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Austausch bildet - Dezember 2021

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. "Inklusion, Teilhabe, Vielfalt" lautet das Motto der Dezemberausgabe, die zeigt, wie Schulen und Kitas europäischen Austausch inklusiver gestalten und an Erfahrungen anderer Schulen in Europa teilhaben können. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen oder abonnieren. www.kmk-pad.org/shop

Basketball im Rollstuhl:

Basketball im Rollstuhl: Beim Projekttreffen in Schweden machten Schülerinnen und Schüler den Praxistest. austausch bildet in Spanien als Modellschule für Autismus über besondere Kenntnisse einer »Integration durch Kunst«. Die Schule in Belgien wiederum konnte ihr Wissen im Umgang mit IT-Technologien teilen, der Partner in Italien Wege zur »Integration durch zivilgesellschaftliches Engagement« aufzeigen und der in Luxemburg die Vermittlung demokratischer Werte als einen Schlüssel zur Integration. Der jeweilige Schwerpunkt wurde dann während der Projekttreffen an den Schulen in Workshops aufgegriffen, die Ergebnisse auf der Plattform von eTwinning dokumentiert. Planspiele und Methodentraining In Luxemburg beispielsweise fand ein Planspiel zur Demokratiebildung statt und in Belgien eine Fortbildung zum Einsatz interaktiver Apps im Unterricht. Während des Projekttreffens in Spanien dagegen lernten die Lehrkräfte und ihre Schülerinnen und Schüler Methoden kennen, mit denen sich das Gemeinschaftsgefühl in heterogen zusammengesetzten Klassenzimmern stärken lässt. »An unserer Schule gibt es zwar nur hin und wieder Autisten oder Mutisten. Die Methoden lassen sich aber dennoch anwenden, um das Kennenlernen der Klassen zu fördern«, sagt Ines Hoepfel. Die Coburger schließlich stellten ihren Partnern vor, wie sie den Schülerinnen und Schülern der Einführungsklassen durch außerschulische Aktivitäten Angebote zur Integration machen – etwa durch Zeichenworkshops, Improvisationstheater oder einen Sporttag, der den Jahrgang zusammenschweißt. Eine weitere Facette ließ sich zudem durch eine Kooperation mit der örtlichen Hochschule beleuchten, die ihre Aula für das Abschlusstreffen zur Verfügung stellte. Hier kamen die Schülerinnen und Schüler mit Studierenden aus Indien, Ghana und Chile ins Gespräch, die mit den Begriffen »Integration« und »Inklusion« ganz andere Vorstellungen und Erlebnisse verbinden. Der erfolgreiche Abschluss des Projekts verdankt sich auch der guten Zusammenarbeit der Lehrkräfte untereinander: »Wir kannten uns teilweise aus früheren Projekten, sodass bereits eine Vertrauensbasis bestand und alle wussten, welche Aufgaben sie übernehmen müssen«, sagt Ines Hoepfel. Gleichwohl empfiehlt sie Offenheit und Toleranz, wenn doch einmal etwas in Verzug gerät. Dazu gehöre auch, »kulturelle Unterschiede auszuhalten und nicht alles am eigenen Maßstab zu messen«. In Schweden etwa pflegten Lehrkräfte einen anderen Umgang mit den Schülerinnen und Schülern, hat sie beobachtet. »Dort wird in viel vertrauterer Weise kommuniziert, auch bei Disziplinschwierigkeiten«, sagt sie. Statt Verweise zu erteilen, werde das Gespräch mit den Eltern gesucht. Ohnehin habe Zusammenarbeit hier einen viel größeren Stellenwert – etwa durch den verstärkten Unterricht in Klassenteams oder auch den Umstand, dass Lehrkräften an der Schule ein Arbeitsplatz zur Verfügung stehe, an dem sie auch angesprochen werden können. Programm Erasmus+ Schulbildung Projekttitel Making school a home for each student – unity in diversity Beteiligte Schulen IES Santiago Rusinol, Aranjuez (Spanien), Sint-Pieterscollege, Blankenberge (Belgien), Ecole Privée Marie-Consolatrice, Esch-sur-Alzette (Luxemburg), Lysingskolan Ödeshög (Schweden), Liceo Statale Niccolò Machiavelli, Rom (Italien) Laufzeit September 2016 bis Mai 2019 EU-Zuschuss 34.260 € für die Schule in Deutschland Weitere Informationen www.casimirianum.de/joomla/index.php/de/ profil/erasmus 16

Erasmus+ Inklusion 17 „Mein linker, linker Platz ist frei!“ Es geht ums Schulabsentismus ist ein so brisantes wie aktuelles Thema, das in Zeiten der Pandemie über Bildungschancen neu entscheiden kann. Die Oberschule Westercelle hat die Tragweite dieses Phänomens erkannt und mit ihren europäischen Partnern ein Repertoire nachhaltiger Unterrichtskonzepte entworfen. von arnd zickgraf D ie einen schwänzen regelmäßig den Unterricht, andere brechen die Schule komplett ab – und manchmal halten Eltern ihre Kinder bewusst vom Schulbesuch zurück: Das Phänomen »Schulabsentismus« zeigt sich in unterschiedlichen Varianten und setzt zumeist unauffällig und als schleichender Prozess ein: »Es beginnt sehr früh und verschärft sich in der achten oder neunten Klasse«, hat Jan Großhennig beobachtet, der an der Oberschule Westercelle (Niedersachsen) Physik, Biologie und Geschichte unterrichtet. Doch einfach zusehen, dass Schülerinnen und Schüler dem Unterricht fernbleiben, damit wollten er und seine Kolleginnen und Kollegen sich nicht abfinden. Gemeinsam mit fünf europäischen Partnerschulen haben sie deshalb das Erasmus-Projekt »Hand in Hand: Gemeinsam gegen Schulabbruch in Europa« in die Wege geleitet – und mit »Schulabsentismus« ein Thema aufgegriffen, das durch die Pandemie unerwartet aktuell geworden ist. »Die betroffenen Schülerinnen und Schüler würden gerne zum Unterricht kommen, wenn die Anforderungen nicht so hoch wären. Denn viele haben zu Hause wenig Unterstützung«, sagt Melanie Zuch, Lehrerin für Deutsch, Religion und Sport. Das Phänomen betrifft häufig Schülerinnen und Schüler aus sozial benachteiligten Familien, weil etwa ihre Eltern in Wechselschichten arbeiten, mit Arbeitslosigkeit konfrontiert sind oder als Alleinerziehende in der Verantwortung stehen. Die Pandemie dürfte diese Entwicklung noch verstärkt haben, zumal dann, wenn die technischen Möglichkeiten für Distanzunterricht eingeschränkt blieben.

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