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Deutsch im Gepäck

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Unterwegs mit dem Prämienprogramm Mit dem Prämienprogramm ermöglicht der PAD Deutsch lernenden Schülerinnen und Schülern aus dem Ausland einen Lernaufenthalt in Deutschland. Die 40-seitige Broschüre lässt ehemalige Preisträger ebenso zu Wort kommen, wie Reiseleiter, Lehrkräfte und Gasteltern.

Deutschland Plus wilhelm-ostwalt-gymnasium leipzig »Wenn die Gruppen da sind, ist es ein 24-Stunden-Job« Einem Zufall war es zu verdanken, dass Dagmar Schreiber, die am Wilhelm- Ostwald-Gymnasium in Leipzig (Sachsen) unterrichtet, auf das Programm »Deutschland Plus« aufmerksam wurde. Nachdem eine andere Schule ausgefallen war, drohte eine Gruppe aus Rumänien »in der Luft zu hängen«, erinnert sie sich. Daraufhin sprangen sie und einige Kolleginnen und Kollegen kurzfristig ein – und waren begeistert. Zwei Jahre später kamen Schülerinnen und Schüler aus den USA dazu. Frau Schreiber, wie wird «Deutschland Plus« an Ihrer Schule in den Unterricht integriert? Wichtig ist mir, dass »Deutschland Plus« wirklich als ein Programm der Schule gesehen wird. Ich gehe deshalb schon im Januar in die Klassen und zu Elternabenden, berichte von den Gästen und versuche, Schülerinnen und Schüler sowie deren Eltern zu gewinnen. Während des Aufenthaltes hospitieren die Gastschülerinnen und Gastschüler dann in einzelnen Unterrichtsstunden und werden zusätzlich von einem Deutschlehrer unterrichtet. Wichtig ist außerdem, dass das Programm »Deutschland Plus« auch von den anderen Lehrerinnen und Lehrern unseres Gymnasiums mitgetragen wird und wir als Team zusammenarbeiten. Inzwischen weiß ich, wen ich bei der Programmgestaltung für bestimmte Aufgaben ansprechen kann. Dazu gehört zum Beispiel auch unser Sportlehrer, ein begeisterter Paddler, der die Gruppe gern sogar einen ganzen Tag übernimmt. Andere Kollegen kommen inzwischen von sich aus auf mich zu und bieten ihre Unterstützung an. Werden Ihre Kolleginnen und Kollegen dafür an anderer Stelle entlastet? Selbstverständlich kann ich für das Programm keine Anrechnungsstunden geben. Die Mitarbeit muss deshalb eine freiwillige sein. Umso wichtiger ist es, dass wir als Schulleitung hinter den Kolleginnen und Kollegen stehen und ihnen bei der Arbeit mit den Gastschülerinnen und Gastschülern den Rücken stärken. Damit zeigen wir, dass uns das Programm wichtig ist. Spielraum habe ich, wenn es zum Beispiel darum geht, Exkursionen zu ermöglichen. Für viele Kolleginnen und Kollegen sind solche Angebote eine Bereicherung ihres eigenen Schulalltages. Unter diesen Voraussetzungen funktioniert das Programm sehr gut und gibt auch uns als Gymnasium viel zurück. Ohne Beschönigung: Lässt sich ein Programm wie »Deutschland Plus« nebenbei und stressfrei von der Schule durchführen? Die Vorbereitung und Konzeption sind aufwendig, allerdings stellt sich nach der mehrfachen Durchführung dieses Programms auch eine Routine ein, die Vor- und Nachbereitung schneller von der Hand gehen lässt. Den damit verbundenen Stress empfinde ich persönlich als positiv und motivierend. Nach einigen Jahren im Programm kann ich zudem auf viele Erfahrungen zurückgreifen. Bewährt haben sich auch strukturiertes Herangehen und eine langfristige Planung. Wenn die Gruppen da sind, ist es ein 24-Stunden- Job, allerdings mit so vielen schönen Momenten, dass ich diese Zeit nicht als belastend bzw. übermäßig anstrengend empfinden kann. Welchen Mehrwert sieht Ihre Schule in dem Programm? Wir sehen vor allem die vielen Begegnungen und Gespräche mit Schülerinnen und Schülern anderer Nationen. Es ist interessant, zu erfahren, wie sie die Welt betrachten und wie sie auf unsere Gesellschaft schauen. Damit öffnen wir unsere Schule. Viele Eltern sind zudem dankbar, dass ihre Kinder solche Erfahrungen machen können und einen Blick von daheim aus in die Welt werfen können. Die Gasteltern kümmern sich sehr engagiert außerhalb des Unterrichts um ihre Gäste und zeigen ihnen ihr privates Leben. Dies reflektieren die Gastschülerinnen und Gastschüler mit großer Dankbarkeit und spiegeln ihre Erfahrungen mit Deutschland wiederum in den Abschlussprogrammen, die sie für unsere Schülerinnen und Schüler und deren Eltern gestalten. Ganz oft ergeben sich aus diesen dreiwöchigen Begegnungen Freundschaften, die über die Jahre halten und nicht nur als Brieffreundschaften weiter bestehen, sondern auch durch Besuche auf privater Basis gefestigt werden. Gemeinsam Paddeln: Gastschülerinnen und Gastschüler aus Rumänien und den USA 2016 unterwegs auf dem Leipziger Neuseenland. Empfang beim Oberbürgermeister in Markkleeberg: Die Gruppe aus Rumänien 2014 zu Besuch im Rathaus.. Welche Höhepunkte gibt es für die Schülergruppen im Programm? Das »Zeitgeschichtliche Forum Leipzig« bietet gute Möglichkeiten, sich mit der deutsch-deutschen Geschichte zu befassen. Ein willkommener Partner für uns ist auch das Wolfgang-Köhler-Primatenforschungszentrum im allseits bekannten Leipziger Zoo. Hinzu kommen die vielen kulturellen Stätten in Mitteldeutschland; Exkursionen nach Weimar, Dresden und in die Sächsische Schweiz begeistern unsere Gäste. Aber auch eine Fahrt nach Berlin ist in jedem Sommer obligatorisch. Dabei gehen wir gern auf die Wünsche unserer Gastschülerinnen und Gastschüler ein – so war zum Beispiel bei unserer letzten Berlin-Exkursion für unsere amerikanischen Gäste nicht nur der Besuch des Checkpoint Charlie ganz wichtig, sondern auch der »Werksverkauf« einer bekannten deutschen Schokoladenmarke. Aber natürlich besuchen wir auch den Berliner Dom, das Brandenburger Tor und das Reichstagsgebäude sowie weitere Sehenswürdigkeiten der Hauptstadt. Zur Person Dagmar Schreiber ist stellvertretende Schulleiterin des Wilhelm-Ostwald-Gymnasiums in Leipzig, an dem sie Deutsch und Latein unterrichtet. Seit 2011 engagiert sie sich für das Programm »Deutschland Plus« und betreut Schülergruppen aus Rumänien und den USA. 24 | | 25

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