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Austausch bildet Dezember 2016

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Das Magazin stellt Projekte vor, die durch europäischen Austausch einen wichtigen Beitrag zur Bildungsintegration leisten. Studienaufenthalte von Schülern als "Migrationsexperiment", Sport und Spiel als Integrationserleichterung oder die Förderung von Elternteilhabe stehen beispielhaft für das Engagement von Lehrerinnen und Lehrern, die sich für Vielfalt an Schulen einsetzen. Weitere Beiträge widmen sich der Aktion "Europa macht Schule", stellen engagierte Deutschlerner aus Afrika vor und berichten über Austauscherfahrungen in ihrer Bedeutung für den eigenen Berufs- und Lebensweg. Neuigkeiten zu aktuellen Förderprogrammen, mit denen der PAD internationalen Austausch unterstützt, runden das Heft ab. Als Beilage zum Heft gibt es den Jahresplaner 2017 des PAD – solange der Vorrat reicht.

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zurückgeblickt Fremdsprachenassistentenprogramm 37 Großstadttrubel austausch bildet und ländliches Idyll 11 Stationen waren es mit der Pariser Schnellbahn RER vom Einstieg in »Saint-Michel« nahe Notre-Dame bis zur Schule ins 40 Kilometer entfernte Brétigny-sur-Orge. Für Claudia Assunta Braidi, Fremdsprachenassistentin am dortigen Lycée »Jean-Pierre Timbaud«, kam die morgendliche Anfahrt in die ländliche Gegend einer »Reise in eine andere Welt« gleich. interview martin finkenberger, pad Interkulturelles Lernen ist oft die Folge eines Tritts in ein Fettnäpfchen während eines Auslandsaufenthalts. Welches Missverständnis ist Ihnen aus Ihrer Zeit als Fremdsprachenassistentin in Erinnerung? Franzosen gelten als redegewandt und drücken sich diplomatisch aus. Dieser Stil prallt manchmal auf die deutsche Direktheit. Das kann, wie ich es selbst einmal zu spüren bekommen habe, zu Missverständnissen führen. Eine Schulleiterin hatte mich zu einem Fest eingeladen. Allerdings lag der Termin ungünstig für mich, so dass ich unmittelbar abgesagt habe. Bei der Schulleiterin stieß diese Reaktion auf Unverständnis. Hinterher habe ich erfahren, dass es besser gewesen wäre, ich hätte zunächst zum Ausdruck gebracht, wie gerne ich an der Feier teilnehmen würde, um dann mit Hinweis auf andere Verpflichtungen abzusagen. Meine ehrliche und direkte Antwort war wohl etwas ungeschickt. Die morgendliche Anreise zu den Schulen, an denen Sie eingesetzt wurden, brachte Sie vom Großstadttrubel in eine ländliche Idylle. Wie kam das? Ich wurde an das Lycée Jean-Pierre Timbaud in Brétigniy-sur-Orge vermittelt – eine sehr ländliche Gegend im Süden der Île-de-France. Gewohnt habe ich allerdings mitten in Paris auf der Île Saint-Louis in einem internationalen Wohnheim für »étudiantes / jeunes travailleuses«. Wenn ich frühmorgens mit der Schnellbahn nach Brétigny-sur-Orge gefahren bin, war das eine Reise in eine andere Welt. Die Busstrecken zu den Grundschulen, an denen ich ebenfalls eingesetzt wurde, führten mich manchmal an grasenden Kühen vorbei. Gerade das hatte aber einen besonderen Reiz: Morgens ging es von der Großstadt in die Natur aufs Land. Und am Abend kam ich wieder zurück. Foto: Faenkova Elena/shutterstock.com Welche Aufgaben haben Sie an den Schulen übernommen? Am Lycée habe ich die Deutschlehrerin meistens im Teamteaching unterstützt. In einigen Klassen konnte ich mit kleineren Lerngruppen Konversationsübungen machen – unter anderem mit Liedern von Xavier Naidoo, der damals hoch im Kurs stand. Die Schülerinnen und Schüler zum Sprechen zu bringen war anfangs nicht immer leicht. Aus dem sonst üblichen Fremdsprachenunterricht waren sie das nicht gewohnt. Umso mehr Spaß hatten sie während einer Klassenfahrt nach München, auf die ich die Schülergruppe vorbereiten durfte und an der ich selbst teilgenommen habe. Hier konnten sie das Erlernte praktisch anwenden. Für mich war das eine Bestätigung, dass meine Bemühungen gefruchtet hatten. In den Grundschulen, die ich regelmäßig aufsuchte, ging es spielerischer zu. Da haben wir Laternen gebastelt oder Zahlenbingos durchgeführt. Gerade die Kleinen haben sich immer sehr gefreut, wenn ich in ihren Unterricht kam. Bei mir wurden schließlich keine Tests geschrieben. Meine Aufgabe war stattdessen, die Sprache spielerisch zu vermitteln – das machte natürlich mehr Spaß. Das kulturelle Angebot in Paris ist kaum überschaubar. Was ist Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Fasziniert hat mich ein Besuch der Comédie- Française, zu dem mich die Deutschlehrerin eingeladen hatte. Wir haben uns dort die Komödie »Der Geizige« von Molière angeschaut. Es war toll, die Atmosphäre zu genießen und diesen Klassiker zu sehen. Mit anderen Bewohnerinnen des Studentenwohnheims war ich oft im Kino. In Frankreich werden viele Filme nicht synchronisiert, was für das Fremdsprachenlernen gut ist. Einmal war ich sogar selbst kurz im Fernsehen zu sehen – als Teil des Publikums einer Talkshow. Meine Deutschlehrerin hat die Sendung aufgenommen und mir ein Video gegeben. Darauf war ich damals ganz stolz. Als pädagogische Mitarbeiterin im Fremdsprachenreferat des nordrhein-westfälischen Schulministeriums sind Sie heute aus der Perspektive der Schulverwaltung mit den Romanischen Sprachen befasst. Wie gelingt es, das Interesse an der Sprache unseres Nachbarn stärker zu fördern? Die Konkurrenz mit Italienisch oder Spanisch ist an vielen Schulen groß. Schülerinnen und Schüler haben oft die Qual der Wahl. Umso wichtiger sind Initiativen wie beispielsweise das »FranceMobil«, um das Interesse an französischer Sprache und Kultur zu wecken. Diese Autos sind mit authentischen Materialien bestückt und werden von jungen Franzosen gesteuert. Sie kommen an die Schulen und vermitteln ein aktuelles Bild ihrer Heimat. Bei den Schülerinnen und Schülern kommt das gut an, wie ich mich aus meiner Zeit als Lehrerin in Erkrath und Bochum erinnere. Ihr Einfluss auf die Wahl der Fremdsprache ist nicht zu unterschätzen. Was konnten Sie aus Ihrer Zeit als Fremdsprachenassistentin mitnehmen, von dem Sie heute noch profitieren? Gerade Franzosen legen viel Wert auf ihre Sprache. In Besprechungen oder Telefonaten mit Kooperationspartnern kommt es deshalb gut an, dass ich Französisch beherrsche. Die Einblicke in das Schulsystem und die Didaktik und Methodik des Unterrichts waren mir außerdem während meiner Tätigkeit bei der Bezirksregierung Düsseldorf eine Hilfe, als ich Schulen beraten habe, die deutsch-französische Projekte durchführen wollten. Und schließlich denke ich, dass ich französische Verhaltensweisen besser verstehen und einordnen kann. Dieses Fingerspitzengefühl hilft, Missverständnissen vorzubeugen, wie ich sie selbst erlebt habe. Zur Person Claudia Assunta Braidi, Jahrgang, 1978, studierte Französisch und Italienisch für das Lehramt der Sekundarstufen. Nach einigen Jahren als Lehrerin ist sie seit Januar 2016 Pädagogische Mitarbeiterin im Schulministerium des Landes Nordrhein-Westfalen. Dort ist sie unter anderem mit Fragen rund um die Romanischen Sprachen befasst. Im Schuljahr 2000/01 war sie Fremdsprachenassistentin in Brétigny-sur- Orge (Académie de Versailles). 36

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