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Austausch bildet Juni 2017

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Die Zeitschrift "Austausch bildet" erscheint zwei Mal jährlich (Mai und November) und berichtet über den europäischen und internationalen Austausch im Schulbereich. Schwerpunkte vertiefen einzelne Programme oder Themen. Der Bezug der Zeitschrift ist kostenlos.

Schwerpunkt »Bildung

Schwerpunkt »Bildung für nachhaltige Entwicklung« 11 austausch bildet schulen: partner der zukunft Abfall vermeiden, Müll recyceln Der schonende Umgang mit natürlichen Ressourcen stand im Mittelpunkt der gemeinsamen Projektarbeit während des ersten Besuchs einer Schülergruppe des Gymnasiums Lappersdorf an der »One World Secondary School Kilimanjaro« in Tansania. Nicht nur das zukunftsweisende Thema hinterließ einen nachhaltigen Eindruck. von anja heil, gymnasium lappersdorf D iese Eindrücke bleiben noch lange präsent: »Wir werden die kurze Zeit nie wieder vergessen«, äußerten sich alle Beteiligten zum Abschluss des nicht alltäglichen Austauschs, den das Gymnasium Lappersdorf bei Regensburg (Bayern), eine UNESCO-Projektschule im interessierten Status, im Mai 2016 durchgeführt hat. Eine Gruppe von 15 Schülerinnen und Schülern der 10. Jahrgangsstufe, drei Eltern und drei Lehrkräfte besuchten seinerzeit die »One World Secondary School Kilimanjaro« (OWSSK) in Tansania. Diese Schule ist eine UNESCO-Modellschule, die Kindern Zugang zu Bildung auf dem Niveau der Sekundarstufe ermöglicht, unabhängig vom Einkommen der Familie. Anders als sonst in dem Land üblich, ist die Lernatmosphäre von Gleichberechtigung, Respekt und interkultureller Verständigung geprägt. Der Schülergruppe aus Lappersdorf eröffnete der Besuch an der Partnerschule ungewöhnliche Erfahrungen. Bereits die Unterbringung in großen Schlafräumen gemeinsam mit den tansanischen Kindern und Jugendlichen, das morgendliche Putzen der Räumlichkeiten, das Aufhängen von Moskitonetzen an Doppelstockbetten sowie das Wasserholen zum Wäschewaschen in Schüsseln stellten die deutschen Jugendlichen anfangs vor einige Herausforderungen. Doch schnell passten sich alle den Gegebenheiten an. Außergewöhnliche Perspektiven vermittelte auch die gemeinsame Projektarbeit zum Thema »Nachhaltigkeit«, die nach dem ersten Eingewöhnen und Kennenlernen der Schule begann. Vormittags fanden Umwelt- und Kulturworkshops statt, die von den tansanischen und deutschen Schülerinnen und Schülern schon vor der Ankunft vorbereitet worden waren. So recherchierten sie zum Beispiel die Energienutzung und Müllproblematik in ihren Heimatländern. In Tansania gibt es keine geregelte Entsorgung. Abfall wird hier entweder verbrannt oder vergraben – mit erheblichen Auswirkungen auf die Umwelt. Umso klarer erkannten die Schüler/-innen, dass es nicht nur um Müllvermeidung geht, sondern auch darum, Möglichkeiten zu finden, wie man den wenigen im Land ansässigen Recyclingfirmen den Abfall zur Wiederverwertung zukommen lassen kann. Dabei wurde nicht nur theoretisch über Probleme nachgedacht, sondern diese wurden aktiv angegangen, etwa beim »Waste Walk«: Einen Tag lang sammelte die deutsch-tansanische Schülergruppe Müll in der Umgebung auf, der, soweit möglich, der Wiederverwertung zugeführt wurde. Den deutschen Schülern und Schülerinnen wurde bewusst, dass die Mengen an sichtbarem Müll in Tansania dennoch viel geringer sind, als die Berge, die in Deutschland produziert werden. Damit änderte sich auch der Blickwinkel der Jugendlichen, denen deutlich wurde, dass Müllvermeidung oberste Priorität hat. Ökologischer Fußabdruck Mithilfe eines Planspiels wurde im Umweltworkshop das Konzept des ökologischen Fußabdrucks (siehe Infokasten) vorgestellt und dieser für jeden individuell berechnet. Deutlich wurde dabei, dass der schonende Verbrauch von Ressourcen eine globale Herausforderung darstellt, die jeder vor Ort beeinflussen kann – nach dem Motto »Think global, act local«. Im Anschluss machten sich die Schüler/-innen an die praktische Arbeit. Eine Exkursion in die angrenzenden »Pare Mountains« verschaffte ihnen Einblicke, welche Folgen weitflächige Abholzungen auf den Wasserhaushalt haben. In einem benachbarten Hof besichtigten sie eine mit einfachen Mitteln betriebene Biogasanlage, die als Alternative zum Kochen mit Holz dient. Da Plastikmüll ein großes Problem in Tansania darstellt, lernten die Schülerinnen und Schüler außerdem den Gebrauch traditioneller Sisalkörbe kennen und besuchten eine Fabrik, die diese Körbe produziert. Damit die Jugendlichen auch weiterhin zu Umweltfragen zusammenarbeiten können, gründeten sie einen Umweltclub und vereinbarten Maßnahmen, etwa das Pflanzen von Bäumen. Den Schülerinnen und Schülern brannten allerdings auch viele Fragen zu den kulturellen Gewohnheiten und zum Alltag unter den Nägeln. Im Kulturworkshop wurde deshalb besprochen, wie eine perfekte Schule sowie das Familienleben aussehen sollten. Neben einigen Gemeinsamkeiten, etwa dem Wunsch nach wertschätzender Kommunikation, konnten auch Unterschiede zwischen den Anforderungen an eine gute Schule sowie den Familienbildern festgestellt und analysiert werden. Dass der Vater das Oberhaupt der Familie darstellt und dass auch tansanische Mädchen dies nicht in Frage stellten, überraschte die deutschen Jugendlichen. Die Gespräche zu den kulturellen Unterschieden wurden dann auf gemeinsamen Ausflügen und am Lagerfeuer vertieft. So wuchs das Verständnis für die Sichtweisen der Anderen. Besonders die gemeinsame Exkursion nach Bagamoyo, der Hauptstadt zu Kolonialzeiten, brachte die Jugendlichen zusammen und ließ Freundschaften entstehen. Graffiti, Fotoworkshop und Musikvideos Nachmittags wurden die Themen der Vormittage kreativ umgesetzt. Eine Gruppe gestaltete ein Graffito am Kunstpavillon der Schule, das die Umweltthemen aufgreift. Mehrere deutsche und tansanische Jugendliche produzierten ein Musikvideo, in dem sie das Vertrauen zueinander in den Mittelpunkt stellten. Eine dritte Gruppe arbeitete in einem Fotoworkshop Der ökologische Fußabdruck Der ökologische Fußabdruck misst die Fläche auf der Erde, die notwendig ist, um den Lebensstil und Lebensstandard eines Menschen unter den heutigen Produktionsbedingungen dauerhaft zu ermöglichen. Im Internet finden sich verschiedene Möglichkeiten, diesen Fußabdruck individuell zu ermitteln, etwa unter www.fussabdruck.de www.footprint-deutschland.de zusammen und stellte die Herausforderungen im Umgang miteinander und vor allem das Zusammenwachsen während des Austauschs fotografisch dar. Die Ergebnisse der Workshops wurden natürlich in beiden Schulen präsentiert. Die Schülerinnen und Schüler aus Lappersdorf hatten sogar die Möglichkeit, ihre Arbeit im Rahmen einer Sonderausstellung im Winter 2016/17 im »Besucherzentrum Welterbe« im Salzstadel Regensburg einem internationalen Publikum vorzustellen. Bei der Vernissage konnten die Jugendlichen auch von ihren Erfahrungen, die sie nachhaltig geprägt haben, berichten. »Nach den zwei Wochen, die wir in unserer Partnerschule verbringen durften, fiel uns der Abschied sehr schwer und es dauerte lange, bis wir uns wieder an den deutschen Lebensstil gewöhnt hatten. Noch immer erinnern wir uns sehr gern an die wunderschöne Zeit zurück und vermissen unsere neu gewonnen Freunde sehr«, schrieb eine Schülerin des Gymnasiums Lappersdorf im Jahresbericht der Schule. Umso mehr freuen sich alle auf den Gegenbesuch der tansanischen Jugendlichen im Juli 2017. Programm Schulen: Partner der Zukunft (PASCH) Projekttitel Nachhaltigkeit gestern – heute – morgen: Wohin soll unsere Reise gehen? Partnerschulen Gymnasium Lappersdorf (Bayern) One World Secondary School Kilimanjaro (Tansania) Förderung 2.550 € Kontakt Anja Heil anja.heil@gymlap.de 10

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