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Austausch bildet – Juni 2020

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis des internationalen Schulaustauschs. Schwerpunkt der Juni-Ausgabe ist der Epochenwechsel in Europa vor 30 Jahren. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen.

25 erasmus+ ab 2021

25 erasmus+ ab 2021 austausch bildet werden, um möglichst vielen junge Menschen eine internationale Erfahrung machen zu lassen. Auch die EU-Kommission hat das neue und im Jahr 2021 startende Erasmus+ Programm unter die Überschrift der sozialen Inklusion gestellt und verspricht sich davon große Wirkungen. Soziale Inklusion ist derzeit das allseitig beschworene Gebot der Stunde. Dieses Gebot formuliert sich relativ leicht, stellt in der Umsetzung allerdings eine große Herausforderung dar. Mit mehr Fördermitteln alleine ist es nicht getan, wenngleich sie natürlich erforderlich sind. Ich betrachte es als vorrangig, Schülerinnen und Schüler, Eltern, Lehrkräfte und Schulleitungen von unterrepräsentierten Schularten zu gewinnen. Hier gibt es häufig den Hinweis, internationaler Austausch sei nichts für sie, das sei Sache der Gymnasien. Dort würden mehr Fremdsprachen gelehrt und gesprochen und überhaupt seien die Jugendlichen dort interkulturell besser aufgestellt. Neue Formate und mehr Anerkennung Hier gilt es, Überzeugungsarbeit zu leisten und breitflächig nicht nur über Angebote zu informieren, sondern Formate zu entwickeln, die niedrigschwellig sind und nicht von Fremdsprachenkompetenzen abhängen. Lehrkräfte aller Schularten brauchen innerhalb der Aus- und Fortbildung Informationen und Instrumente, wie Austausch in bislang unterrepräsentierten Schularten umgesetzt werden kann. Daneben ist es unabdingbar, Schulen durch vereinfachte Antragsmodalitäten zu entlasten oder Schulen im Rahmen von Erasmus + durch die Beteiligung an Austauschkonsortien »an die Hand zu nehmen«. Außerdem brauchen Austausch und seine mögliche Wirkung mehr Anerkennung, sowohl in der Bildungspolitik wie auch in den Schulen selbst. Nach meiner Wahrnehmung gibt es im Bereich der Bildungspolitik ein großes Wohlwollen für internationalen Austausch. Entsprechende Signale erreichen uns aus fast allen politischen Richtungen. Nicht zuletzt die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Dr. Stefanie Hubig, hat Europa und die Europabildung ins Zentrum ihrer Präsidentschaft gerückt und diese unter das Motto »Europa (er-)leben und gestalten« gestellt. Ich betrachte es als Aufgabe des PAD, dieses Wohlwollen zu nutzen, Austausch auf die politische Agenda zu heben und dafür zu werben, wie viel Potenzial in dem Thema steckt, gerade in Zeiten, da Demokratiebildung als vordringliche schulische Aufgabe beschrieben wird. Wir wollen als eine Einrichtung wahrgenommen werden, die den Schulen und der Bildungsverwaltung ein attraktives Angebot macht. Kurzum: Wir wollen im bildungspolitischen Kontext für die möglichen positiven Wirkungen von Austausch sensibilisieren und werben dafür, Austausch in Aus- und Fortbildung besser zu verankern. In Schulen wollen wir ebenfalls auf die Wirkungen, insbesondere im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung, von Austausch hinweisen, wollen dazu ermutigen, Austausch stärker zu einem Thema der ganzen Schule zu machen, und den Schulen Hilfestellungen anbieten. Fazit: Jetzt, da der sogenannte Kalte Krieg etwa 30 Jahre zurückliegt, gibt es nicht nur Anlass, über den Zustand der Demokratie zu sprechen, sondern vor allem über Aufgaben und Chancen von internationalem Austausch. Die Aufgaben bestehen in der Umsetzung der sozialen Inklusion, in der Entwicklung von Formaten und in der Unterstützung der Lehrkräfte und Schulen durch Fortbildungsangebote. Die Chancen von Austausch lassen sich am Programm von Erasmus+ ab 2021, das voraussichtlich erheblich mehr Fördermittel für den Schulbereich bereitstellen wird, und am bildungspolitischen Bekenntnis zu Internationalität, wie es sich etwa am Thema der diesjährigen Präsidentschaft der Kultusministerkonferenz niederschlägt, festmachen. Zur Person Gernot Stiwitz leitet seit Mai 2016 den PAD. Zuvor arbeitete der gelernte Gymnasiallehrer im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Kultur des Landes Rheinland-Pfalz. Ermunternde Signale Ende 2020 läuft Erasmus+ aus. Für den Schulbereich bleibt festzuhalten, dass das Programm vor sechs Jahren schwerfällig begann. Die EU-Kommission hat das erkannt, im weiteren Verlauf die Verfahren vereinfacht und damit dazu beigetragen, das Programm attraktiver zu gestalten. von thomas spielkamp, pad Z um Programmstart von Erasmus+ hätte sich kaum jemand vorstellen können, unter welchen Vorzeichen die letzten Antragsrunden des Programms im Jahr 2020 ablaufen würden. Zum Zeitpunkt der Antragsrunde 2020 für die Leitaktion 1 (Lehrerfortbildung) führten technische Schwierigkeiten auf europäischer Ebene dazu, dass der Antragstermin um eine Woche auf den 11. Februar verschoben werden musste. »Corona« war damals zwar schon bekannt, aber dass die Antragsrunde für die Leitaktion 2 (Strategische Partnerschaften) von der vollen Wucht des Virus getroffen und um einen ganzen Monat auf den 23. April verschoben werden musste, konnte damals niemand absehen. Seitdem überschattet die Pandemie die Themen »europäischer und internationaler Austausch« in einem bisher nie bekannten Ausmaß. Schulfahrten im In- und Ausland sind bis zum Ende des Schuljahres abgesagt und Festlegungen für das nächste Schuljahr sind bis auf Weiteres nicht möglich. Vor diesem Hintergrund stellt sich nun aber heraus, dass die letzten Antragsrunden von Erasmus+ in beiden Leitaktionen einen vollen Erfolg und die bisher besten in der gesamten Programmlaufzeit darstellen. In der Leitaktion 1 wurden insgesamt 677 Anträge gestellt, davon 38 Anträge von Konsortien, die für jeweils eine größere Anzahl von Schulen einen »Sammelantrag« stellen. Dabei liegt das beantragte Budget rund 38 Prozent über den zur Verfügung stehenden Mitteln in Höhe von 13,5 Millionen Euro. > in zahlen in deutschland eingereichte erasmus+ anträge im schulbereich Leitaktion 1 Leitaktion 2 380 242 315 583 385 632 480 677 2017 2018 2019 2020 24

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