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Austausch bildet – Dezember 2019

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. Schwerpunkt der Dezember-Ausgabe ist das EU-Bildungsprogramm Erasmus+. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen.

Schwerpunkt »Lernen wie

Schwerpunkt »Lernen wie Erasmus« 13 12 austausch bildet Sie kamen dabei nicht nur zu differenzierten Urteilen über den Sinn und Unsinn digitaler Lernprogramme, sondern verbesserten in effektiver Weise auch ihre Englischkenntnisse. Paul aus der 9. Klasse beschäftigte sich zudem mit Sicherheitsfragen im Internet. »Wer braucht schon eine Taschenlampen-App, die nur Daten ausspionieren will«, meint der 16-Jährige. »Aber Englisch-Vokabeln mit Quizlet pauken macht mehr Spaß als nur der altmodische Karteikasten«, setzt er hinzu. Seit drei Jahren nutzt die Mittelschule Stadtbergen »Kahoot« in verschiedenen Fächern, zum Beispiel in Erdkunde. »Das Lernprogramm hat den Motivationsschub schlechthin gegeben«, sagt Bernhard Pietzowski. Vokabeln lernen mit »Quizlet« ist aus dem Englischunterricht heute nicht mehr wegzudenken. Gleichzeitig haben die Lehrkräfte der fünf europäischen Partnerschulen 50 Unterrichtsentwürfe entwickelt, um medienkritische Lerneinheiten und taugliche Apps in den Unterrichtsalltag zu verankern. Diese »Teachingplans« lassen sich zwar aufgrund Programm Erasmus+ Schulbildung Projekttitel Mobile applications for effective learning Koordinierende Schule Parkschule Stadtbergen (Bayern) Partner An dem Projekt waren Partnerschulen in Italien, Spanien, Portugal und Polen beteiligt. der unterschiedlichen Bildungssysteme nicht eins zu eins übertragen. »Sie enthalten aber viele gute Ideen, die wir in abgewandelter Form bei uns einsetzen«, so Bernhard Pietzowski. Mehr Zufriedenheit mit dem Beruf Ein Herzstück waren jedoch die Projekttreffen, die Einblicke in die unterschiedlichen Lebensverhältnisse ermöglicht haben. »Solche Begegnungen machen 80 Prozent eines Erasmus+ Projekts aus«, meint Bernhard Pietzowski. Für ihn und seine Kolleginnen und Kollegen schloss dies auch Hospitationen im Unterricht an den Partnerschulen ein. »Das war hochinteressant und führte oft zu Aha-Erlebnissen«, fährt sein Kollege Carlheinz Franke fort. So hätten die deutschen Lehrkräfte beobachten können, dass die Schulsysteme anderer Länder stärker reglementiert sind, als sie es selbst kennen. »Das Bild über unser Bildungssystem hat sich damit verbessert, für uns deutsche Lehrer hat das zu einer größeren Zufriedenheit mit unserem Beruf geführt«, erläutert Carlheinz Franke. So ziehen beide Lehrer denn auch das Fazit: Mobile Geräte und Apps lassen sich nutzbringend im Unterricht einsetzen, wenn sie analoge Unterrichtssequenzen und reale Kontakte ergänzen. »Entscheidend ist ein sinnvolles Miteinander von analog und digital«, sagen sie. Der 15-jährige Alex aus der 9. Klasse kann sich dem nur anschließen. Sein Smartphone betrachtet er heute unter anderem als nützliches Instrument, wenn es um das Abfotografieren von Tafelanschriften, Recherchen zu Arbeitsaufträgen aus dem Unterricht oder das Erstellen von Mindmaps geht. — Der Autor ist Bildungsfachjournalist in Bonn. Laufzeit September 2016 bis Juli 2019 EU-Zuschuss 37.480 € für die Schule in Deutschland Weitere Informationen www.parkschule-stadtbergen.de/erasmus erasmus+ mobilitätsprojekte Vier Pluspunkte für Sachsens Schulen Kleinere Schulen fühlen sich den administrativen Anforderungen für Erasmus+ Mobilitätsprojekte oft nicht gewachsen. Mit einem Konsortialprojekt beschreitet der Freistaat Sachsen einen Weg, allen Schulen europäische Erfahrungen zu ermöglichen. von martin finkenberger, pad S ächsische Lehrkräfte, die sich in diesem Schuljahr mit einem Erasmus+ Stipendium aus Mitteln der Leitaktion 1 im europäischen Ausland fortbilden, können anschließend in ungewöhnlicher Form eine Wertung abgeben: Ein »Stimmungsbarometer« erlaubt es ihnen, den Zugewinn an fachlichen Kompetenzen auch online auszudrücken und damit Auskunft über Erfolg und Qualität der Fortbildung zu geben. Das »Stimmungsbarometer« findet sich auf der Website des Erasmus+ Projekts »Plus 4 Das große Plus für Sachsens Schulsystem«, das seit September 2019 vom Sächsischen Landesamt für Schule und Bildung (LaSuB) koordiniert wird. Im Gegensatz zu vielen anderen Mobilitätsprojekten der Leitaktion 1 weist es allerdings eine Besonderheit auf. »Plus 4« ist ein sogenanntes Konsortialprojekt, in dem eine Einrichtung der Schulaufsicht, in diesem Fall das LaSuB, als Träger des Konsortiums fungiert und koordinierende Aufgaben übernimmt. Von den Fortbildungen selbst aber profitieren vor allem die Lehrkräfte und somit die am Projekt beteiligten Schulen. Mehr als 200 individuelle Maßnahmen wird »Plus 4« auf diese Weise in den kommenden zwei Jahren ermöglichen. Das Budget, das dafür in Sachsen zur Verfügung steht, liegt bei rund 540.000 Euro. Auslöser für die beispielhafte Initiative des LaSuB war eine bildungspolitische Entscheidung des Landes vor zwei Jahren. Demnach sollte die Beteiligung sächsischer Schulen am Erasmus+ Programm deutlich erhöht werden, um deren Internationalisierung zu fördern. Vom europäischen Austausch im schulischen Kontext erhofft sich Sachsen, Konzepte kennenzulernen, um auf den gesellschaftlichen Wandel etwa durch Zuwanderung und Migration oder das Leitbild vom inklusiven Unterricht zu reagieren. Hinzukommt, dass zum Schuljahr 2019/20 die Lehrpläne der allgemeinbildenden Schulen überarbeitet wurden. Themen wie »Bildung für nachhaltige Entwicklung« und »Medienerziehung« sind künftig in den Unterrichtsfächern integriert. »Unser Ziel ist es, dass Schulen sich stärker international öffnen, die didaktisch-methodischen Konzepte, wie sie im europäischen Ausland praktiziert werden, kennenlernen und im Unterricht anwenden können«, erläutert Kerstin Kühner, die am LaSuB in Dresden als Referatsleiterin »Schulartübergreifende Angelegenheiten« federführend für dieses Projekt zuständig ist. Angebot für Schulen im ländlichen Raum Den ambitionierten Zielen stand allerdings zunächst die Erkenntnis entgegen, dass viele Schulen sich den administrativen Anforderungen von Erasmus+ nicht gewachsen fühlen. »Eine Erhebung hatte ergeben, dass insbesondere kleinere Kollegien und Schulen im ländlichen Raum nicht über die >

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