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Austausch bildet – Juni 2019

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Zum Jubiläum des Prämienprogramms stellt das Magazin Schulen vor, die in den letzten 60 Jahren Gastschüler aus aller Welt empfangen haben. Der europäische Austausch mit Erasmus+, der Schüleraustausch mit China und die Erfahrung ehemaliger Austauschschüler sind weitere Themen.

Schwerpunkt »60 Jahre

Schwerpunkt »60 Jahre Prämienprogramm« 15 Mit Deutsch Zukunft säen bieten sie Sport- und Kunstaktivitäten an, helfen im Deutschunterricht aus und sammeln Spenden. Der Verein organisiert außerdem Patenschaften für Waisenkinder, sodass diese Schulmaterialien und Weihnachtsgeschenke erhalten. Zum Master nach Bielefeld austausch bildet Abalo Pawilou studiert an der Universität Bielefeld Medienwissenschaften. In seinem Heimatland Togo setzt sich der ehemalige Teilnehmer am Internationalen Preisträgerprogramm des PAD für benachteiligte Schulkinder und besseren Deutschunterricht ein. von maria birkmeir, pad D ie vielleicht wichtigste Prüfung in seinem Leben hat Abalo Pawilou im Jahr 2003 bestanden, als er 17 Jahre alt war. Drei Stunden fuhr er mit dem Bus von Sokodé im Landesinnern von Togo in die rund 300 Kilometer entfernt liegende Hauptstadt Lomé. Dort sollte er im Goethe-Institut einen Aufsatz in deutscher Sprache schreiben. »Was sind deine Pläne für die Zukunft?«, lautete die Frage und an seine Antwort erinnert sich Abalo Pawilou heute noch genau: »Ich schrieb, dass ich Ackerbauer werden möchte. Meine Idee war, ein riesiges Feld zu kaufen, mit Maschinen zu bewirtschaften und Nahrungsmittel anzupflanzen, damit es in Zukunft weniger Hunger gibt.« Der Aufsatz überzeugte die Jury. So kam es, dass Abalo Pawilou als einer der zwei besten Deutschlerner seines Heimatlandes ausgezeichnet wurde und als Teilnehmer am Internationalen Preisträgerprogramm des PAD vier Wochen lang das Land kennenlernen konnte, dessen Sprache er sich so eifrig angeeignet hatte. Die Ursprünge des Deutschunterrichts in Togo gehen auf die Kolonialzeit zurück: Von 1884 bis zum Ende des Ersten Weltkriegs stand das heutige Staatsgebiet unter deutscher Herrschaft. Seit 1960 ist Togo unabhängig. Die Sprache der früheren Kolonialmacht ist trotzdem noch immer im Alltag präsent. Wie rund die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler des Landes lernte auch Abalo Pawilou ab der Sekundarstufe II Deutsch: »Ich habe mich angestrengt, war Klassenbester und bekam immer sehr gute Noten. Trotzdem hätte ich nie gedacht, dass ich als Kind einer armen Familie diesen Preis gewinnen würde. Mein Vater war Ackerbauer, aber er ist früh gestorben und wir hatten nicht viel Geld. Aber ich habe mich beworben und ich habe tatsächlich gewonnen«, berichtet er nicht ohne Stolz. In einer Gruppe mit anderen Jugendlichen aus der ganzen Welt lernte Abalo Pawilou im Sommer 2003 Deutschland kennen. Zwei Wochen lebte bei einer Gastfamilie in Duisburg, besuchte Berlin, Bonn und München und sah auf der Zugspitze zum ersten Mal in seinem Leben Schnee. Doch es sind nicht nur die Ausflüge und Sehenswürdigkeiten, die sich ihm ins Gedächtnis eingeprägt haben. Was ihn nicht weniger beeindruckte, war die Mentalität der Menschen, die er hier kennenlernte: »Ich habe mir deshalb genau überlegt, was ich später einmal aus Deutschland für Togo übernehmen könnte«, sagt er. Glücksfall Germanistikstudium Bis er seine Ideen in die Praxis umsetzen konnte, war es aber ein steiniger Weg. Um weiter die Schulgebühren bezahlen zu können, musste er in den Ferien auf dem Feld arbeiten. Nach dem Abitur sah er ohne finanzielle Mittel zunächst keine Perspektive. So war es auch eine gehörige Portion Glück, dass er an der Deutschen Botschaft in Lomé Stefan kennenlernte, einen jungen Deutschen, der dort gerade ein Praktikum absolvierte. Dessen Freundin arbeitete als Zeitungsjournalistin und führte ein Interview mit Abalo Pawilou. Die beiden unterstützen ihn finanziell, sodass dieser endlich ein Germanistikstudium in Lomé aufnehmen konnte. „Wir sind bis heute sehr gut befreundet. Stefan ist mittlerweile mit Deike verheiratet und sie haben einen Sohn. Das ist wie meine deutsche Gastfamilie für mich“, erzählt der ehemalige Preisträger. Nach Abschluss seines Magisterstudiums arbeitete Abalo Pawilou zwei Jahre lang als Journalist in Lomé und organisierte Kurse für Radio- und Fernsehjournalismus, unter anderem am Goethe-Institut. Seine Zur Person Heimatland Togo Preisträger 2003 Heute Idee, die Qualität des Deutschunterrichts an den Schulen in Togo zu verbessern, gab er dabei nie auf. 2010 gründete er deshalb gemeinsam mit anderen Unterstützern den »Verein Deutsche Freunde«. Zwar waren einige bürokratische Hürden zu nehmen, um von den Behörden registriert zu werden. Mittlerweile aber kooperiert der Verein mit 16 verschiedenen Privatschulen in Lomé und veranstaltet regelmäßig, angelehnt an das Auswahlverfahren des Preisträgerprogramms, einen Deutschwettbewerb. Von den Aktivitäten sollen aber auch Schulen außerhalb der Hauptstadt profitieren. Gerade auf dem Land fehlt es oft an qualifizierten Deutschlehrkräften. Viele Schulgebäude befinden sich zudem in einem schlechten Zustand, manchmal fehlen sogar Sanitäranlagen und sauberes Trinkwasser. »Wir wollten nicht auf Unterstützung aus dem Ausland warten«, erzählt Abalo Pawilou. »Stattdessen sagten wir uns, dass wir das auch selbst machen können.« Mit seinem Verein baute er deshalb eine Art Freiwilligendienst für Jugendliche auf, die sich an Schulen engagieren wollen. Nach einer Einführung Fünf Jahre nach der Vereinsgründung hatte Abalo Pawilou wieder ein wichtiges Auswahlgespräch: Diesmal reiste er auf Einladung der Konrad-Adenauer-Stiftung in die Elfenbeinküste und stellte sich dort vor mit Erfolg. Als Stipendiat der Stiftung konnte er nach Deutschland zurückkehren und sich im Sommersemester 2018 an der Universität Bielefeld für ein Masterstudium in Medienwissenschaft einschreiben. Daneben engagiert er sich weiter als Vorsitzender der von ihm begründeten Initiative und versucht, neue Projekte anzustoßen. Nachdem der »Verein Deutsche Freunde« in Togo als Nichtregierungsorganisation anerkannt wurde, hofft Abalo Pawilou jetzt darauf, Kooperationspartner in Deutschland zu finden. Sein Traum ist es, nach dem Studium wieder in sein Heimatland zurückzukehren, um dort für seinen Verein ein Zentrum in Lomé aufzubauen: »Sprachkenntnisse sind eine gute Grundlage für mehr Wissen und damit mehr Fortschritt«, erklärt der ehemalige Preisträger. »Wir brauchen aber auch praktische Ausbildungen für junge Leute, bessere Fortbildungen für unsere Lehrkräfte und insgesamt bessere Bedingungen an den Schulen«. Seinen Kindheitstraum von einer Zukunft als Ackerbauer hat Abalo Pawilou nicht aufgegeben. Nur seine Strategie hat er mittlerweile geändert: Anstatt Nahrungsmittel anzupflanzen, möchte er Keime für bessere Bildung säen. Masterstudent an der Universität Bielefeld Weitere Informationen http://vereindeutschefreunde.centerblog.net m vereindeutschefreunde@yahoo.de 14 Illustration: DITHO/Anna-Maria Flöck

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