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Austausch bildet - Dezember 2020

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. "Austausch trotzt Corona" lautet das Motto der Dezemberausgabe und zeigt, wie Schulen den Schüleraustausch trotz der Pandemie aufrechterhalten haben. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen. www.kmk-pad.org/shop

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austausch bildet erasmus+ schulbildung Austausch im europäischen Homeoffice Als Ersatz für abgesagte Treffen organisierten die Koordinatoren des Projektes »Traces of Otherness: Developing European Citizenship« digitale Gesprächsrunden mit europäischen »Celebrities«. Die Schülerinnen und Schüler lernten so unterschiedliche Persönlichkeiten kennen, denen eines gemeinsam ist: Sie sind überzeugte Europäerinnen und Europäer. 20 Fotos: EU/Europäisches Parlament, Javier Bernal Revert

Schwerpunkt »Austausch trotzt Corona« 21 »M von maria birkmeir, pad eine Schülerinnen und Schüler waren so deprimiert«, erinnert sich Dr. Stefanie Neidhardt. Die Englisch- und Geschichtslehrerin koordiniert das Erasmus+ Projekt »Traces of Otherness: Developing European Citizenship« am Gymnasium Rutesheim in Baden-Württemberg. Sowohl für sie selbst als auch für ihre Schule war es das erste europäische Projekt überhaupt. Entsprechend groß war die Aufregung und Freude, als im Januar 2020 Gäste der Partnerschulen aus Litauen, Nordmazedonien und den Niederlanden zum ersten Treffen in den Landkreis Böblingen kamen. Durch die Aufnahme der Lehrkräfte und Schülerinnen und Schüler in den Gastfamilien entwickelten sich schnell Freundschaften und ein europäisches Gemeinschaftsgefühl entstand. »Im Rückblick betrachtet ging diese Woche viel zu schnell vorbei und die meisten Schülerinnen und Schüler freuten sich schon auf ein Wiedersehen mit ihren Austauschpartnern«, erinnert sich Stefanie Neidhardt. Doch kurz nach dem gelungenen Auftakt folgte die Enttäuschung: Mit der Ausbreitung des Coronavirus seit Anfang März wurde den Beteiligten aller Partnerschulen schnell klar, dass ihr nächstes Treffen am Šiaulių Simono Daukanto Gymnasium in Litauen im Mai nicht stattfinden konnte. Digitaler Austausch am Schreibtisch Die fünf Lehrerinnen und drei Lehrer wollten die gemeinsame Projektarbeit allerdings nicht einfach aufgeben. Stattdessen überlegten sie sich einen alternativen Plan, den sie »European matters« tauften. Die Idee dahinter: Lehrkräfte aller am Projekt beteiligten Schulen sollten Kontakt zu einer EU-Politikerin, einem EU-Politiker oder einer interessanten europäischen »Celebrity« aufnehmen und diese zu einer Onlinekonferenz einladen. Um das Konzept dieser digitalen Gesprächsrunden zunächst auf Deutsch zu testen, sprachen Stefanie Neidhardt und die Schülerinnen und Schüler ihrer EU-Arbeitsgruppe Anfang April per Videokonferenz mit Anna Deparnay-Grunenberg, einer Grünen-Abgeordneten im Europäischen Parlament. Die Politikerin beschrieb den Jugendlichen anschaulich ihren Arbeitsalltag, der in Zeiten von Corona hauptsächlich vom heimischen Schreibtisch aus über das Internet, gesicherte Datenbanken und Telefonkonferenzen stattfand. Schülerin Liliane aus der 10. Jahrgangsstufe fand das Gespräch inspirierend: »Ihr Rat an uns war, während der Schulzeit und im Studium möglichst viel auszuprobieren, um den für uns passenden Beruf zu finden.« Nordmazedonische Perspektive auf die EU Nach diesem erfolgreichen Start trauten sich die Lehrkräfte der Partnerschulen zu, gemeinsam mit ihren Schülerinnen und Schülern auch internationale Onlinekonferenzen auf Englisch abzuhalten. Als zweiter Gast wurde der ehemalige Chef von Europol, Max-Peter Ratzel, eingeladen. Für die Yahya Kemal High School in Nordmazedonien nahmen Hristo und Erjona teil und fassten die Konferenz für die Projektwebsite auf Englisch zusammen. Besonderes Interesse zeigten sie am beruflichen Werdegang ihres Interviewpartners, der im Anschluss an seine Zeit bei Europol als Politikberater für Balkanstaaten arbeitete, die eine EU-Mitgliedschaft anstreben. In der nächsten Onlinekonferenz war deshalb auch die Stellung Nordmazedoniens in Europa ein zentrales Gesprächsthema: Die Lehrkräfte hatten als Gesprächspartner den Politikwissenschaftler Veton Latifi eingeladen, der als Professor an der South-East European University (SEEU) im nordmazedonischen Tetovo lehrt. Gerade die Perspektive der Partnerschule aus Nordmazedonien habe den Austausch bisher außerordentlich spannend gemacht, findet Stefanie Neidhardt: »Unter anderem haben unsere Partner natürlich nach einem möglichen Beitritt ihres Landes zur EU gefragt. Ich bin sehr beeindruckt von ihnen – und die Schülerinnen und Schüler aus Nordmazedonien haben hervorragende Englischkenntnisse.« Die Zukunft von Erasmus+ und Social Media Als nächsten Gesprächspartner luden die Lehrkräfte im Juni Michael Teutsch ein, der in der Generaldirektion für Bildung, Jugend und Sport der Europäischen Kommission für das Erasmus+ Programm zuständig ist. Teutsch zeigte sich vom Konzept der Videokonferenzen begeistert und erzählte den >

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