Aufrufe
vor 7 Monaten

Austausch bildet – Dezember 2019

  • Text
  • Lehrerfortbildung
  • Schueleraustausch
  • Erasmusplus
  • Europa
  • International
  • Erfahrungen
  • Unterricht
  • Austausch
  • Schulen
Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. Schwerpunkt der Dezember-Ausgabe ist das EU-Bildungsprogramm Erasmus+. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen.

Erfahrungen 37 austausch

Erfahrungen 37 austausch bildet 36 Jugendlichen vor einer Gruppe von Kindergartenkindern vorführten. An verschiedenen Stationen konnten die Kleinen zum Beispiel beobachten und verstehen lernen, wie Seifenblasen entstehen, warum ein Blatt auf der Wasseroberfläche schwimmt, wie Tee und Zucker sich in warmem Wasser auflösen und wie man Knetbälle bauen kann, indem man mit Wasser gemischte Mehlstärke in Luftballons füllt. Die Jugendlichen leben in den Familien ihrer Austauschpartner, nehmen am Schulunterricht teil und unternehmen gemeinsame Ausflüge. Immer wieder sind die Deutschen überrascht von der Herzlichkeit der Menschen in Mexiko. »Als wir im letzten Jahr mit vielen Stunden Verspätung mitten in der Nacht am Flughafen ankamen, wo die Mexikaner schon ewig auf uns gewartet haben mussten, wurden unsere Schülerinnen und Schüler unter Jubel umringt und umarmt, mit Blumen, Süßigkeiten und Luftballons behängt. Die Art der Zuwendung, die sie in ihren Gastfamilien erleben, ist etwas, das viele so noch nie erlebt hatten. Unsere Schülerinnen und Schüler schweben in dieser besonderen Situation des Austauschs wie auf ›Wolke sieben‹«, sagt Eva Findenegg. Die Jugendlichen bestätigen das: »Meine Gastmutter hat mich ständig umarmt, überall gab es Küsschen. Auch der Kontakt zwischen Schülerinnen und Schülern und ihren Lehrkräften ist in Mexiko viel freundschaftlicher. Das wäre bei uns in Deutschland so nicht denkbar, war aber eine tolle Erfahrung«, sagt etwa die Zwölftklässlerin Evelyn, die am letzten Austausch teilnahm. Ihre Mitschülerin Lea erzählt: »Der Gastvater von einer Freundin sagte mir bei einem Besuch: ›Wenn du wiederkommen möchtest, steht dir unsere Tür immer offen‹.« Programm Schulen: Partner der Zukunft (PASCH) Partnerschulen St.-Viti-Gymnasium Zeven (Niedersachsen) Colegio Alemán Alexander von Humboldt, Mexiko-Stadt Themen bisheriger Begegnungen »Wasser ein prägendes Element der eigenen Kulturlandschaft«, »Migration heute und vor 100 Jahren« (Filmprojekt), »Mais seine kulturelle und wirtschaftliche Bedeutung«, »Kaffee Anbau und Handel« Skeptiker überzeugt Drei Mal haben sich die Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte des St.-Viti-Gymnasiums aus Zeven und des Colegio Alexander von Humboldt in Mexiko inzwischen schon besucht. Und da die Lokalzeitung Berichte von den begeisterten Schülerinnen und Schülern veröffentlichte, erfuhren auch skeptische Familien und Kollegen von den guten Erfahrungen. »Unsere Schüler sind in Mexiko keinen Gefahren ausgesetzt, denn die Gasteltern bringen sie überall hin, holen sie auch wieder ab und tauschen sich untereinander aus, wer wann wo ist. Viel Freiheit haben die Jugendlichen dort also nicht und sie sehen auch nur einen Ausschnitt der mexikanischen Gesellschaft, weil die Schülerinnen und Schüler der Deutschen Auslandsschule einer privilegierten Mittel- und Oberschicht angehören. Trotzdem erleben unsere Kinder dort eine völlig andere Welt«, erzählt Eva Findenegg. Und auch die Jugendlichen aus der lateinamerikanischen Metropole, die ihre Freizeit normalerweise in Sportklubs und Shoppingmalls verbringen, nehmen ihren Aufenthalt in der deutschen Kleinstadt als echtes Highlight wahr. Denn während es für die deutschen Jugendlichen völlig selbstverständlich ist, auf ein Fahrrad zu steigen und gemeinsam mit Freunden ohne ein festes Ziel vor Augen einfach draufloszuradeln, ist das für ihre neuen Freunde aus Mexiko in der Heimat kaum denkbar. — Die Autorin ist Journalistin in Königs Wusterhausen. Kontakt Eva Findenegg m eva.findenegg@st-viti.net nachgefragt »Humboldt würde heute zur Videokonferenz einladen« Dr. Reinhard Aulke ist Didaktischer Leiter an der Alexandervon-Humboldt-Schule Wittmund (Niedersachsen). interview martin finkenberger, pad An der letzten Projektwoche nahmen auch Schülerinnen und Schüler Ihrer Partnerschulen in Argentinien, Indonesien, Kenia und der Ukraine teil. Womit haben Sie den Forschergeist der Schülerinnen und Schüler geweckt? Das internationale Jugendtreffen »EUREKA! Schulen in globalem Dialog«, welches wir als PASCH-Schule seit 2017 jährlich veranstalten, hatte diesmal den Schwerpunkt »Große Welt, kleine Erde: Biodiversität«. Es ging darum, mit Expertinnen und Experten der Region und an ausgewählten außerschulischen Lernorten die systemische Ökologie der Artenvielfalt und das gegenwärtig in der Öffentlichkeit intensiv diskutierte Artensterben zu erforschen und gemeinsam Handlungsmöglichkeiten zu diskutieren, wie wir mit dem Problem der Grenzen unseres Planeten umgehen. Schließlich sind wir Menschen selbst Teil dieses Ökosystems »Mutter Erde«. Von diesem Geist war auch die diesjährige Begegnung getragen. Die Projektarbeit wird unter #paschhumboldt auch auf Instagram dokumentiert. Mit welchen Argumenten würden Sie Humboldts mögliche Berührungsängste gegenüber solchen Digitalformaten ausräumen? Der Herr ist ja etwas betagt und vermutlich nicht allzu onlineaffin? Ich denke, Alexander wäre sich mit seinem Bruder Wilhelm darin einig, dass die heutigen digitalen Möglichkeiten der weltweiten Kommunikation auch den Horizont öffnen für die Vielfalt der Kulturen, Sprachen und des Wissens. Schließlich konnte er bei seinen Reisen zum Beispiel in die Anden nur »analog« mit Bleistift und Papier Daten etwa über indigene Sprachen sammeln, die er seinem Bruder zum weiteren Studium mitbringen musste. Heute wüsste er, dass er zeitgleich den Sprachphilosophen Wilhelm mit den Häuptlingen zur Videokonferenz einladen könnte und gleich ist das Gespräch eröffnet. Mal angenommen, Alexander von Humboldt lebte in unserer Welt: Was sind aus Sicht Ihrer Schülerinnen und Schüler besonders drängende Fragen, denen er mit »humboldtschem Forscherdrang« nachspüren sollte? Unsere Schülerinnen und Schüler würden da nicht lange zögern: Die mittel- und langfristige Veränderung unseres Ökosystems Erde durch die Erderwärmung ist eine drängende Frage, aber auch die Entwicklung eines systemischen Konzeptes nachhaltigen Handelns, das nicht nur die Lebensqualität auf unserem Planeten im Auge hat, sondern auch eine weltweite Verständigung über ökonomische und technische Aspekte von Nachhaltigkeit beinhaltet: Es geht um die Frage, welche Chance das neue Zeitalter des »Anthropozäns« für die Verwirklichung von Menschlichkeit und Gerechtigkeit bietet. In Humboldts Buch »Der neue Kosmos«, würde Humboldt heute leben, könnten wir garantiert kluge Gedanken hierzu finden.

Publikationen

Austausch bildet – Juni 2020
Austausch bildet – Dezember 2019
Austausch bildet – Juni 2019
Austausch bildet – Dezember 2018
Austausch bildet - Juni 2018
Austausch bildet Dezember 2017
Austausch bildet Juni 2017
Austausch bildet Dezember 2016
Austausch bildet Juni 2016
Austausch bildet 2015
Austausch bildet Juni 2015
Programme im Überblick
Bonjour und Guten Tag. Deutsch-französische Zusammenarbeit kompakt.
Jahresbericht 2018/19
Austausch in Zahlen 2018/19
Programme im Überblick
Austausch bildet – Informationsbroschüre
Partnerschulen suchen und finden
Jahresbericht 2017
Jahresbericht 2015: Unterwegs in die Zukunft
Individueller Schüleraustausch mit Erasmus+
eTwinning-Projektplakat
Internationale eTwinning-Veranstaltungen 2020
Aus der Vergangenheit lernen, unsere Zukunft gestalten: Europas kulturelles Erbe in eTwinning
Partnerschulen suchen und finden
10 gute Gründe für eTwinning
Pop songs and the stories they tell
Schaffung einer Inklusionskultur durch eTwinning
eTwinning-Auszeichnungen
Projektkit "Mach mich zu einem Europäer"
Projektkit "The Colourful Face of Europe"
Deutscher eTwinning-Preis 2016
Web We Want – Handbuch für Pädagogen
Aktives Bürgertum durch eTwinning entwickeln.
Die ausgezeichneten Schulen im Überblick
Generation eTwinning
eTwinning-Schulteams
eTwinning Handbuch: Der TwinSpace
eTwinning – Das Netzwerk für Schulen in Europa
eTwinning-Projektkit "So schmeckt Europa"
eTwinning-Projektkit "In 40 Tagen durch Europa"
Projektkit: "Digital Positive News Magazine"
Projektkit "Grammunication"
Projektkit "Mach mich zu einem Europäer"
Projektkit "Technik trifft Sprache"
Projektkit "The Colourful Face of Europe"
Success Stories 2018
Erasmus+ Leitfaden für Schulleiter
Individueller Schüleraustausch mit Erasmus+
Erasmus+ für Schulen
Success Stories
Erasmus+ Schule in Europa gestalten
Erasmus+ – Europa stärken, Schule entwickeln
Rund um Erasmus+ – Europäische Projektarbeit von A bis Z.
Erasmus+ Europa gestalten, Schule entwickeln
International Business Class: Erasmus+ und eTwinning an einer berufsbildenden Schule
Ein deutsch-polnisches Projekt zu Methoden aktiven Lernens in der frühkindlichen Bildung
Im Schulleiter/-innen-Alltag hilfreiche Führungsstrukturen für sich und andere schaffen
Ein Fortbildungsprojekt mit Erasmus+ Leitaktion 1
Strategische Schulpartnerschaft zum Thema Migration und Integration
Eine deutsch-norwegische Regio-Partnerschaft
Ein deutsch-niederländisches Projekt zur Qualität der Primarbildung
Strategische Schulpartnerschaft zur Biotechnologie
Zum Job-Shadowing nach Malmö
Success Stories 2016 Erasmus+ im Schulbereich
Schulpartnerschaften im Netzwerk der Initiative "Schulen: Partner der Zukunft" (PASCH)
German-American Partnership Program (GAPP)
GAPP-Lexikon
PASCH begeistert junge Menschen für Deutschland – weltweit
Freiwilligendienst kulturweit
Deutsch vermitteln – Frankreich entdecken
Success Stories
Pop songs and the stories they tell
Integration will gelernt sein. Ein eTwinning-Projekt zum Thema »Flüchtlinge«
Europäische Projekte an der Lessingschule Leipzig
International Business Class: Erasmus+ und eTwinning an einer berufsbildenden Schule
Achtung, hier kommen wir!
Anstoß für Auslandspraktika
Schulerfolg sichern in Leipzig und Riga
Success Stories 2018
Deutsch im Gepäck
60 Jahre Prämienprogramm

Folgen Sie dem PAD