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Austausch bildet Dezember 2017

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Ob COMENIUS, Erasmus+ Schulbildung oder eTwinning, die europäische Projektarbeit ist an vielen Schulen fest verankert. Zum 30. Erasmus-Jubiläum stellt das Magazin engagierte Schulen und beispielhafte Projekte vor. Weitere Beiträge lassen Menschen zu Wort kommen, die sich zum Beispiel als "kulturweit"-Freiwillige, als "Young voices" der Initiative "UK-German Connection" oder in verschiedenen anderen Austauschprogrammen engagiert haben.

austausch

austausch bildet Erste pädagogische Erfahrung haben Sie als Fremdsprachenassistent in Großbritannien gemacht – obwohl Sie gar nicht Anglistik studierten. Wie kam es dazu? Meine Studienfächer waren Deutsch, Biologie, Pädagogik und Journalistik. Eine Bewerbung für Großbritannien war deshalb etwas gewagt, weil für diese Positionen eher Anglisten ausgewählt werden. Ich traute es mir aber zu, hatte ausgezeichnete Referenzen meiner Professoren in Linguistik und Pädagointerview martin finkenberger, pad Herr Koops, Ihre Schule liegt in einer Region, die als Motor des digitalen Wandels weltweit gilt. Wie erleben Sie diese Entwicklung an Ihrer Schule? An der GISSV gibt es keine Kreidetafel mehr. Stattdessen setzen wir in jedem Raum interaktive Whiteboards, Digicams und iPads oder Computer ein. Viel mehr beeindruckt mich aber, dass man hier im eigentlichen Sinne »vernünftig« und unaufgeregt mit den neuen medialen Möglichkeiten zum Nutzen aller umgeht – ohne Vorurteile, aber auch ohne übertriebene Euphorie. Die Geräte gehören einfach dazu, so wie Stühle, Tische, Heft und Bleistift. Sie werden selbstverständlich als Werkzeug im Unterricht genutzt, und zwar dort, wo es sinnvoll und effizient für das Lernen ist. Das bedeutet auch, dass sie zuweilen nicht herausgeholt werden. Welche Erfahrungen haben Sie selbst gemacht – als Lehrer und Schulleiter? Mit meinen jetzigen Sechstklässlern konnte ich zum Beispiel mithilfe von iPads im Fach Deutsch innerhalb kurzer Zeit mehrere Hörstücke und Kurzfilme realisieren – das war sowohl für sie als auch für mich äußerst motivierend. Ich war fasziniert, welch kreatives Potenzial in meinen Schülerinnen und Schülern schlummerte und über welche Kompetenzen sie bereits verfügten. Bei der Analyse von Schülerleistungen, bei der gezielten Förderung und bei der Korrektur bieten sich ebenfalls zeitsparende Enger Draht zu den Schülerinnen und Schülern – hier bei der Verleihung der Abiturzeugnisse. digitale Tools an. »Computers are like a bicycle for our minds«, sagte Steve Jobs einmal. Ich denke, das trifft den Kern. Dennoch werden von Lehrkräften, Bildungsforschern und auch Eltern vielfach Bedenken geäußert. Lassen sich diese einfach beiseiteschieben? Natürlich nicht. Umso wichtiger ist es, Schulen im Prozess des digitalen Wandels zu unterstützen. Lehrkräfte in Deutschland bräuchten deshalb verlässliche technische Rahmenbedingungen, eine motivierende Einführung, kontinuierliche Begleitung, Hilfe bei der sinnvollen Nutzung – und ausreichend Zeit, um sich einzuarbeiten und sich fortlaufend weiter zu qualifizieren. Kurzum: Schulen sollten die digitalen Möglichkeiten intensiv ausloten und nutzen können, um so zu erfahren, dass hier ein pädagogischer Schatz zu heben ist: produktiv und kreativ zu lernen. Illustrationen: Paula Radon gik und sicherlich auch ein wenig Glück. Als ich ein Angebot für eine Gesamtschule in London bekam, nahm ich sofort an. In gewisser Hinsicht war es ein Traum: Mein Elternhaus hätte den Aufenthalt nie finanzieren können, und ich war von Anfang an in den Arbeitsalltag einer Schule eingebunden und hatte somit sofort Kontakt zu Lehrkräften. Was haben Sie in London gelernt, von dem Sie heute noch profitieren? Erfahrungen muss man selbst machen – niemand gewinnt Erfahrungen dadurch, dass einem andere erklären, wie die Welt funktioniert. Der Umstand, plötzlich Teil einer ähnlichen und zugleich anderen Welt zu sein, war für mich horizonterweiternd. Die »deutsche Eiche« war dort die »englische Eiche«. In England produzierte Nahrungsmittel galten als besser und weniger gefährlich als Importe vom Kontinent. Ich traf also auf dieselben Sichtweisen, nur spiegelverkehrt. Solche banalen Umstände haben bei mir den Blick versachlicht, und manches Mal muss ich jetzt bei ähnlichen Aussagen schmunzeln. Ich schaue auf »nationale Vorurteile« mit nüchterner, eher wissenschaftlicher Distanz: Warum reagieren Menschen auf eine bestimmte Art und Weise und wie kommen sie zu ihren Urteilen? Hinter all dem stehen bestimmte Muster, die man erklären kann. Nur: In ihrer Unmittelbarkeit waren sie damals für mich sehr eindrucksvoll. Bei all dem war ich sehr glücklich und dankbar, so offen und herzlich an der Schule aufgenommen zu werden. Dieses eine Schuljahr habe ich als ein sehr großes Geschenk erlebt. Welche Unterschiede im Schulalltag sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben? Ich erinnere mich vor allem an zwei Punkte: Zum einen wurden Lehrkräfte von organisatorischen Aufgaben entlastet. Die Materialien für Experimente in Biologie beispielsweise schob ein Assistent einfach in den Unterrichtsraum und holte sie anschließend wieder ab. Das halte ich für ein sehr effizientes System, das Lehrkräfte in den Naturwissenschaften entlastet und zugleich den Anteil des Experimentierens enorm erhöht. Zum anderen besaßen viele Lehrkräfte eine beeindruckende Lockerheit in Kombination mit hoher Professionalität – was sicherlich eine Voraussetzung für ein gesundes Schulklima ist. Beides habe ich später immer wieder in mein Verhalten und meine Entscheidungen als Lehrer und als Leitungskraft einfließen lassen. Fremdsprachenassistentenprogramm »Mich beeindruckt, dass man hier unaufgeregt mit den neuen medialen Möglichkeiten zum Nutzen aller umgeht.« Aus Ihrer professionellen Sicht später als Schulinspektor und heute als Schulleiter: Was sollten Fremdsprachenassistenten und Schulen beachten, damit beide Seiten von dem Einsatz profitieren? Patentrezepte gibt es natürlich nicht. Ich denke aber, dass es schon mit der Auswahl der Fremdsprachenassistenten anfängt. Diese sollten selbstständig sein, offen, tolerant und neugierig. Wer so an eine Schule kommt, wird dort Menschen finden, die helfen und sich ihrerseits interessieren. Wer sich verschließt und erwartet, dass andere ihm alles abnehmen, wird es schwerer haben. Ich selbst habe zudem viel Zeit außerhalb meiner Unterrichtsstunden vor Ort in der Schule verbracht und mit den Menschen dort geredet. Wichtig ist aber sicherlich, dass an der Schule Menschen sind, die gern mit Fremdsprachenassistenten arbeiten möchten, etwas von ihnen erfahren wollen und Lust auf die gemeinsame Arbeit haben. Ich hatte zum Beispiel die Gelegenheit, neben meinen unmittelbaren Verpflichtungen auch an anderen Stellen zu helfen, etwa indem ich im Biologieunterricht assistierte durfte. Ich bin überzeugt, dass zum Gelingen beide Seiten etwas beitragen müssen – als Schulleiter habe ich auch Fremdsprachenassistenten erlebt, die schlichtweg zu unselbstständig waren. Andere hingegen haben all das genutzt, was wir ihnen ermöglicht haben. Das war dann für beide Seiten eine großartige Zeit. Zur Person Michael Koops, Jahrgang 1965, arbeitete nach seinem Lehramtsstudium viele Jahre als Schulinspektor und Schulleiter in Hamburg. Seit Juli 2016 leitet er die German International School of Silicon Valley. Im Schuljahr 1991/92 war er Fremdsprachenassistent an der Northwood School und der Haydon School in London. Weitere Informationen www.gissv.org 41 40

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