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Eine deutsch-norwegische Regio-Partnerschaft

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Für die erfolgreiche Inklusion von Kindern mit besonderem Förderbedarf muss nicht nur die Einstellung der Pädagoginnen und Pädagogen stimmen. Auch die Zusammenarbeit der verschiedenen Einrichtungen im Bildungsweg der Kinder und die gelungene Gestaltung der Bildungsübergänge sind von Bedeutung. Zwei Jahre haben das Amt für Bildung der Stadtverwaltung Erfurt (Thüringen) und das Amt für Bildung der Stadt Fjell in Norwegen in einem von der EU geförderten COMENIUS-Regio-Projekt kooperiert und einen Austausch mit Hospitationen und Fortbildungsangeboten initiiert

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4 | Eine Wimpelkette symbolisiert die Verbindung zwischen den Akteuren im Projekt. Projekt koordiniert hat. Die Professionalität der Pädagoginnen und Pädagogen, die in so verschiedenartigen Einrichtungen wie Kitas, Grundschulen, weiterführenden Schulen und Jugendhilfe arbeiten, ist Voraussetzung für eine gute Netzwerkarbeit im kommunalen Raum. Im Mittelpunkt steht dabei das Wohl des einzelnen Kindes. Vor dem Studienbesuch in Fjell war es dem Erfurter Bildungsamt wichtig, Wünsche der Mitarbeiter/-innen in den städtischen Bildungseinrichtungen zu ermitteln. Die Personen aus der Praxis sind es schließlich, die Lösungen für ihre Arbeit benötigen. Vor jedem der drei Besuche in Fjell, an der jeweils acht Fachkräfte aus Erfurt teilnehmen konnten, hat die Behörde deshalb einen Workshop zur Vorbereitung organisiert. Dort stellte das Amt für Bildung die norwegischen Partnereinrichtungen mit ihren Konzepten vor. Außerdem konnten die Workshop-Teilnehmer/-innen aus einem »Koffer« eine passende Methode wählen – etwa eine Hospitation oder die Teilnahme an einem World Café. Das Protokoll des Workshops hat das Amt für Bildung seinem norwegischen Partner geschickt, der auf dieser Grundlage ein Programm strickte: »Diese Methode hat sich als wichtiger Grundstein unserer Zusammenarbeit bewährt«, erklärt Sandra Bennewitz. Kulturell ankommen So kam es etwa im Frühjahr 2014 zur Hospitation bei der Tranevagen Schule in Fjell. Auf die weiterführende Schule gehen Mädchen und Jungen im Alter von 13 bis 16 Jahren. Inspiriert hat die Erfurter Delegation das Konzept der Einführungsklassen für Kinder mit Migrationshintergrund – der »Introduction Classes«. Gleich von Anfang an sind die Kinder einer normalen Klasse zugeordnet. Im Mittelpunkt steht für sie, kulturell im Land anzukommen und die norwegische Sprache mit einer Lehrkraft für Norwegisch als Zweitsprache zu lernen. Wo es auf Norwegisch nicht so sehr ankommt, wie etwa in der Sportstunde, kommen sie mit den Schülerinnen und Schülern der Regelklasse zusammen. Allmählich werden die einzelnen Kinder mit Migrationshintergrund in die normale Klasse integriert.

| 5 »Mich hat am meisten die positive Haltung zum Kind beeindruckt – wie mit Kindern in Kita und Schule umgegangen wird, auch wenn sie sich nicht immer so verhalten, wie es sich die Erwachsenen wünschen.« Professorin Michaela Rißmann, Erziehungswissenschaftlerin an der Fachhochschule Erfurt »In Norwegen haben wir überraschende Sachen gesehen, gerade was die Zusammenarbeit von Schule mit anderen unterstützenden Diensten betrifft«, sagt Olaf Hopfgarten, Jugendhilfeplaner der Stadt Erfurt, über seine Eindrücke in Fjell. In der Tranevagen Schule gehört etwa eine Krankenschwester fest zum pädagogischen Team. Die Krankenschwester wartet in einem gemütlichen Raum mit Couch und Besprechungstisch. »Jederzeit können die Kinder aus dem Unterricht gehen, um mit der Pflegerin über medizinische Fragen zu sprechen, aber auch über psychologische und mentale Aspekte der Gesundheit«, erklärt Sandra Bennewitz. Auch hier hat Erfurt die Impulse aufgenommen und im Oktober 2014 anlässlich steigender Flüchtlingszahlen fünf Einführungsklassen für Kinder mit Migrationshintergrund in Grundschulen gebildet. Sie funktionieren ähnlich wie norwegische »Introduction Classes«. Haltungen weitertragen Doch der Austausch innerhalb der COMENIUS- Regio-Partnerschaft hat Pädagoginnen und Pädagogen aller beteiligten Bildungseinrichtungen bereichert – auch die der Kolleginnen und Kollegen in Fjell, die von den Erfurtern Anregungen zur Gestaltung des individuellen Übergangs von Kita zur Grundschule erhielten. Sich mit den eigenen Methoden auseinandersetzen, die Arbeit reflektieren, noch einmal einen Schritt zurücktreten und schauen, was man als Lehrkraft bewirkt hat – so beschreibt Sandra Bennewitz die professionelle Haltung auf beiden Seiten. »Natürlich fahren nicht acht Leute dreimal nach Norwegen und gleich verändert sich die ganze Welt. Doch im Kleinen hat sich die pädagogische Haltung schon gewandelt. Wir tragen das weiter in unsere Institutionen«, sagt Jeannette Mardicke, Mitarbeiterin in der COMENIUS-Regio-Partnerschaft vom Erfurter Amt für Bildung.

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