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Austausch bildet Juni 2017

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Die Zeitschrift "Austausch bildet" erscheint zwei Mal jährlich (Mai und November) und berichtet über den europäischen und internationalen Austausch im Schulbereich. Schwerpunkte vertiefen einzelne Programme oder Themen. Der Bezug der Zeitschrift ist kostenlos.

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schulen: partner der zukunft Schwerpunkt »Bildung für nachhaltige Entwicklung« 13 Von der Leine an den Kharaa Das Göttinger Otto-Hahn-Gymnasium pflegt eine nicht alltägliche Partnerschaft mit einer Schule in der Mongolei. Die Schülerinnen und Schüler forschen gemeinsam zu den Themen Wasser und Umwelt. Was als naturwissenschaftliches Projekt begann, hat sich zu einem erfolgreichen Beispiel für interkulturelle Verständigung entwickelt. Programm Schulen: Partner der Zukunft (PASCH) Projekttitel Industrielle Entwicklung und Umweltschutz: ein Widerspruch? Partnerschulen Otto-Hahn-Gymnasium Göttingen (Niedersachsen) Schule Nr. 19 Darkhan (Mongolei) Förderung 9.907,50 € austausch bildet von iris ollech D ie Mongolen kommen! Die Ankündigung, die einstmals Angst und Schrecken verbreitete, löst heutzutage am Otto-Hahn-Gymnasium (OHG) in Göttingen erwartungsvolle Vorfreude aus. Denn alle zwei Jahre findet ein Austausch mit der Schule Nr. 19 in Darkhan statt. Bereits dreimal haben deren Schülerinnen und Schüler unter ihrer Lehrerin Oyunbileg Enhjargal den deutschen Alltag erlebt, ihre Partner aus Niedersachsen das Leben in der Mongolei. Erhard Irmer, der Chemie und Religion am OHG unterrichtet, hat die Kooperation von Anfang an begleitet. »Ein Kollege, der damals zum Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung wechselte, suchte Interessenten für eine Schulpartnerschaft rund um das Thema Wasser«, erinnert er sich. Er und sein Kollege Bertram Tyron erkannten die außergewöhnliche Chance für ihre Schule und begaben sich 2011 auf eine Erkundungsreise nach Darkhan. Die Industriestadt in der Nordmongolei wurde 1961 gegründet. Zweckmäßige Plattenbauten prägen den Ort. In der niedersächsischen Universitätsstadt stehen hingegen Jahrhunderte alte Fachwerkhäuser für Tradition. Und während Göttingen von Wäldern umgeben ist, liegt Darkhan inmitten einer kargen und trockenen Graslandschaft. Eine Gemeinsamkeit zwischen den ungleichen Partnern jedoch erwies sich als ideale Voraussetzung für die Projektarbeit – der Fluss. Göttingen liegt an der Leine, Darkhan am Kharaa. Hier wie dort haben die Schüler/-innen Proben genommen mit einem erstaunlichen Ergebnis. »Das Wasser in Deutschland war stärker belastet als in der Mongolei, vermutlich wegen der intensiven Landwirtschaft«, erzählt Bertram Tyron, der den Austausch begleitet. Möglich wurden solche Erkenntnisse, weil die deutsch-mongolischen Teams im »Schülerlabor XLAB« der Universität Göttingen ihre Versuche professionell auswerten konnten. Fächerübergreifende Vorbereitung Umweltbildung ist ein wichtiges, aber nicht das einzige Ziel des Austauschs. Nicht weniger wertvoll sind die Begegnungen zwischen zwei so unterschiedlichen Kulturen. Damit sie für beide Seiten gewinnbringend verlaufen, beginnen die Vorbereitungen schon früh. »Im Wahlpflichtunterricht, der in Niedersachsen ab der 8. Klasse angeboten wird, geht es ein Jahr lang um die Geschichte, Geographie und Religion der Mongolei. Wir binden die Themen so stark wie möglich fächerübergreifend ein«, sagt Erhard Irmer. Johanna Thomä war durch den Unterricht und verschiedene Informationsveranstaltungen neugierig geworden und hatte sich für den Austausch beworben. Ihre Eltern brauchte die 16-Jährige nicht zu überzeugen. Schließlich hatte bereits ihr Bruder am Projekt teilgenommen und stimmte Johanna auf das Abenteuer ein. Als ihre Gastschwester Munkhzaya im April 2016 nach Deutschland kam, hätten sie noch gefremdelt, erinnert sich Johanna. Und das lag wohl nicht allein an der Sprache. Die mongolischen Schülerinnen und Schüler lernen Deutsch und sprechen Englisch. Vielleicht, so vermutet Beekje Ahlborn, lag es am straffen Programm: gemeinsame Experimente, Besichtigungen rund um Göttingen sowie Exkursionen in die VW-Autostadt in Wolfsburg und nach Hamburg. »Wir Kontakt Erhard Irmer irmererhard@aol.com hatten wenig Zeit runterzukommen«, erinnert sich die 16-Jährige. »In der Mongolei war es entspannter und das Eis war schnell gebrochen.« Wie anders der Alltag dort getaktet ist, erlebte auch Johanna bei ihrer Gastschwester. »Munkhzaya wohnt in einer modernen Wohnung, aber aus der Dusche kam oft nur kaltes Wasser«, erzählt sie. Wie kostbar dieses Gut ist, erlebten die Schülerinnen und Schüler im Jurtenviertel Darkhans und in der Steppe. In den traditionellen Rundzelten kommt Wasser nicht aus dem Hahn, sondern muss in Kanistern mühsam herbeigetragen werden. Unterschiedliche Ansprüche Wie sehr die Mongolei als Schwellenland im Spannungsfeld zwischen Ökonomie und Ökologie steht, wurde auch bei der Besichtigung eines Wärmekraftwerks greifbar. Silas Wolff war überrascht: »Wir haben einen deutschen Ingenieur vor Ort gefragt, warum kaum Sonnen- und Windkraft genutzt wird. Er hat geantwortet, dass man sich zunächst auf die Energieversorgung konzentriere und erst in zweiter Linie auf den Umweltschutz.« Ähnliches bemerkte auch Beekje Ahlborn: »Mitten in der Steppe liegt Müll herum und man fragt sich, wo der herkommt.« Die deutsche Gründlichkeit bei der Abfalltrennung überraschte wiederum die Mongolen in Göttingen. Neben dem gemeinsamen Lernen war ein Thema wichtig, das Jugendliche auf der ganzen Welt beschäftigt: Musik. »Der Geschmack ging ziemlich auseinander. Die Mongolen hören gerne Volksmusik, wir haben ihnen vorgespielt, was bei uns in den Charts läuft«, sagen Johanna, Silas und Beekje. Dass Musik dennoch Brücken bauen kann, erlebten beide Seiten: Mit Umtata und Dirndl stimmten die Göttinger Gymnasiasten ihre Gastgeber aufs Oktoberfest ein. »Und ein mongolischer Schüler, der sich unsterblich verliebt hatte, widmete seiner Angebeteten einen selbstkomponierten Rap- Song«, erzählt der Lehrer Bertram Tyron schmunzelnd. Herausforderungen für die Zukunft Damit der Austausch auch 2018 erfolgreich fortgesetzt werden kann, muss das OHG nun wieder die eine große Herausforderung meistern: eine verlässliche Finanzierung. Im Rahmen der Initiative »Schulen: Partner der Zukunft« (PASCH) wird die Projektarbeit zwar gefördert. Gefordert ist jedoch auch die Fantasie der Schülerinnen und Schüler beim Spendensammeln. Dass sich die Mühe lohnt, dessen ist sich ihre Lehrerin Daniela Forkmann sicher. Sie hat 2014 und 2016 am Mongolei-Austausch teilgenommen und zieht ein ermutigendes Fazit: »Ich bin überzeugt, dass die Reisen nachwirken und etwas bleibt, nämlich die Offenheit gegenüber Fremden und anderen Kulturen.« — Die Autorin ist Journalistin in Bonn. 12

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