterricht sowie bei den Natur- und den Sozialwissenschaften zu fördern. Durch die Kompetenzorientierung entsprechen diese Unterrichtseinheiten den Anforderungen der Lehrpläne der jeweiligen Länder. Durch kooperative Lernaufgaben werden die Schülerinnen und Schüler zudem dabei unterstützt, eigenverantwortlich zu lernen. Und eine innovative Timeline ermöglicht es den Lehrkräften, Module der Unterrichtseinheiten individuell in ihren Unterricht einzubringen. Begründung für die Auszeichnung »Im Team 4EU« ist in mehrfacher Hinsicht beispielhaft. Kennzeichnend für das Projekt sind die hohe Übertragbarkeit und Nutzbarmachung der erzielten Resultate. Die Lehrpläne der am Projekt beteiligten Staaten wurden geprüft und darauf aufbauend die Unterrichtseinheiten inklusive Materialien entwickelt. Sie können in den am Projekt beteiligten Staaten direkt in die schulinternen Lehrpläne eingebunden werden. Die professionell erstellten Unterrichtseinheiten, die intern und extern überprüft wurden, sind von hoher Qualität. Innovativ war die Vorgehensweise, nicht lediglich eine Methodensammlung zu erstellen, sondern Inhalte und Methoden aufeinander zu beziehen. Da ein Ministerium eines Bundeslandes die Projektkoordination innehatte, ist eine systematische Wirkung des Vorhabens über die unmittelbar Beteiligten hinaus zu erwarten. Im Hinblick auf Zugänglichkeit und Sichtbarkeit der Ergebnisse ist die mehrsprachige Onlineplattform beispielhaft, die alle erarbeiteten Produkte wie zum Beispiel Unterrichtseinheiten und Planspiele enthält und sehr ansprechend und übersichtlich gestaltet ist. | 37

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