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Austausch bildet Dezember 2017

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Ob COMENIUS, Erasmus+ Schulbildung oder eTwinning, die europäische Projektarbeit ist an vielen Schulen fest verankert. Zum 30. Erasmus-Jubiläum stellt das Magazin engagierte Schulen und beispielhafte Projekte vor. Weitere Beiträge lassen Menschen zu Wort kommen, die sich zum Beispiel als "kulturweit"-Freiwillige, als "Young voices" der Initiative "UK-German Connection" oder in verschiedenen anderen Austauschprogrammen engagiert haben.

Schwerpunkt »Von

Schwerpunkt »Von COMENIUS zu Erasmus+« 15 austausch bildet (»Meinung zum Kuchen«), Aufforderung (»Gib her«), der Beziehung des Senders zum Empfänger (»Dem Empfänger überlegen«) und der Selbstoffenbarung des Senders (»Verfressen«) behandelt. Das gesprochene Wort wird dabei abgestimmt mit Gesichtsausdruck, Körperhaltung, Bewegung von Händen und Füßen, Stimmlage und Lautstärke. Denn es gilt: Klare Kommunikation reduziert Missverständnisse und Konflikte. Mit Projekten wie diesem will die Schule internationale Berufsorientierung vermitteln. In der Steuergruppe arbeiten Schülerinnen und Schüler der 8. bis 10. Klassenstufe. Sie erfinden und erproben Spiel- und Ausdrucksformen mit Wort, Skizze, Symbol, Gesichtsausdruck, Bewegung oder Handzeichen. Ergänzend dazu werden Internetangebote analysiert und bei den Projekttreffen Materialien entwickelt. Im Spiel »Attitudes« beispielsweise imitieren sie Gesichtsausdrücke. Im Kartenspiel »Perceptions« kombinieren sie Porträtfoto, Emoticon und verbalen Ausdruck. Lebensvon anke laue-melcher und holger vogt, holstentor-gemeinschaftsschule lübeck S ich einem Arbeitgeber präsentieren, souverän und überzeugend auftreten und von den eigenen Kompetenzen überzeugen: Bewerbungsgespräche sind schon in der Muttersprache aufregend und werden von Schulabgängern oft unterschätzt. Ungleich anstrengender und anspruchsvoller sind solche Dialoge, wenn sie in einer Fremdsprache geführt werden müssen. Die Fähigkeit zu internationaler Kommunikation, die Missverständnisse vermeidet und stattdessen ein harmonisches Miteinander, zumindest aber geordnetes Nebeneinander, fördert, ist deshalb eines der zentralen Ziele der europäischen Projekte, die seit vielen Jahren an der Holstentor-Gemeinschaftsschule durchgeführt werden. Denn ein »Gut« im Englischunterricht garantiert nicht zwingend, in internationale Kommunikation auch »gut« verstanden zu werden. »Gesagt heißt nicht immer richtig gehört, gehört heißt nicht immer richtig verstanden …« stellte bereits der österreichische Verhaltensforscher Konrad Lorenz fest. Im Rahmen unserer Projekte entwickeln wir Kommunikationskompetenzen, die anschließend für Ausbildung, Studium und internationale Berufstätigkeit nützlich sein sollen. Die Frage »Ist dein Kuchen lecker?«, wird deshalb differenziert nach Inhalt erasmus+ schulbildung Europa erleben, Europa leben In vielen Städten versammeln sich Menschen regelmäßig unter dem Motto »Pulse of Europe«, um für ein Europa der Bürgerinnen und Bürger zu werben. Auch das Erasmus+ Projekt »Schlüsselkompetenzen zur Förderung internationaler Verständigung und Erwerbstätigkeit« der Holstentor-Gemeinschaftsschule Lübeck mit Partnern in Griechenland, Litauen und Polen will dazu einen Beitrag leisten. Folgende pädagogische Aspekte stehen in der Projektarbeit in sinnvoller Balance: selbstbewusstsein individualität verlässliche einzelarbeit denken planung anstrengung wichtige verbale Codes erproben sie am Kletterturm, nonverbale im Eventhaus. In die Geheimnisse der Körpersprache führte die Schülerinnen und Schüler der Pantomime und Improvisationskünstler Elie Levy ein. Kniggekurs und Schülerbotschafter bescheidenheit einordnung in eine gruppe mitwirkung im team kommunikation realisation entspannung Kooperationen mit außerschulischen Partnern verankern das Projekt im realen Leben. Ein Kniggekurs etwa, der in Kooperation mit der Michael- Haukohl-Stiftung organisiert wurde, fördert sicheres Auftreten in Situationen, die einen förmlichen Charakter haben, und reduziert Konfliktpotenzial im Alltag. Stegreifbewerbungstrainings in Englisch mit Videofeedback bieten Grundlagen für internationale Praktika. Den Kontakt zwischen den beteiligten Schulen gewährleistet der Austausch der Schülerbotschafterinnen und Schülerbotschaftern: Mit Vorträgen, Spielen, Sketchen und Tanz sorgen sie dafür, dass die Projektergebnisse breiter bekannt werden Bei der Projektdurchführung können sich die Schulen auf eine bewährte Arbeitsteilung verlassen. Die Holstentor-Gemeinschaftschule organisierte die internationale Auftaktveranstaltung, auf der Stierlin Doctor (Schulz von Thun Institut für Kommunikation) am > nachgefragt bei Anke Laue-Melcher und Holger Vogt Ihre Schülerinnen und Schüler sprechen im laufenden Projekt mit Zeichen und Händen. Ein solcher »Dialog im Stillen« ist auch Teil des Schulcurriculums. Worum genau geht es dabei? Laue-Melcher: Der »Dialog im Stillen« repräsentiert die Vision »Eine empathische Welt ohne Vorurteile« und gilt uns damit als Leitmotiv für die . EU Wofür bitte? Vogt: Für die EU. Unsere Schülerinnen und Schüler erlebten dort unter Anleitung Gehörloser das beeindruckende Kommunikationspotenzial von Zeichen- und Gebärdensprache. »Es ist unglaublich, wie viel man sagen kann, ohne ein Wort zu sagen«, war das Fazit eines Schülers. Europäische Projekte haben am HGS inzwischen eine lange Tradition. Wie macht sich das im Schulalltag bemerkbar? Laue-Melcher: Eine Schülerin brachte es einmal auf den Punkt: »Früher war die Grenze zu Polen mein östliches Ende der Welt. Heute habe ich dort Freunde.« Vogt: Uns Lehrkräften ermöglicht die europäische Projektarbeit einen Blick über den Tellerrand für regen Ideenaustausch. Welche Effekte und Wirkungen nehmen Sie an der Schule wahr, von denen Sie denken, dass es sie ohne EU-Projekte so nicht gegeben hätte? Laue-Melcher: 1999 wurde im Rahmen des damaligen COMENIUS-Projekts eine richtige Wohnung, die weiter besteht. Noch heute treffen sich hier täglich Kinder zum Frühstücken, Kochen, Spielen, Basteln, Arbeiten und Chillen. 14

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