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Austausch bildet - Dezember 2021

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. "Inklusion, Teilhabe, Vielfalt" lautet das Motto der Dezemberausgabe, die zeigt, wie Schulen und Kitas europäischen Austausch inklusiver gestalten und an Erfahrungen anderer Schulen in Europa teilhaben können. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen oder abonnieren. www.kmk-pad.org/shop

»Keep it simple« Die

»Keep it simple« Die sechs teilnehmenden Schulen aus Dänemark, Schweden, den Niederlanden, Österreich, Deutschland und Portugal waren Sekundarschulen und Gesamtschulen mit Schülerinnen und Schülern im Alter von 11 bis 18 Jahren. Alle Schulen hatten bereits ein koordinierendes Europa-Team, ein Beratungsangebot auch mit Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern – und liegen in kleinstädtischem oder ländlichem Umfeld. Die Aktivitäten des Projekts konzentrierten sich erstens auf den Austausch von Konzepten und die Fortbildung von Lehrkräften, zweitens auf Workshops für Schülergruppen und drittens auf die Erkundung der Partnerstädte durch Schulbesuche vor Ort. Thematisch hat jede Partnerschule, die an »Hand in Hand« teilnahm, eigene Akzente gesetzt. So stellten die niederländischen Partner das Projekt »Lernen lernen« vor, das sie als Reaktion auf Schulabsentismus initiiert hatten. Dabei setzten sich die Schülerinnen und Schüler mit ihren Stärken und Schwächen beim Lernen auseinander und lernten neue, kreative Lerntechniken kennen. Die österreichischen Projektpartner setzten auf SOLE-Stunden. SOLE steht für »Soziales Lernen«, durch das die Schülerinnen und Schüler in ihrer Persönlichkeit gestärkt, das Zusammenleben eingeübt und Lösungen gegen Stress und Streit gesucht wurden. Mit Umfragen zum Wohlbefinden an der Schule wurden die Auswirkungen der SOLE-Stunden aufs Schulklima überprüft. Die portugiesischen Partner versuchten, Schulabsentismus mit dem Projekt »Achtsamkeit im Klassenraum« zu verringern. In Schülerworkshops erfuhren die Lernenden, wie das menschliche Gehirn funktioniert, wie sich die fünf Sinne aktivieren lassen, um eine optimistischere Einstellung zu entwickeln und die Identifikation mit der Schule durch Übungen in Achtsamkeit zu stärken. Gerade die Verschiedenheit der europäischen Partnerschulen haben die Lehrkräfte der sechs europäischen Länder als Stärke im Kampf gegen Schulabsentismus wahrgenommen. Als digitale Schnittstelle zwischen den europäischen Projektpartnern bewährte sich zudem die Plattform von eTwinning – als Arbeitsinstrument und Archiv, um die Ergebnisse der Projekttreffen vor Ort und der virtuellen Zusammenarbeit zu dokumentieren. Auf diese Weise ist ein breites Repertoire an Konzepten, Workshops und Präsentationen rund um Schulabsentismus entstanden. »Für den Erfolg war es wichtig, das Projekt auf Schülerniveau herunterzubrechen«, sagt Jan Großhennig. »Keep it simple!« galt bei der Erstellung der Schulungsmaterialien als Leitlinie. ? 18 austausch bildet

Erasmus+ Inklusion 19 Durchstarten bei der Schulentwicklung »Entscheidend ist Sensibilisierung für die Einstellung der Schülerinnen und Schüler. Es kommt auf die Haltung gegenüber dem Lernstoff an«, meint Melanie Zuch. Statt zu denken, »Ich kann Mathe sowieso nicht und konnte es noch nie«, sei es hilfreicher, sich zu sagen, »Ich kann Mathe noch nicht und kann es durch Übung lernen«, erläutert sie. Lions-Quest war der deutsche Projektbeitrag, den Jan Großhennig in einem Workshop vermittelt hat. Dabei handelt es sich um ein Programm des Lions Clubs,, das Schülerinnen und Schüler bei der Entwicklung wichtiger Lebenskompetenzen, wie etwa Selbstvertrauen oder die Übernahme von Verantwortung beim Erwachsenwerden, unterstützt. »Mit gestärkter Persönlichkeit lernt es sich leichter«, sagt Jan Großhennig. Die Materialien, die im Zuge von »Hand in Hand« entstanden sind, werden zudem mit dem Schulprogramm der Oberschule Westercelle verzahnt, das zum Start des Erasmus-Projektes 2018 aufgelegt wurde und zehn Jahre gelten soll. Infolgedessen setzen die Lehrkräfte gezielt Elemente aus dem Repertoire zum Schulabsentismus ein, um damit Unterrichtssituationen flexibel zu gestalten. Auch die anderen europäischen Projektpartner haben ihr schulisches Curriculum weiterentwickelt, um die schulischen Erfolge ihrer Schülerinnen und Schüler zu fördern, Konflikte zwischen Gleichaltrigen zu verringern – und Schulabsentismus zu vermeiden. Weil sie im Unterricht punktuell einsetzbar waren, wurden während der Pandemie gezielt Workshops für Schülerinnen und Schüler integriert, die sie in ihrer Widerstandskraft stärken sollten. Motiv-Wochen aus dem Partnerland Österreich, beispielsweise unter dem Motto »Freundliches Grüßen« oder »Ordnung in der Schule«, wurden in mehreren Partnerschulen übernommen. »Mit Erasmus haben wir Schulentwicklung gestartet und lassen wir Schulentwicklung weiterfliegen«, bringt Melanie Zuch die Auswirkungen des Europaprojekts auf den Punkt. — Der Autor ist Bildungsfachjournalist in Bonn. Programm Erasmus+ Schulbildung Projekttitel Hand in Hand – gemeinsam gegen Schulabbruch in Europa Beteiligte Schulen Vestre Skole (Dänemark), Copernicus SG (Niederlande), Agrupamento Escolas Marinha Grande Poente (Portugal), Irstaskolan 7-9 (Schweden), Neue Mittelschule Pettenbach (Österreich). Laufzeit September 2018 bis Januar 2021 EU-Zuschuss 30.090 € für die Schule in Deutschland

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