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Austausch bildet Dezember 2016

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Das Magazin stellt Projekte vor, die durch europäischen Austausch einen wichtigen Beitrag zur Bildungsintegration leisten. Studienaufenthalte von Schülern als "Migrationsexperiment", Sport und Spiel als Integrationserleichterung oder die Förderung von Elternteilhabe stehen beispielhaft für das Engagement von Lehrerinnen und Lehrern, die sich für Vielfalt an Schulen einsetzen. Weitere Beiträge widmen sich der Aktion "Europa macht Schule", stellen engagierte Deutschlerner aus Afrika vor und berichten über Austauscherfahrungen in ihrer Bedeutung für den eigenen Berufs- und Lebensweg. Neuigkeiten zu aktuellen Förderprogrammen, mit denen der PAD internationalen Austausch unterstützt, runden das Heft ab. Als Beilage zum Heft gibt es den Jahresplaner 2017 des PAD – solange der Vorrat reicht.

Forum Forum 19 austausch

Forum Forum 19 austausch bildet »Lehrerinnen haben sich fremde Kulturen aktiv angeeignet« Ob nach England und Frankreich, Brasilien und Chile oder Australien und Südwestafrika: Im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert zog es zahlreiche deutsche Lehrerinnen zur Fortbildung und Berufstätigkeit ins Ausland. Auf welche Netzwerke konnten sie sich dabei stützen? Und welches Selbst- und Fremdbild haben die Lehrerinnen dort entwickelt und nach ihrer Rückkehr verbreitet? Die Bildungsforscherin Elke Kleinau und ihr Kollege Wolfgang Gippert von der Universität zu Köln haben dazu zahlreiche autobiographische Schriften und zeitgenössische Quellen analysiert. Eleonore Heerwart interview martin finkenberger, pad Frau Kleinau, Herr Gippert, an der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert zog es eine nicht geringe Zahl von Lehrerinnen ins Ausland. Welche Motive haben diese »Bildungsreisenden« und »Arbeitsmigrantinnen« seinerzeit dazu bewogen? Die Motive waren unterschiedlich: Da sich der direkte Berufseinstieg für viele junge Lehrerinnen nach ihrer seminaristischen Ausbildung aufgrund von »Überfüllungskrisen« im deutschen Mädchenschulwesen oftmals schwierig gestaltete, begaben sie sich in englisch- oder französischsprachige Länder mit der Hoffnung, hier eine erste Anstellung zu finden. Auch bot ihnen das nahegelegene europäische Ausland die Möglichkeit, in Ferienkursen ihre Fremdsprachenkenntnisse zu verbessern, was die Chancen auf eine Festanstellung im heimatlichen Schulwesen erhöhen konnte. Mit einer Erwerbstätigkeit im Ausland waren zumeist auch Hoffnungen auf einen höheren Verdienst verbunden. Ältere, berufserfahrene Lehrerinnen dagegen, die Inhaberinnen von Privatschulen oder Pensionaten waren, bereisten aus »Werbegründen« das Ausland und versuchten, Kontakte zu den Familien potentieller ausländischer Schülerinnen zu knüpfen. Aber auch berufsfremde Gründe wie Reiseund Abenteuerlust haben eine nicht unerhebliche Rolle gespielt, wenn Ängste vor möglicher Einsamkeit und einer ungewissen Zukunft in der »Fremde« überwunden werden konnten. In welcher Form waren die Lehrerinnen dabei »Kulturvermittlerinnen«? Gab es nach der Rückkehr auch einen »Transfer« der Erfahrungen und Erkenntnisse? Eine Kulturvermittlung fand schon alleine dadurch statt, dass die Lehrerinnen ausländischen Kindern die deutsche Sprache beibrachten. Auch wurden pädagogische Ideen aus Deutschland ins Ausland transferiert, so durch Eleonore Heerwart, die als Pionierin der Fröbelbewegung maßgeblichen Anteil an der Verbreitung der Kindergartenbewegung in England hatte. Zudem versuchten die Lehrerinnen in Privathaushalten Feiertage nach deutschen Gepflogenheiten zu gestalten, beispielsweise das Weihnachtsfest. Die Kulturvermittlung erfolgte aber auch in Richtung Heimatland: die Lehrerinnen berichteten in Fachzeitschriften über Fortbildungsmöglichkeiten für Mädchen und Frauen im Ausland und über innovative Ansätze im ausländischen Bildungswesen. Damit unterstützten sie die bürgerliche Frauenbewegung in ihren Forderungen nach Gleichstellung. Austausch ist heute vielfach institutionalisiert und stützt sich auf die Kooperation von Partnereinrichtungen. Welche Netzwerke bestanden vor 150 Jahren für Lehrerinnen, die es nach Frankreich oder England zog? Bis Mitte des 19. Jahrhunderts waren Lehrerinnen, die im Ausland eine Anstellung suchten, zumeist auf sich gestellt. In den 1870er Jahren entstand eine Reihe von Einrichtungen, die gezielt Hilfe bei der Organisation von Auslandsaufenthalten anboten. Größere Lehrerinnenseminare in Deutschland unterhielten Stellenvermittlungsbüros. Im Ausland wurden Lehrerinnenvereine ins Leben gerufen, die sich in der Regel dem Allgemeinen Deutschen Lehrerinnenverein als Zweigvereine anschlossen. Im Jahre 1876 wurde in London unter der Leitung von Helene Adelmann der Verein deutscher Lehrerinnen in England gegründet, 1890 eröffneten zwei Lehrerinnen das entsprechende Pendant in Paris. Weitere Ortsvereine existierten in Florenz und in New York. Diese Selbsthilfeeinrichtungen und Interessenvertretungen wurden geschaffen, um den ledigen jungen Frauen erste Anlaufstellen in der »Fremde« zu bieten, ihnen sichere Unterkünfte, gut bezahlte und standesgemäße Arbeitsstellen zu vermitteln und sie dadurch vor den Angeboten in unseriösen Zeitungsannoncen und vor zwielichtigen Vermittlungsagenturen zu schützen. Denn häufig wurden jungen Lehrerinnen, die Anstellungen in Privathaushalten fanden, fachfremde Tätigkeiten zugemutet, beispielsweise in der Kinderpflege oder als Dienstpersonal. Im Bericht einer Sprachlehrerin, die 1896/97 in Paris an einer Fortbildung teilgenommen hat, wird nicht nur die »Erweiterung« des eigenen »Gesichtskreises« hervorgehoben, sondern auch die positive Wirkung auf die kommunikative Kompetenz der Schülerinnen, die es neben Grammatik und Vokabeln einzuüben gelte. »Vorbildlich Französisch sprechen«, schreibt diese Lehrerin, »ist nur in Frankreich zu lernen, und französisches Wesen offenbart sich nur in Frankreich!« War eine solche Aussage repräsentativ? Das lässt sich mittels autobiografischer Quellen nicht beantworten. Wir haben allerdings zahlreiche Hinweise darauf gefunden, wie sich die Lehrerinnen im Ausland »fremde Kultur« aktiv aneigneten, zum Beispiel durch Sprach- und Literaturstudien, Schulhospitationen, durch ihre Teilhabe am kulturellen Leben und an geselliger Konversation, durch Reisebeobachtungen oder Alltagsstudien. Vor allem die Wei- > 18

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