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Austausch bildet – Dezember 2019

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. Schwerpunkt der Dezember-Ausgabe ist das EU-Bildungsprogramm Erasmus+. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen.

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Erfahrungen german american partnership program Gab es schon vor dem Besuch Kontakt zwischen deutschen und amerikanischen Schülerinnen und Schülern? 27 Social Media im Schüleraustausch Für Tina Röhnert war es im April 2019 der dritte Besuch im Mittleren Westen. Gemeinsam mit ihrem Kollegen Manuel Feger und elf Jugendlichen flog sie in die USA. Die deutschen Schülerinnen und Schüler hatten diesmal eine besondere Aufgabe: Sie sollten ihre Erlebnisse via Social Media dokumentieren. Wir haben die Englischlehrerin gefragt, wie sie die Jugendlichen und deren Eltern darauf vorbereitet hat. nachgefragt bei Tina Röhnert interview maria birkmeir, pad Frau Röhnert, wie kam es zu der diesjährigen Projektidee unter dem Motto »Cultural experiences through and documented with the help of Social Media«? Ein wichtiger Impuls kam von den Schülerinnen und Schülern der Booker T. Washington High School. Wir hatten dort im Vorjahr ein Projekt zu Diversität durchgeführt, da es an der Schule verschiedene ethnische Gruppen gibt. Uns wurde zurückgespiegelt, dass unsere Gastgeber es merkwürdig fanden, dass ausgerechnet wir als Außenstehende mit so kontroversen Fragestellungen an die Schule kämen Wie haben Sie die Jugendlichen auf den Austausch vorbereitet? und damit Unterschiede gewissermaßen hervorheben würden. So kamen wir darauf, diesmal mehr die Methode der Wahrnehmung des »Fremden« und »Eigenen« in den Mittelpunkt zu stellen als ein bestimmtes Thema. Dadurch, dass die Schülerinnen und Schüler ihre Eindrücke medial festhalten mussten, sollten sie gleichzeitig dafür sensibilisiert werden, wie Medien die Wahrnehmung beeinflussen. Wir wollten schon vor dem eigentlichen Treffen in Tulsa den Jugendlichen die Möglichkeit bieten, sich gegenseitig via Social Media kennenzulernen und Freundschaften zu etablieren. Da wir vor dem Aufenthalt in Tulsa zunächst eine Woche New Mexico besuchten, war es unsere Intention, dass unsere Gastgeber die Eindrücke unserer Gruppe während dieser Rundreise bereits mitverfolgen Wie verlief das Projekt während der drei Wochen in New Mexico und Oklahoma? Was hat das Austauschprojekt Ihren Schülerinnen und Schülern gebracht? können, sodass die Jugendlichen dann im Anschluss auch gleich direkt Gesprächsstoff haben. Das hat aber nicht immer so geklappt, wie wir es uns erhofft hatten. Ein Grund war, dass unser großartiger US-amerikanischer Kollege Jeffrey Mosburg den Austausch gewissermaßen als Hobby in seiner Freizeit organisieren muss und Gastfamilien oft sehr spontan ausgewählt werden. Für uns Lehrkräfte und die Gruppe war es eine intensive Erfahrung. Tatsächlich mussten die Jugendlichen viel untereinander diskutieren und fanden das auch ziemlich anstrengend. Vor der Veröffentlichung von Fotos fragten sie sich beispielsweise gegenseitig: »Ist es okay für dich, wenn ich dieses Bild von dir poste?« In New Mexico sind wir mit gemieteten Vans an den Grenzzaun gefahren. Das war eine sehr bewegende Erfahrung, die auch ein gewisses Unwohlsein hervorgerufen hat. Wir als Europäer mit deutschem Pass haben keine Probleme, Grenzen zu passieren. Andere Menschen haben dieses Privileg nicht. Für unsere Schülerinnen und Schüler wurde so das Bild vom »Land der unbegrenzten Möglichkeiten« ganz direkt infrage gestellt. Gleichzeitig mussten sie sich aber Gedanken machen, ob und wie sie darüber berichten wollten denn sie würden ja später auf ihre Gastfamilien treffen, die eventuell das Thema aus einer anderen Perspektive sehen. Ein Highlight ist für mich auch immer der Besuch bei einer Amish Community, zu der wir dank Brigitta Werk-Lang, der Initiatorin der Partnerschaft, ein sehr gutes Verhältnis haben. Anfangs waren unsere Jugendlichen ziemlich schockiert, wie Menschen so ganz ohne Smartphone und Internet auskommen können. Aber am Ende waren sie auch fasziniert von dieser Art zu leben. Die sprachlichen Fortschritte waren bei allen Schülerinnen und Schülern deutlich spürbar. Auch die Stilleren melden sich jetzt im Unterricht öfter zu Wort. Mein Eindruck war außerdem, dass unsere Jugendlichen stärker für den Umgang mit sozialen Medien sensibilisiert und durch die Verschriftlichung ihrer Eindrücke insgesamt reflektierter geworden sind. austausch bildet Zur Vorbereitung gibt es ein Schuljahr lang eine AG, bei der wir neben Landeskunde und interkulturellen Aspekten diesmal auch über Onlinemedien gesprochen haben, also beispielsweise: Wie erstelle ich einen Blog? Was unterscheidet Instagram von Twitter? Wir haben die Eltern von Anfang an mit einbezogen und informiert. Meinem Kollegen und mir war im Vorfeld klar, dass wir nicht alles kontrollieren können, was die Jugendlichen in den USA schreiben und posten. Abgesehen davon dürfen wir die Smartphones unserer Schülerinnen und Schüler auch gar nicht überprüfen. Deshalb haben die Jugendlichen zuvor mit ihren Eltern einen Vertrauensvertrag abgeschlossen und darin individuelle Regeln aufgestellt. Beispielsweise haben sie festgelegt, nur Inhalte zu veröffentlichen, die anderen Personen nicht schaden. Wie das in der Praxis funktioniert hat? Mehr darüber erfahren Sie auf der nächsten Seite. Beteiligte Schulen Max-Planck-Gymnasium Böblingen (Baden-Württemberg) Booker T. Washington High School Tulsa, Oklahoma; West Ottawa High School, Michigan Förderung Flugkostenzuschüsse und Projektförderung aus Mitteln des Auswärtigen Amtes 26

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