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Austausch bildet – Dezember 2018

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Schule und Unterricht sollen junge Menschen dazu befähigen, eine demokratische Gesellschaft mitzugestalten. "Demokratische Bildung fördern" - das ist im Rahmen von internationalen Austauschprojekten im Schulbereich möglich. Die Dezember-Ausgabe stellt gelungene Beispiele aus dem Bereich Erasmus+, eTwinning, PASCH und dem Weiterbildungsprogramm vor. Ein zweiter Schwerpunkt sind Zahlen und Hintergründe zum deutsch-französischen Austausch. Erfahrungen aus Deutschland Plus, dem Programm für Fremdsprachenassistenz und die Geschichte einer langjährigen GAPP-Schulpartnerschaft zwischen Saarland und Iowa runden das Heft ab.

Schwerpunkt

Schwerpunkt »Demokratische Bildung« 9 erasmus+ schulbildung Im Spiegel der Kulturen 8 austausch bildet von janna degener-storr W enn die Rede von Geflüchteten war, äußerten sich einige Schüler und Schülerinnen ängstlich. Und wenn es um die Vertreter der Weltreligionen ging, sprachen manche von »Christen«, »Juden« und »Islamisten«. Gleichzeitig suchte die Astrid-Lindgren-Grundschule in Schkopau (Sachsen-Anhalt) Ideen für eine bessere Einbindung von Kindern mit Handicap. So entstand 2017 die Idee für ein Schulprojekt zu den Themen »Aktive Staatsbürgerschaft« und »Inklusion«. »Wir möchten unseren Schülerinnen und Schülern die Augen dafür öffnen, dass alle Menschen voneinander lernen können, weil sie sich ähneln und doch unterschiedlich sind«, beschreibt die Lehrerin Michaela Graf die Motivation des Kollegiums. Da sie Wer bin ich? Was habe ich mit meinen Mitschülerinnen und Mitschülern in Europa gemein? Und was kann ich von ihnen lernen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich die Kinder der Astrid-Lindgren-Grundschule in Schkopau (Sachsen-Anhalt) gemeinsam mit ihren Partnern aus Finnland, Griechenland und Zypern. selbst neugierig darauf ist, wie andere Länder mit ähnlichen Herausforderungen umgehen, knüpfte sie auf einer internationalen Konferenz Kontakte zu Kolleginnen und Kollegen aus Finnland, Griechenland und Zypern, mit denen sie die Idee weiterentwickelte. Für die Umsetzung bildete sich an der Schule ein fünfköpfiges Organisationsteam. Brieffreundschaften und virtuelle Begegnungen Seit September 2017 stehen die vier Partnerschulen jetzt im Austausch: Die Kinder entwickelten in ihren Klassen Projektlogos und wählten in einer Abstimmung den besten Entwurf aus. Ihre Englisch kenntnisse nutzten sie, um Brieffreundschaften zu knüpfen. Und an Projekttagen machten sie sich Gedanken darüber, was ihnen Familie bedeutet, wie Weihnachten in europäischen Ländern gefeiert wird und was sie mit Europa verbinden. Die Er gebnisse präsentierten sie während der monatlichen Skype-Konferenzen den Schülerinnen und Schülern in den Partnerländern. »Die Kinder erfahren dabei, dass sie für den Austausch mit Menschen aus anderen Ländern englische Vokabeln benötigen. Sie erkennen, dass die Schülerinnen und Schüler, die anderswo leben, ähnliche Hobbys pflegen wie sie selbst. Und schließlich üben sie, Informationen zu suchen, aufzubereiten und zu präsentieren«, erläutert Oliver Motzek-Wagner, der das Projekt mit Michaela Graf koordiniert. In der Schule ist die Projektarbeit fest verankert. Um alle Kinder, Eltern und Lehrkräfte zu erreichen, stellten beide das Projekt zunächst auf einer Schüler- und Elternversammlung vor. Später wurde in der Schülerzeitung und in regionalen Medien darüber berichtet. Sogar ein Fernsehteam kam vorbei. In Gesprächen mit griechischen Bürgern, die im Nachbar ort Merseburg berufstätig sind, erfuhren die Kinder zudem, was es in Griechenland in der Weihnachtszeit mit dem Heiligen Vasilius auf sich hat und weshalb eine Münze ins Brot ge backen wird. Auch Mütter und Väter bringen sich ein: »Nachdem wir das Projekt vorgestellt hatten, bildete sich spontan eine interessierte Elterngruppe, die bei Bedarf Fachleute zu bestimmten Themen kontaktiert und um Unterstützung wirbt«, freut sich Michaela Graf. Viele Eltern und Freunde der Familien nahmen sich an Projekt tagen zudem Zeit, um den Kindern ihre Familien traditionen an Sprach-, Spiel- und Handarbeitsstationen zu vermitteln. Motivierte Schülerinnen und Schüler Einen intensiven Austausch gibt es auch unter den Lehrkräften. Dazu dienen Onlinesitzungen und vor allem die Projekttreffen. Im Oktober 2017 reisten Lehrkräfte aus Schkopau nach Griechenland, um sich mit ihren Kolleginnen und Kollegen an einen Tisch zu setzen und in Arbeitsgruppen gemeinsame Übungen auszuwählen. Bei einem Besuch in Finnland im März 2018 waren auch vier Schüler dabei, die sich für die Teilnahme vorab mit einem Lebenslauf und einem Motivationsschreiben bewerben mussten. »Die Kinder sollten erklären, warum sie für die Reise geeignet sind. Darüber hinaus waren soziale Kompetenzen und Fremdsprachenkenntnisse ein wichtiges Auswahlkriterium. Und im Sinne des Inklusions-Gedankens wurde darauf geachtet, dass Jungen und Mädchen sowie Kinder mit Handicap mitreisen durften«, erklärt Oliver Motzek-Wagner. Vor der Reise wurden die Schüler und Schülerinnen durch die Förderschullehrerin und die Sozialarbeiterin darauf vorbereitet, dass sie in Finnland in Gast familien leben, am Unterricht teilnehmen sowie Präsentationen halten sollten. >

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