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Erasmus+ Success Stories

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Die Broschüre stellt Erasmus+ Projekte aus dem Schulbereich vor, die 2019 abgeschlossen wurden. Sie wurden aufgrund ihrer besonderen Qualität vom PAD als "Success Story" ausgezeichnet. Lesen Sie mehr über die jeweiligen Ziele und Aktivitäten der Schülerbegegnungen, Fortbildungen und europäischen Projektarbeit zwischen Partnerschulen.

Auf dem Weg nach Europa

Auf dem Weg nach Europa Über das Projekt Projekttitel On the Move in Europe – Towards a Democratic, Multicultural Europe Koordinierende Einrichtung Städtische Realschule Waltrop Bundesland Nordrhein-Westfalen ` Partnerschaftstyp Schulpartnerschaft Kontakt Dr. Bärbel Semjatova sekretariat@realschule-waltrop.de Partner • Institut Pere Vives Vich (Spanien) • Pécsi Apáczai Csere János Általános Iskola, Gimnázium, Kollégium, Alapfokú Müvészeti Iskola (Ungarn) • Istituto Istruzione Superiore I. Newton (Italien) • Stichting regionale scholengemeenschap (RSG) (Niederlande) • Colegiul National Pedagogic C. Bratescu ˇ (Rumänien) Projektlaufzeit 1. September 2016 bis 31. Dezember 2018 EU-Förderung 24.960 Euro für die koordinierende Einrichtung Website www.colegium.ro/on-the-move-in-europe W ie begegnet man einer Herausforderung, die in keinem Lehrplan steht? Das fragten sich die Lehrkräfte der Realschule Waltrop, als 2015 die ersten Geflüchteten aufgenommen wurden. Statt auf Hilfe von außen zu warten, wurde die Lehrerin Bärbel Semjatova selbst aktiv. Unterstützt von der Erasmus+ erfahrenen Rektorin, Christa Müther, suchte sie nach Mitstreitern, die an Integrationskonzepten interessiert waren. Ihr gelang es, Partner aus den Niederlanden, Spanien, Italien, Rumänien und Ungarn ins Boot zu holen. Als Projektleiterin war Bärbel Semjatova die ideale Besetzung, denn ihre vielfach ausgezeichnete »Schule ohne Rassismus« hatte bereits Erfahrungen mit Konzepten für Weltoffenheit und Toleranz. »Wir nehmen uns hier alle so, wie wir sind«, sagt sie über den respektvollen Umgang miteinander. In diesem Geist verlief auch die Erasmus+ Kooperation. Die Schülerinnen und Schüler kommunizierten über die eTwinning-Plattform und stellten sich, ihre Schule und ihre Stadt in selbst produzierten Videos vor. Jedes Land berichtete über seine Geschichte der Migration und die Kinder und Jugendlichen, deren Familien zugewandert waren, standen als Expertinnen und Experten in eigener Sache im Mittelpunkt. Die jungen Europäer diskutierten über Ursachen für Diskriminierung, setzten sich mit rechtspopulistischen Tendenzen auseinander und brachten ein Musical über Flucht und Vertreibung auf die Bühne. Wie bereichernd kulturelle Unterschiede sind, erlebten sie bei den Reisen zu ihren Projektpartnern, bei denen nicht nur das Lernen im Mittelpunkt stand, sondern auch der gemeinsame Spaß. Bärbel Semjatova empfindet den internationalen Austausch deshalb als großen Gewinn. »Wir sind eine große europäische Schulgemeinschaft«, schwärmt sie. Ein neues Erasmus+ Projekt ist bereits in Arbeit. 50 |

success stories 2019 | leitaktion 2 nachgefragt bei Bärbel Semjatova Rumänien und Ungarn haben vergleichsweise wenige Flüchtlinge aufgenommen. Was konnten die Partnerschulen zum Projekterfolg beitragen? Allen war es wichtig, sich mit den unterschiedlichen Haltungen zur Flüchtlingsfrage in der EU auseinanderzusetzen. Unsere rumänischen Partner haben vor Längerem ein Konzept zur Integration von Sinti- und Romakindern ausgearbeitet. Ihr Erfahrungsschatz war für alle Partner gewinnbringend. Die ungarische Schule in Pecs hat bisher zwar noch keine Flüchtlingskinder integriert, besitzt aber als Universitätsstadt Erfahrungen mit kultureller Diversität. Auch diese Erkenntnisse waren äußerst wertvoll. Welche Entwicklungen konnten Sie an Ihrer Schule durch das Projekt beobachten? Durch den Vergleich der Integrationssysteme konnten wir unseren eigenen Ansatz überdenken. Eine wichtige Erfahrung war das Projekt für unsere türkischstämmigen Kinder. Viele verstehen durch ihre Koranstudien Arabisch und bauten als Übersetzer und Kulturvermittler eine Brücke zu den Flüchtlingskindern. Das hat ihr Selbstwertgefühl enorm beflügelt. Wir haben auch beobachtet, dass die beteiligten Schülerinnen und Schüler den europäischen Gedanken jetzt bewusst weitertragen. Dadurch hat sich sogar eine Kooperation zu einer Kollegschule in einer Nachbarstadt ergeben. Wie können Schulen, die durch die Integration geflüchteter Kinder vor ähnlichen Herausforderungen stehen, Ihre Projektergebnisse nutzen? Sie können eine Vielzahl unserer Ergebnisse auf unserer Projektwebsite abrufen. Im Teachers’ Handbook finden sie zahlreiche Anregungen für den Unterricht. Empfehlen möchte ich auch die Zusammenarbeit mit regionalen Flüchtlingshilfeorganisationen; damit haben wir positive Erfahrungen gemacht. Begründung für die Auszeichnung In dem Projekt »On the Move – Towards a Democratic, Multicultural Europe« haben sich Schulen aus Deutschland, Italien, Spanien, Rumänien, Ungarn und den Niederlanden konstruktiv und kreativ mit den Herausforderungen und Veränderungen auseinandergesetzt, die durch die hohen Zahlen von neu ankommenden Flüchtlingen seit 2015 entstanden sind. Grundlage dafür war eine wohlüberlegte Planung, die mit der bewussten Wahl der Partnerländer begann, den beteiligten Schülerinnen und Schülern vielfältige Möglichkeiten zu personalisiertem, selbstverantwortlichem Lernen gab und vor allem die Flüchtlingskinder als Akteure mit in den Fokus nahm. Ein äußerst gelungenes, engagiert durchgeführtes Projekt. | 51

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