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Jahresbericht 2015: Unterwegs in die Zukunft

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Der Jahresbericht 2015 bietet auf 24 Seiten einen guten Überblick über die Programme des PAD. Ergänzt wird er von einem Beihefter "Austausch in Zahlen" zur Statistik des internationalen Austauschs im Schulbereich. Der Jahresbericht informiert auch über neue Impulse der Länder für den deutsch-israelischen Austausch im Schulbereich und über die Initiativen der Kultusministerkonferenz, das EU-Bildungsprogramm Erasmus+ für Schulen in Deutschland attraktiver zu gestalten. Ein weiterer Beitrag gibt einen Überblick über Aktivitäten des PAD zum Jahresschwerpunkt "Die internationale Dimension in der Lehrerbildung".

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6 | PAD Jahresbericht 2015 Jahresthema Die internationale Dimension in der Lehrerbildung »Auf den Lehrer kommt es an.« Diese Erkenntnis ist nicht neu. Ihre Bedeutung für den Lernerfolg von Schülerinnen und Schülern ist allerdings wieder stärker in den Mittelpunkt gerückt. Auslöser dazu sind aktuelle Bildungsreformen, internationale Vergleichsstudien und die bildungspolitischen Ziele der EU. Insbesondere durch die Folgen von Globalisierung und Migration haben sich die Anforderungen an Lehrkräfte verändert. A ngesichts der zunehmenden Vielfalt im Klassenzimmer werden internationale und interkulturelle Kompetenzen von Lehrkräften immer wichtiger. Daher widmete der PAD sein Jahresthema 2015 der internationalen Dimension in der Lehrerbildung. Im Vordergrund stand dabei die Frage, welche Chancen der internationale Schulaustausch für eine zukunftsorientierte Lehrerbildung bietet. Die Möglichkeit des Austauschs darüber bot eine Fachtagung am 11. und 12. Mai im Gustav-Stresemann-Institut in Bonn. Rund 250 Vertreterinnen und Vertreter von Schulen, Hochschulen, Einrichtungen der Lehrerbildung und Austauschorganisationen aus Deutschland und über 30 weiteren Ländern nahmen daran teil. Mit ihnen diskutierten unter anderem die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Staatsministerin Brunhild Kurth, der Direktor der OECD für Bildung und Ausbildung, Andreas Schleicher, und der stellvertretende Direktor der Europäischen Vereinigung für Geschichtslehrkräfte (EUROCLIO), Steven Stegers. Die Präsidentin der Kultusministerkonferenz hob in ihrer Eröffnungsrede die Chancen hervor, die der unmittelbare Einblick in die Schulwirklichkeit anderer Länder eröffnet, um die Unterrichtsqualität in Deutschland weiterzuentwickeln. »Für Schulen, Einrichtungen der Lehrerbildung und Schulbehörden ist die fachbezogene Zusammenarbeit mit Partnereinrichtungen in Europa und in aller Welt deshalb unverzichtbar geworden. Sie spielt für die Zukunftsfähigkeit unseres Bildungswesens eine herausragende Rolle«, betonte Brunhild Kurth. OECD-Direktor Andreas Schleicher griff in seinem Beitrag auf die Ergebnisse internationaler Vergleichsstudien zurück und machte deutlich, wie stark sich Bildungsreformen auf die Lehrerrolle und eine zukunftsorientierte Lehrerbildung auswirken. Insbesondere der Paradigmenwechsel von selektiven zu inklusiven Schulsystemen, die den Bedürfnissen aller Schülerinnen und Schüler in einer heterogenen Schülerschaft Rechnung tragen wollen, verändert das Anforderungsprofil an Lehrkräfte. Die Teilnehmenden diskutierten in fünf thematischen Workshops zu aktuellen Herausforderungen in der Lehrerbildung: Internationalisierung der Lehreraus- und -fortbildung: Konzepte zur Entwicklung interkultureller und internationaler Kompetenzen von Lehrkräften Pädagogik für internationalen Schulaustausch: Vorbereitung von Lehrkräften zur erfolgreichen Durchführung von internationalen Austauschprojekten und Partnerschaftsarbeit in der Schule Präventivpädagogik: Vorbereitung von Lehrkräften zur Vermeidung von Schulversagen und zur Förderung der Schlüsselkompetenzen Mathematik, Naturwissenschaften und Lesekompetenz Inklusive Bildung und soziale Integration: Vorbereitung von Lehrkräften auf den Umgang mit heterogenen Gruppen und Vielfalt im Klassenzimmer Globalisierung und Zukunftskompetenzen: Innovative Lehrmethoden im Bereich von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik (MINT)

Dazu wurden auf der Tagung in über 40 Präsentationen Ergebnisse aus internationalen Programmen und Projekten für die Lehrerbildung vorgestellt. Dabei zeigte sich: Die Aus- und Weiterbildung der Lehrkräfte in Deutschland kann von europäischen und internationalen Austauschprojekten in vielen Bereichen Impulse erhalten. Wie nachhaltig internationale Projekte wirken können, zeigte eine Referentin aus Finnland: Marja Martikainen von der Universität Helsinki berichtete über die Wirkungen des COMENIUS-Projekts »Lehrer/-in in Europa« (LinE), an dem sie beteiligt war. Die »Viikki Teacher Training School« der Universität – heute Besuchsziel vieler Expertinnen und Experten der Lehrerbildung – hat aus diesem EU-Projekt Impulse für ihre internationale Entwicklung gewonnen. In der abschließenden Podiumsdiskussion forderten die Teilnehmenden, das »diversitätsbewusste Lernen« stärker in der Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte zu verankern. Diversität in Gesellschaft und im Klassenzimmer mache es erforderlich, das Denken in nationalen Mustern zu überwinden. Dies gelte für die Lehrerbildung ebenso wie für die Unterrichtsmaterialien, die Lehrkräfte im Unterricht einsetzen. Beispielhaft hierfür standen die von EUROCLIO entwickelten Lehrinhalte und -materialien zum Geschichtsunterricht, die Multiperspektivität ermöglichen. Die Tagungsteilnehmer/-innen waren sich einig: Die internationale Dimension in der Lehrerbildung ist eine Herausforderung für Schule und Unterricht. Internationale Klassenzimmer fordern internationale Lehrerkompetenzen und diversitätsbewusstes Handeln. Wenn sich Schulen und Lehrerbildung international öffnen, können sie die aktuellen Herausforderungen besser bewältigen. Die Möglichkeiten zur Professionalisierung von Lehrkräften durch internationalen Austausch sollten deshalb stärker genutzt und weiter ausgebaut werden.

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