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Austausch bildet - Juni 2022

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Das Magazin „Austausch bildet“ des PAD veröffentlicht Beiträge zur Praxis im internationalen Schulaustausch. "Das mehr im Plus" lautet das Motto der Juniausgabe, die zeigt, welche Möglichkeiten Erasmus+ bietet und welche Erfahrungen Schulen und Kitas mit dem europäischen Austausch sammeln. Sie können das Heft kostenlos im PAD-Webshop bestellen oder abonnieren. www.kmk-pad.org/shop

Ukraine zeit ihres

Ukraine zeit ihres Lebens für ein friedliches Miteinander ein und erhielt 1905 als erste Frau den Friedensnobelpreis. Noch am 17. Februar veröffentlichte die Schule deshalb auf ihrer Website eine Botschaft des Schulleiters, in der dieser seine Sorge angesichts der damals schon brisanten Lage in der Ukraine zum Ausdruck brachte: »Wir hoffen inständig auf eine gewaltfreie Lösung des Konflikts«, schrieb er seinerzeit. Diese Hoffnung hat sich nicht erfüllt. Um ein Zeichen der Solidarität zu setzen, hat das Bertha- von- Suttner-Gymnasium eine Crowdfunding-Kampagne initiiert, um Geld für die Partnerschule und die ukraiaus aktuellem anlass Im Austausch mit der Ukraine Der PAD fördert seit vielen Jahren – vor allem im Rahmen der Initiative »Schulen: Partner der Zukunft« (PASCH) – Austausch und Begegnung zwischen Schulen und Lehrkräften aus Deutschland und der Ukraine. Der Krieg, den Russland gegen das Land und seine Menschen führt, widerspricht den gemeinsamen Werten dieser Programme. Seit mehr als 20 Jahren sind das Bertha-von- Suttner- Gymnasium in Oberhausen (Nordrhein- West falen) und das 46. Gymnasium in Saporishshja in der südlichen Ukraine Austauschpartner. Der Namensgeberin ihrer Schule fühlen sich die Lehrkräfte, Schülerinnen und Schüler in Oberhausen dabei besonders verpflichtet: Bertha von Suttner setzte sich nischen Flüchtlinge zu sammeln. Sichtbarer Ausdruck sind zudem die Friedenstauben, die Schülerinnen, Schüler und das Lehrerkollegium gestaltet und überall im Schulgebäude aufgehängt haben. »Viele ehemalige ukrainische Austauschteilnehmer und -teilnehmerinnen sind von ihren deutschen Partnern mit Familie in Oberhausen aufgenommen worden. Auch zwei Lehrerinnen mit Familie sind inzwischen »Die Waffen nieder!« hier. Die Demokratie-AG unseres Bertha von Suttner Gym nasiums bemüht sich zu helfen, wo sie kann«, berichtet Julia Bron, die die Aktionen gemeinsam mit Lina Kindermann und Stefan Schubert koordiniert. So wie das Bertha-von-Suttner- Gym nasium haben viele andere Schulen Stellung bezogen und Solidarität mit ihren Partnern in der Ukraine bezeugt. Einige Impressionen sind hier zusammengestellt. Regelmäßig aktualisiert wird die Website des PAD www.kmk-pad.org/praxis/im-austausch-mit-derukraine.html. 4 austausch bildet

5 »Was können wir tun? Wie können wir helfen?«, fragten sich die Schülerinnen und Schüler am Ulrichgymnasium Norden (Niedersachsen), das mit der Kiewer Schule Nr. 40 eine Partnerschaft pflegt. Sie entschieden sich, an einer Kundgebung auf dem Marktplatz der Stadt teilzunehmen und einen Sponsorenwandertag durchzuführen. Die dabei gesammelten Spenden für ukrainische Geflüchtete sind beachtlich: Rund 22.000 Euro kamen zusammen. Das letzte Telefonat vor Beginn des Krieges schloss der Austauschkoordinator des Gymnasiums Nr. 59 in Kiew mit sorgenvollen Worten: »Wir haben Angst«, sagte er seinem Kollegen Henning Schröder vom Gymnasium Altenholz (Schleswig-Holstein), das seit vielen Jahren Begegnungen mit der Schule in der ukrainischen Hauptstadt organisiert. Die weiteren Ereignisse gaben ihm recht. Mit verschiedenen Aktionen haben daraufhin die Schülerinnen, Schüler und Lehrkräfte in Altenholz dafür gesorgt, den Austausch im Schulalltag sichtbar zu machen – und damit ihre Partner unterstützt. So veranstaltete die Klasse 8a vor den Osterferien einen Flohmarkt und verkaufte in den Pausen ukrainische Kuchenspezialitäten. Besonders berührt hat Henning Schröder auch die Hilfsbereitschaft vieler Altenholzer Gastfamilien aus früheren Austauschen, die Geflüchtete aufgenommen haben. Von der Schülerbegegnung zum Hilfsprojekt: Das Gymnasium Steigerwald-Landschulheim in Wiesentheid (Bayern) ist seit vielen Jahren mit dem Gymnasium Lessja Ukrainka und der Spezialisierten Schule Nr. 4 in Nowograd- Wolhynsk verbunden. Koordinatorin Martina Schenk berichtet: »Nachdem sich die Lage auch in der nordukrainischen Stadt zugespitzt hatte, haben meine Kollegen Harald Godron und Wolf- Dieter Gutsch Busse organisiert, die Frauen und Kinder nach Wiesentheid brachten.« Die Kinder wurden hier dann zum Teil von geflüchteten Lehrkräften und von ehemaligen Lehrkräften an der Schule betreut. Obwohl die Umstände »traurig und schockierend« seien, sei es doch »tröstlich, dass durch den Austausch so enge persönliche Beziehungen entstanden sind, dass die Hilfsaktion möglich war«, sagt Martina Schenk.

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