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Austausch bildet - Juni 2022

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. "Das mehr im Plus" lautet das Motto der Juniausgabe, die zeigt, welche Möglichkeiten Erasmus+ bietet und welche Erfahrungen Schulen und Kitas mit dem europäischen Austausch sammeln. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen oder abonnieren. www.kmk-pad.org/shop

austausch

austausch bildet einen Beitrag erstellen. Das ist ein hoher Anspruch. Den Europass bekommt man also nicht einfach dafür, in ein anderes Land zu fahren und sich dort ein bisschen umzuschauen. Hand aufs Herz: Wie empfinden Sie die administrativen Prozeduren der Servicestelle für den Europass, um an die Ausweise zu gelangen? Offen gesagt: Projektanträge im Vorläuferprogramm von Erasmus+ waren sehr aufwendig. Wir hatten deshalb zunächst befürchtet, dass auch der Europass kompliziert sein könnte. Tatsächlich aber sind die Prozeduren übersichtlich, wenn man sich einmal mit seinen Stammdaten registriert hat. Sobald die Schule freigeschaltet ist, erstellt man Textbausteine, die für die einzelnen Schülerinnen und Schüler verwendet werden können. Wer das einmal gemacht hat, für den ist die weitere Arbeit ein Kinderspiel. Wie kommt das Zertifikat bei den Schülerinnen und Schülern an? Vor allem ältere Schülerinnen und Schüler, die sich auf Bewerbungen vorbereiten, zeigen großes Interesse. Sie wissen, dass sie etwas leisten müssen, um den Europass zu erlangen. Deshalb hat er für sie einen besonderen Wert. Zur Person Birgit Anders unterrichtet Deutsch und Französisch an der Ursulinenschule Fritzlar und leitet dort den Gymnasialzweig. Seit 2009 organisiert sie an der Ursulinenschule Fritzlar EU-Projekte. ... der dann durch die Vergabe gewürdigt wird? Wir haben das bislang immer in einer feierlichen Veranstaltung zelebriert, worüber sich die Schülerinnen und Schüler freuten. Beim ersten Mal war auch die Schulleitung dabei und die Presse war eingeladen. Zu dieser Wertschätzung kommt, dass der Europass nicht nur von uns als entsendender Schule, sondern auch von der gastgebenden Einrichtung unterschrieben wird. Gerade das macht vielen Schülerinnen und Schülern nochmals deutlich, dass sie an einem europäischen Austauschprojekt teilgenommen haben. Und wenn sie sehen, dass auch ihre Partner in Polen, Italien, Finnland und Spanien den Europass bekommen, dann erleben sie, dass wir in Europa an einem Strang ziehen. Wissen Sie, ob Schülerinnen und Schüler den Europass später tatsächlich verwenden können? Mir haben tatsächlich ehemalige Schülerinnen und Schüler erzählt, dass der Europass für ein Stipendium während des Studiums Teil ihrer Unterlagen war oder bei Bewerbungen für einen Ausbildungsplatz geholfen hat. Dort, wo Fremdsprachenkenntnisse und Selbstbewusstsein gefragt sind oder Offenheit und Toleranz unterstrichen werden sollen, ist der Europass ein nützliches Dokument, denn er zeigt: Schaut her, ich habe Erfahrungen über meinen Tellerrand hinaus gemacht. Über den Europass Der Europass ist eine europäische Initiative, um die Transparenz der nationalen Bildungssysteme zu erhöhen und deren Vergleichbarkeit in Europa zu verbessern. Der Europass Mobilität als eines der Europass-Dokumente dokumentiert dabei eine Lernerfahrung von beliebiger Dauer im Ausland, sofern bestimmte Kriterien beim Auslandsaufenthalt erfüllt sind. Einmal ausgedruckt und gestempelt, kann der Europass Mobilität dem Inhaber in einem speziellen Folder überreicht werden. Es ist auch möglich, diesem Folder bei späteren Auslandsaufenthalten weitere Exemplare des Europasses Mobilität hinzuzufügen. Informationen zum Europass gibt es auf dem Onlineportal www.europass.eu. Dort sind auch andere Europass-Instrumente wie beispielsweise das e-Portfolio und der Lebenslauf- Editor verfügbar. Eine Anleitung für die Beantragung des Europasses Mobilität im Schulbereich gibt es auf der Website des PAD www.erasmusplus.schule/service/europass 16

Neue Initiativen mit Erasmus+ 17 Mission digitaler austausch eTwinning Seit Richard Powers vor einigen Jahren eTwinning entdeckt hat, ist der Stuttgarter Hochschullehrer mit amerikanischen Wurzeln ein großer Fan des europäischen Schulnetzwerkes. Seine Begeisterung möchte er an Lehramtsstudierende weitergeben und ihnen die Grundlagen für eigene Projekte vermitteln. von iris ollech S ein Fernweh war es, das Richard Powers 1982 nach Deutschland brachte und zum Wahlschwaben machte. Nach der Highschool bewarb sich der weltoffene Junge aus Maryland für ein Auslandsstipendium des Reserve Officer Training Corps (ROTC), einem Ausbildungsprogramm der amerikanischen Armee. Die »Army« finanzierte sein Studium, dafür verpflichtete sich der damals 22-Jährige vier Jahre lang als Offizier und trat seinen Dienst in Stuttgart an, dem Hauptquartier der US-Streitkräfte in Europa. Hier erfüllte er sich nicht nur seinen Traum, eine andere Kultur kennenzulernen, er entdeckte auch seine Passion fürs Lehren: Als die University of Maryland Global Campus Ersatz für einen erkrankten Englischdozenten suchte, meldete sich Richard Powers und erhielt den Job. Nach Ablauf seines vierjährigen aktiven Armeedienstes blieb er als Reservist in seiner Wahlheimat. Er unterrichtete im Fernunterricht Soldatinnen und Soldaten in baden-württembergischen Kasernen bis zu seinem Dienstende 2014. Zusätzlich erhielt er 1991 einen Lehrauftrag für Amerikanistik und Literaturwissenschaft an der Universität Stuttgart, wo der 62-jährige Oberstleutnant a. D. noch heute Lehramtsstudierende ausbildet. Inspiration eTwinning Als er 2017 in einem Newsletter des PAD einen Artikel über eTwinning entdeckte, war er elektrisiert. »Ich dachte mir, wow, was für ein tolles Programm. Als Amerikaner habe ich erlebt, wie bereichernd es ist, unterschiedliche Kulturen zu verstehen. Und als >

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