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Austausch bildet Dezember 2017

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Ob COMENIUS, Erasmus+ Schulbildung oder eTwinning, die europäische Projektarbeit ist an vielen Schulen fest verankert. Zum 30. Erasmus-Jubiläum stellt das Magazin engagierte Schulen und beispielhafte Projekte vor. Weitere Beiträge lassen Menschen zu Wort kommen, die sich zum Beispiel als "kulturweit"-Freiwillige, als "Young voices" der Initiative "UK-German Connection" oder in verschiedenen anderen Austauschprogrammen engagiert haben.

Erfahrungen 27 Alaida,

Erfahrungen 27 Alaida, warum engagierst du dich im deutschbritischen Austausch? Ich habe eine bilinguale Schule besucht und hatte zeitweise ein Drittel des Unterrichts auf Englisch. So was prägt. Und in Deutschland ist die Sprache wie Butter auf der Stulle – nicht mehr wegzudenken. Ich wollte deshalb die Kultur, die dahinter steht, besser kennenlernen. Die bisherigen interkulturellen Begegnungen waren dabei wie ein Spiegel, der mir vorgehalten wird, durch den man Abstand zu sich selbst gewinnt und sein Denken ändert. internationales preisträgerprogramm »Großbritannien ist schön – aber nicht genug« Von einer Kleinstadt in Nordengland in ein bayerisches Dorf nahe Traunstein: Mit dem Internationalen Preisträgerprogramm lernte Jack Ford 2014 nicht nur Städte wie Berlin und Bonn kennen, sondern auch den Chiemgau. Mittlerweile studiert er Germanistik und Geschichte an der Universität Oxford – und ist für zwei Auslandssemester zurück nach Bonn gekommen. austausch bildet Welche Themen sind dir ein besonderes Anliegen? Obwohl unsere Länder weit auseinanderliegen, stehen die Menschen und auch die einzelnen Generationen vor denselben Herausforderungen. Ich nenne nur ein paar Beispiele: Digitalisierung und die Veränderungen in der Arbeitswelt, Migration und Globalisierung. Gemeinsam können wir uns vernetzen und aus einer bilateralen Perspektive über die Zukunft diskutieren. Was erhoffst du dir für die deutsch-britischen Jugendbeziehungen? Ich hoffe, dass auch nach einem »Brexit» starke Beziehungen beide Länder verbinden. Und mein Wunsch ist, dass mehr junge Menschen sich vernetzen und ihre Ideen austauschen – zum Beispiel darüber, wie sich neue Partizipationsmöglichkeiten für Jugendliche in der Politik entwickeln lassen. Über UK-German Connection UK-German Connection (UKGC) ist eine bilaterale Regierungsinitiative für Schulen und Jugendgruppen. Sie wurde im Jahr 2005 gegründet und wird von den Regierungen Deutschlands und des Vereinigten Königreiches, dem British Council und dem PAD gefördert. Ziel ist es, junge Menschen aus beiden Ländern zusammenzubringen. UK-German Connection fungiert dabei als zentrale Koordinierungsstelle für Information und Beratung und bietet Fördermittel, Programme und Netzwerke für deutsch-britische Begegnungen an. In ihrer Erklärung im Juli 2017 kündigten die Außenminister der beiden Staaten an, die Mittel, die UKGC zur Verfügung stehen, verdoppeln zu wollen. Zur Person Alaida Hobbing, Jahrgang 1997, studiert in Berlin Kultur und Technik. Sie engagiert sich nebenbei im Vorstand der Jungen Presse Hamburg und setzt sich für Medienbildung und Nachwuchsjournalismus ein. Weitere Informationen: www.ukgermanconnection.org www.auswaertiges-amt.de/DE/ Infoservice/Presse/Meldungen/ 2017/170719-deutsch-britischer _Jugendaustausch.html interview maria birkmeir, pad Jack, wenn du an das Programm zurückdenkst, woran erinnerst du dich besonders gut? Ein besonderes Highlight war für mich die Führung bei der Deutschen Welle in Bonn. Der Sender hat so tolle Angebote für Deutschlerner auf der ganzen Welt und auch Sendungen in anderen Sprachen. Dadurch wird die deutsche Kultur offen für alle. Und dann gab es dort so viele begeisterte Mitarbeiter, die glauben, sie können die Welt verändern! Das war wirklich ein Erlebnis. Hattest du nach den vier Wochen weiterhin Kontakt zu anderen Preisträgern? Fünf Leute aus meiner Gruppe konnte ich danach noch mal treffen. Ein Chinese hat mich sogar besucht und war an Weihnachten bei meiner Familie. Dass ich jetzt so viele Kontakte in der ganzen Welt habe, verdanke ich sicher auch diesem Programm. Wie hat sich deine Perspektive geändert? Ich hatte vorher keine rechte Vorstellung davon, was ich in Zukunft machen will. Für ein Studium zum Beispiel dachte ich auch über Naturwissenschaften nach. Durch den Aufenthalt in Deutschland hat allerdings mein Interesse an Fremdsprachen zugenommen. Ich habe mich deshalb bewusst für Geschichte und Deutsch in Oxford beworben. Einen Teil des Auswahlgesprächs musste ich dort auch auf Deutsch führen. Dafür hat mir das Internationale Preisträgerprogramm geholfen. Anschließend hatte ich noch mal Glück: An der Universität Oxford gab es zusätzlich das Angebot, Jiddisch zu lernen. Das ist eine so schöne Sprache – und sie hat auch viel mit der Geschichte der deutschen Sprache zu tun. Wie hast du den »Brexit« letztes Jahr erlebt? Das war schwer, denn alle meine Ideen und Pläne basieren auf Europa mit seiner Freizügigkeit und dem Zusammenhalt. Ganz ehrlich: Ich finde Großbritannien sehr schön, aber es ist für mich nicht genug. Ich dachte immer, Europa steht mir offen. Und dann musste ich lernen, dass es viele Menschen gibt, die eine ganz andere Meinung haben. Ich habe mich aktiv am Wahlkampf beteiligt, habe stundenlang auf der Straße mit Leuten diskutiert, telefoniert, an Türen geklopft. Und am Ende war alles vergeblich. Ich habe wirklich nicht gewusst, wie ich damit umgehen soll. Es war schrecklich. Wie geht es für dich persönlich weiter? Ich möchte gerne einen Master in Berlin machen. Es gibt dort einen Studiengang für Europäische Geschichte, der mich interessiert. Hier an der Universität Bonn habe ich mich im ersten Semester viel mit Polnisch beschäftigt – das wurde meine neue Leidenschaft. Ich fühle mich deshalb fast ein bisschen schlecht, dass ich das Deutschlernen darüber etwas vernachlässigt habe. 26

Publikationen

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