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Zum Job-Shadowing nach Malmö

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Die Mörikeschule Backnang initiierte ein europäisches Mobilitätsprojekt, um den Anforderungen bei der Umwandlung zur Gemeinschaftsschule besser gewachsen zu sein. Mit Schulbesuchen (Job-Shadowing) und Fortbildungen in Finnland und Schweden lernten die Lehrkräfte mehr über digitale Lernplattformen, den Einsatz von Kompetenzrastern und Themen wie Schulentwicklung und Unterrichtsqualität. Die 20-seitige Broschüre des PAD beschreibt die Anforderungen und Aktivitäten, die mit einem Förderantrag zu Leitaktion 1 im EU-Programm Erasmus+ verbunden sind.

4 | maßnahmen sind in

4 | maßnahmen sind in einem Mobilitätsprojekt gebündelt und Teile eines europäischen Entwicklungsplans, den die Schule erarbeitet hat. Nicht nur die einzelnen Lehrkräfte, sondern die ganze Schule soll so von den Auslandserfahrungen profitieren. Die digitale Plattform führt alles zusammen Dazu ist es notwendig, die im Kollegium noch bestehenden Vorbehalte gegenüber digitaler Technik auszuräumen. Was hat die Mörikeschule davon, wenn sie eine digitale Plattform einsetzt? Um das herauszufinden, hat Eva-Maria Barthel, die in Backnang Deutsch und Englisch unterrichtet, schwedische Kolleginnen und Kollegen bei ihrer Arbeit mit der Lernplattform Infomentor »beschattet«. Im März 2015 besuchte sie eine kleine idyllische Montessori-Schule bei Malmö und führte dort ein »Job-Shadowing« durch. Dies verschaffte ihr unmittelbare Einblicke in die Schulwirklichkeit der schwedischen Schule. Die deutsche Lehre- rin hat dabei beobachtet, dass schwedische Montessori-Pädagogen ganz unterschiedlich mit der Lernplattform umgehen: »Manche halten jeden noch so kleinen Lernfortschritt fest.« Andere gäben erst nach einem halben Jahr hastig ihre Daten ein. »Weil jeder vom Hausmeister bis zur Schulleiterin ganz hervorragend Englisch spricht, klappt der Austausch über die Plattform sehr gut«, sagt Eva-Maria Barthel. Die Schweden unterscheiden nicht zwischen Lehrkräften und anderem schulischen Personal: »We are 25 members of staff«, heißt es. In der digitalen Plattform sind Kompetenzraster der jeweiligen Fächer hinterlegt. Auch Lernziele, Aufgaben, Beobachtungen, Klassenbuchnotizen und Leistungsbewertungen werden dort für jedes Kind oder jeden Jugendlichen eingegeben. Die digitale Plattform führt alles zusammen. »Ältere Schüler bekommen alle Aufgaben über die Datenbank«, erläutert Eva-Maria Barthel. Will sich eine Lehrkraft über den individuellen Leistungsstand eines Schülers informieren,

| 5 was in bunt gemischten Lerngruppen häufig vorkommt, kann sie rasch auf die Daten zugreifen. »Die Leistungskurve der Schüler etwa in Deutsch, Mathematik oder Englisch ist nur ein paar Klicks entfernt.« Da müssen die Pädagogen nicht Kolleginnen oder Kollegen anrufen, sondern können selbst in der Lernplattform nachschauen, wie der Schüler oder die Schülerin leistungsmäßig stehe. Befürchtungen haben sich zerstreut Häufig benutzen schwedische Lehrkräfte digitale Plattformen auch, um Eltern Termine und andere Informationen mitzuteilen. Dazu bekommen sie einen besonderen Zugang. »Je älter die Kinder sind, desto mehr sind die Eltern informiert«, erklärt Heidi Ahlers. Informationen, mit denen Eltern ihre Kinder unter Druck setzen könnten, bekämen sie allerdings nicht zu sehen. »Man merkt den Schülerinnen und Schülern an, dass es funktioniert«, so Eva-Maria Barthel. Die Lehrerin erinnert sich, wie ein »Tutor«, wie Lehrkräfte dort heißen, einer Lerngruppe der vierten Jahrgangsstufe täglich vor dem Mittagessen eine Geschichte vorgelesen hat. Der Tutor mit Hausschuhen auf einem Teppich und die Kinder um ihn herum – eine halbe Stunde zog er sie in seinen Bann. »Es war mucksmäuschenstill«, sagt Eva-Maria Barthel. Lehrkräfte und Kinder seien sich ganz nah, die Beziehungen viel enger als in Deutschland trotz des regen Austauschs von Aufgaben über die digitale Plattform. Die Plattform verhindert also nicht einen intensiven Kontakt zu den Kindern − vielmehr gewinnen schwedische Lehrkräfte durch sie an Zeit. »Die Entscheidung für die digitale Lernplattform ist gefallen.« Befürchtungen des Lehrpersonals an der Mörikeschule vor der Arbeit mit digitalen Medien haben sich so zerstreut. Die Entscheidung für die Lernplattform ist, nach gründlicher Beratung im Kollegium, gefallen. »Wahnsinn, was eine Woche alles verändert«, sagt Eva-Maria Barthel. Das Kollegium ist inzwischen überzeugt, dass die Lernplattform es nach einer Zeit der Einarbeitung entlasten wird. »Im Vergleich mit anderen europäischen Schulen sind wir auf einem guten Weg«, meint auch Heidi Ahlers. Über Kompetenzraster Kompetenzraster bilden die Bildungsstandards eines Faches wie etwa Deutsch, Mathematik und Englisch in verdichteter Form auf einer Seite ab. »Ich-kann«-Formulierungen in den Zellen eines Kompetenzrasters, die aus der Sicht von Schülerinnen und Schüler formuliert sind, übersetzen die Standards in Handlungsaufforderungen. Durch die Arbeit mit Kompetenzrastern wissen Schülerinnen und Schüler, was von ihnen erwartet wird. In der Hand der Lehrkraft bieten Kompetenzraster die Möglichkeit, den Unterricht schülerorientiert zu planen und Lernergebnisse richtig einzuordnen.

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