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Austausch bildet Juni 2015

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Das neue halbjährlich erscheinende Magazin des PAD löst "PAD aktuell" ab. In der Ausgabe Juni 2015 lesen Sie im Schwerpunkt "Europa plus" Beiträge über Partnerschaftsprojekte mit Schulen in Osteuropa und Anrainern am Mittelmeer. Weitere Themen sind Erfahrungen mit Erasmus+, mit dem deutsch-französischen Freiwilligendienst, mit dem German American Partnership Program (GAPP) und dem Austausch von Fremdsprachenassistenten.

Foto: emoji /

Foto: emoji / photocase.de georgien & tadschikistan »In Deutschland kann man Fahrrad fahren« Zarrina Khamidova aus Tadschikistan und Ia Khachidze aus Georgien waren ein Jahr zur Weiterbildung an einem Gymnasium in Deutschland. Von ihren Erfahrungen können die beiden Deutschlehrerinnen künftig im eigenen Unterricht profitieren. austausch bildet 20 Unterricht wie geplant durchführen von barbara beyer, pad W enn Zarrina Khamidova von ihren Aufenthalten in Deutschland erzählt, kommt sie ins Schwärmen. »Ich habe hier Kochen, Backen, Schwimmen und Fahrradfahren gelernt und dazu noch Englisch«, erzählt die junge Frau stolz. In ihrer Heimat Tadschikistan war das Leben der 28-Jährigen darauf ausgelegt, in Schule und Studium fleißig zu lernen. »Den Haushalt hat immer meine Mutter geführt«, erinnert sie sich. Zarrina, die an der Universität Deutsch als Fremdsprache und Übersetzung studiert hat, wurde zu Hause stets von allen praktischen Tätigkeiten fern gehalten. Das änderte sich, als Zarrina vor sechs Jahren als Au-Pair-Mädchen erstmals nach Deutschland kam. Die Gastmutter brachte ihr das Kochen und Backen bei. Beide Fähigkeiten konnte die junge Lehrerin nun während ihres Weiterbildungsjahres an der Heinrich-von-Kleist-Schule in Bochum nutzen. Mit Begeisterung führte sie ein Unterrichtsprojekt durch zum Thema »Essen verbindet die Menschen – Speisen auf Reisen«. »Wir haben eingekauft, gekocht und gebacken, Plakate gestaltet, Tischsitten anderer Länder kennen gelernt und Lebensmittel dekorativ angerichtet«. Damit hat sie ihren Schülerinnen und Schülern ein wenig von der Fähigkeit zur Selbstständigkeit vermitteln können, die sie selbst in ihrer Kindheit vermisst hat. Durch Hospitationen bei den Kolleginnen und Kollegen an der Bochumer Schule hat die junge Frau methodisch viel dazugelernt. Als Begleitlehrkraft konnte sie zudem auf eine Klassenfahrt mitfahren. »In Tadschikistan unternehmen wir mit den Schülerinnen und Schülern eher Tagesausflüge«, sagt sie und bedauert, dass auch sie selbst in Tadschikistan kaum Möglichkeiten hat zu reisen. In ihrer Heimatstadt Chudschand im Norden des Landes unterrichtet Zarrina Deutsch an einer Schule, die seit 15 Jahren nach einem Ausspruch Goethes das Fremdsprachenlernen in den Vordergrund stellt: »Wer fremde Sprachen nicht kennt, weiß nichts von seiner eigenen.« Alle Lehrkräfte, die am Goethe-Gymnasium Deutsch unterrichten, waren dank der verschiedenen Fördermöglichkeiten für Lehrkräfte von Schulen, die das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz anbieten, zu Fortbildungen bereits in Deutschland. Wenn Zarrina nun an ihre Heimatschule zurückkehrt, werden ihre Kolleginnen sie neugierig nach ihren Erlebnissen ausfragen, glaubt sie.

Schwerpunkt »Europa plus« 21 Rüstzeug für besseren Unterricht Ia Khachidze aus Georgien, die Deutsch an der 20. Öffentlichen Schule im Stadtzentrum von Tiflis unterrichtet, ist begeistert, dass sie während ihres Weiterbildungsjahres viel mit dem Fahrrad unterwegs sein konnte. »In meiner Heimat Georgien ist dies absolut unüblich und im Straßenverkehr auch gar nicht möglich«, sagt die 29-Jährige, für die das Fahrradfahren bildhaft für die Freiheit steht, die sie in Deutschland in vielen Bereichen empfunden hat. In ihrer Heimat erteilt Ia, die selbst ganz hervorragend Deutsch spricht, seit drei Jahren Fremdsprachenunterricht in den Klassen 7 bis 12. An der Schule können die Schülerinnen und Schüler auch das Deutsche Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz erwerben. Doch in Georgien gibt es für angehende Lehrkräfte vor dem Einstieg in den Schuldienst kein Referendariat. Ia berichtet, dass sie sich anfangs im Lehrerberuf sehr gefordert gefühlt hat und oft auch erschöpft war. Das hat sich nun nach einem Jahr am Carl-Friedrich-Gauss-Gymnasium in Gelsenkirchen geändert, glaubt die junge Frau. »Mein Weiterbildungsjahr hat mich sehr verändert«, erzählt sie. Viele neue Erfahrungen im Alltag haben ihr gezeigt, dass man ein Leben ruhiger leben kann, als sie es bisher in Georgien getan hat. »In Georgien muss man immer damit rechnen, dass etwas, das man geplant hat, nicht funktioniert«, sagt sie. »Wenn ich zum Beispiel ein elektrisches Gerät im Unterricht einsetzen will, muss ich damit rechnen, dass im Klassenraum die Steckdose nicht funktioniert«. In einer solchen Situation müsse schnell ein Plan B her. In der Folge, so Ia, stehe man stärker unter Stress. In Deutschland hat sie nun erfahren, Unterricht wie geplant durchzuführen – eine für Ia sehr positive Erfahrung, die zusätzliche Freude in den Lehrerberuf bringt. Kurz vor ihrer Rückkehr fürchtet die Georgierin allerdings einen Kulturschock in ihrer Heimat. Trotzdem sieht sie ihren Platz fest in dem Land. »Ich sehe meinen Wert in Georgien höher. Vielleicht brauche ich Deutschland, weil ich hier freier leben kann, aber meine Schülerinnen und Schüler in Georgien brauchen mich mehr«, sagt sie selbstbewusst. Über das Weiterbildungsprogramm Die einjährige methodisch-didaktische und landeskundliche Weiterbildung richtet sich an Lehrkräfte aller Fachrichtungen, die vorrangig ab Klasse 5 deutschsprachigen Unterricht erteilen (Ortslehrkräfte). Die Schulen der Teilnehmer/-innen führen zu einem deutschen bzw. internationalen Abschluss oder nehmen Prüfungen zum Deutschen Sprachdiplom der Kultusministerkonferenz ab. Die Teilnehmer/-innen erhalten während der Weiterbildung ein Gehalt (TV-L) oder ein Stipendium. Während des Aufenthalts finden Tagungen und Exkursionen statt. Die Finanzierung erfolgt aus Mitteln der Länder und des Auswärtigen Amts. Den Herausforderungen des Schuldienstes im eigenen Land stellt sie sich mit neuem Rüstzeug, das sie sich während ihres Weiterbildungsjahres am Carl-Friedrich-Gauss-Gymnasium erarbeitet hat. »Hier habe ich mir didaktisches Wissen angeeignet und Methoden kennen gelernt, die ich einsetzen werde, um besseren Unterricht zu machen und abends nicht mehr so erschöpft zu sein«, sagt sie zuversichtlich. Dass die optimistische Frau ein wenig von dem, was sie an Deutschland schätzt, mit in ihr Lebensumfeld mitnehmen wird, steht außer Frage. Ob sie es außerdem schafft, das Fahrradfahren in Georgien in Mode zu bringen, wird die Zukunft zeigen. Bildeten sich ein Jahr in Deutschland weiter: Ia Khachidze (li.) aus Georgien und Zarrina Khamidova (re.) aus Tadschikistan.

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