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International Business Class: Erasmus+ und eTwinning an einer berufsbildenden Schule

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Lehrkräfte der Kaufmannsschule II in Hagen (Nordrhein-Westfalen) unterrichten in der "International Business Class", um europäischen Grundwerten Ausdruck zu verleihen. Bei Hospitationen im Ausland haben sie sich sprachlich und fachlich fortgebildet. Gleichzeitig arbeiten Schülerinnen und Schüler der Profilklasse "International Business" mit Partnerschulen in Europa auf der Online-Plattform eTwinning zusammen. Aus der Reihe "Beispiele aus der Praxis | Erasmus+ Mobilitätsprojekte für Schulpersonal und eTwinning | 12"

4 | | 5 »Weil wir alle

4 | | 5 »Weil wir alle in vergleichbaren internationalen Zusammenhängen leben, bietet gerade die Plattform eTwinning eine tolle Möglichkeit, Vorurteile abzubauen.« Schüler der »International »International Business Class« proben ein Einstellungsgespräch auf Türkisch. Sandra Hansen, Lehrerin an der K II in Hagen schaft haben. Die große ethnische Vielfalt der Stadt spiegelt sich auch in der Schülerschaft der K II wider. Viele Schülerinnen und Schüler kommen aus Familien, die etwa aus Griechenland, Italien, der Türkei, dem Kosovo oder Polen zugewandert sind. »In jedem einzelnen Menschen muss es Klick machen«, sagt Sandra Hansen. Diesen Klick aber gebe es nur durch echte Kontakte zu Menschen in anderen Ländern. »Weil wir alle in vergleichbaren internationalen Zusammenhängen leben, bietet gerade die Plattform eTwinning eine tolle Möglichkeit, Vorurteile abzubauen.« Die Erfolge populistischer Bewegungen in einigen europäischen Ländern wirkten dabei wie ein Katalysator für die »International Business Class«. Im Jahr 2015 fanden sich Kollegen, die sich gemeinsam mit Sandra Hansen für ein europäisches Zusatzangebot engagierten. In Absprache und mit Untestützung der Schulleitung wurde das Konzept für die Profilklasse ausgearbeitet und ein Antrag in Leitaktion 1 des Programms Erasmus+ gestellt. Im Schuljahr 2016/17 machten sich dann die ersten Lehrkräfte aus Hagen auf zu Hospitationen in die Türkei und nach Spanien. In diesem Jahr folgen Sprachkurse in England und Kurse in Österreich zu europäischem Recht, zur Handelspolitik und zum europäischen Binnenmarkt. Vorstellungsgespräche auf Spanisch und Türkisch Stefan Maus, Lehrer für Informationswirtschaft, ist an der Kaufmännischen Schule Pierre Boïl im Valencia so herzlich empfangen worden, dass daraus eine neue, tragfähige Schulpartnerschaft wurde. Gemeinsam mit einer Kollegin wird er die Klassenfahrt nach Spanien im kommenden Jahr mit einem Sprachkurs an der Kaufmännischen Schule Pierre Boïl verbinden. »Die K II profitiert nachhaltig von den Hospitationen im Zuge der Profilklasse«, sagt Schulleiter Thomas Vogl, der die Internationalisierung des Ausbildungsgangs von Anfang an unterstützt hat. Emel Cuvalli, Lehrerin für Wirtschaftstürkisch, hospitierte eine Woche lang am »Denizli Melski ve Teknik Anadolu Lisesi« in Denizli, um sich methodisch und didaktisch weiterzubilden. Mit bleibender Wirkung, wie sie sagt: »Heute profitierten die türkischsprachigen Schülerinnen und Schüler im Fach Wirtschaftstürkisch davon – sie eignen sich interkulturelle Kompetenzen an, lernen das höfliche Sprechen in berufsbezogenen Situationen und die kulturellen Unterschiede zwischen beiden Ländern kennen«, erläutert sie. »Wir werden auf die Arbeitswelt vorbereitet, indem wir zum Beispiel einen Einstellungstest sowie ein Vorstellungsgespräch auf Türkisch üben«, bestätigt Kadir, ein Schüler der Profilklasse. Betriebspraktika im Ausland Wie ernst die türkischstämmigen Schülerinnen und Schüler der K II den Unterricht in der Profilklasse nehmen, konnte Türkischlehrerin Emel Cuvalli beobachten. Anfängliche Hemmungen, sich im Unterricht zu melden, weil sie alles richtig machen wollten, sind inzwischen verschwunden. Gerade ihre türkischen Sprachkenntnisse erwiesen sich dabei als Vorteil – denn in der Profilklasse lernen sie Wirtschaftstürkisch, das sie für die Arbeit in ausländischen Firmen nutzen können. Dazu passt, dass es im Frühjahr 2018 auch ein zweiwöchiges Betriebspraktikum im Ausland geben soll. 13 von 22 Schülerinnen und Schüler hätten eine Teilnahme bereits zugesagt, sagt Sandra Hansen. Das gewerkschaftsnahe Bildungswerk »Arbeit und Leben« unterstütze die Lehrkräfte der K II, Kontakte zu ausländischen Firmen herzustellen. Finanzielle Mittel kommen aus dem Programm Erasmus+. »Hier wird Geld in Menschen investiert. Das zahlt sich langfristig auch für Europa aus«, ist die Europabeauftragte überzeugt. Und ganz nebenbei hat die Einrichtung der »International Business Class« frischen Elan in die Schulentwicklung der K II gebracht. Ein Elan, der nicht nur Schülerinnen und Schüler für das Berufsleben qualifiziert, sondern auch viele Lehrkräfte motiviert hat, Europa in ihrem Unterricht zu behandeln. Über das Zusatzangebot Die Profilklasse »International Business« ist ein Angebot für Schülerinnen und Schüler, die sich für europäische Zusammenhänge interessieren. Neben der regulären Stundentafel werden zwei Stunden mehr unterrichtet, in denen die zusätzlichen Inhalte vermittelt werden. »Europa erleben« gelingt dabei nicht nur durch begeisterte Lehrkräfte mit eigenen Auslandserfahrungen und Kontakt mit Gleichaltrigen über eTwinning, sondern auch besondere Module im Unterricht: Klasse 11 • »International Cooperation« oder Wirtschaftstürkisch (2 Stunden) • Betriebspraktikum im Ausland • Teilnahme am Programm »Europa macht Schule« Klasse 12 • Marketing auf Englisch • Europarecht • Grundlagen spanische Datenverarbeitung • Politik: Europa-Modul • Exkursion zum EU-Parlament

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