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Klimawandel unterrichten mit eTwinning

Schulklassen in Aktion mit eTwinning, dem digitalen europäischen Netzwerk im Programm Erasmus+. Ein eTwinning-Buch mit Beispielen aus der Praxis. Sie können die Broschüre kostenlos bestellen unter www.kmk-pad.org/webshop

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1. Klimawandel und die Reaktion der EU Alessandra Pertot Informations- und Kommunikationsbeauftragte Europäische Kommission, Generaldirektion KLIMAPOLITIK Laura Maanavilja Informations- und Kommunikationsbeauftragte Europäische Kommission, Generaldirektion KLIMAPOLITIK Der Klimawandel ist nicht länger ein Problem, das irgendwo in der Zukunft auf die kommenden Generationen wartet. Seine Auswirkungen auf die Menschen, den Planeten und unseren Wohlstand sind sehr real und wir spüren sie auch hier in Europa. In Zeiten, in denen die Welt versucht, Herausforderungen nie da gewesenen Ausmaßes in den Bereichen Gesundheit und Wirtschaft zu meistern, wird die Notwendigkeit, unseren Planeten zu schützen und gleichzeitig unsere Gesundheit und unser Wohlergehen zu verbessern, drängender denn je. Die Erholungsstrategie der EU betont die Wichtigkeit einer nachhaltigen Erholung, die den allgemeineren Zielsetzungen des Europäischen Grünen Deals 13 nicht zuwiderläuft und Europas Volkswirtschaft widerstandsfähiger, grüner und digitaler macht. Menschliches Handeln wie die Nutzung fossiler Brennstoffe zur Energiegewinnung oder die Abholzung der Regenwälder verstärkt die Konzentration von Treibhausgasen in der Erdatmosphäre. Diese Aktivitäten führen zu einem Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur, was das globale Klima verändert. Die Wissenschaftler/innen des Weltklimarates (IPCC) haben gewarnt, dass eine globale Erwärmung von 1,5°C im Vergleich zum Temperaturniveau vor dem Industriezeitalter ernsthafte und sogar unumkehrbare Folgen für unsere Umwelt und unsere Gesellschaften haben wird. Wir haben den Planeten bereits um etwa 1°C erwärmt und alle die Auswirkungen davon erlebt – 2010-2019 war das wärmste Jahrzehnt seit es Temperaturaufzeichnungen gibt, und die letzten fünf Jahre waren die bisher heißesten. Die Auswirkungen des Klimawandels sind auf allen Kontinenten spürbar und es ist davon auszugehen, dass sie sich noch verschlimmern werden. Extreme Wetterphänomene wie Stürme, Überschwemmungen, Hitzewellen und Waldbrände werden immer häufiger und heftiger. Steigende Temperaturen und abschmelzende Gletscher lassen 13 https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal_de 14 https://ec.europa.eu/clima/policies/international/negotiations/paris_de 12 SCHULKLASSEN IN AKTION Klimawandel unterrichten mit eTwinning

die Meeresspiegel steigen. Der Klimawandel trägt zusammen mit Problemen wie Luft-, Wasser- und chemischer Verschmutzung sowie Übernutzung von Ressourcen auch zum Verlust der Artenvielfalt und dem Aussterben bestimmter Arten bei. All dies wird schwere Folgen für unsere Volkswirtschaften, Lebensmittelproduktion, Gesundheitssysteme und sogar politische Stabilität haben. Die Antwort der EU auf den Klimawandel basiert auf einer Reihe ehrgeiziger politischer Strategien und Initiativen in und außerhalb der EU, die im Einklang mit dem Übereinkommen von Paris 14 stehen, das die globale Erwärmung begrenzen und die Gesellschaften im Umgang mit ihren Folgen stärken soll. So leistet das Emissionshandelssystem der EU beispielsweise einen Beitrag dazu, die Treibhausgasemissionen aus dem Energiesektor, der Industrie und von Flügen innerhalb der EU zu reduzieren, indem Kohlenstoff besteuert wird. Für andere Bereiche wie Verkehr, Gebäude und Landwirtschaft gibt es nationale Ziele zur Emissionsreduktion. Die EU-Gesetzgebung und entsprechende Initiativen fördern außerdem Energieeffizienz und die Nutzung erneuerbarer Energien und innovativer, sauberer Technologien. Dank der mehrjährigen Anstrengungen der EU konnte der Ausstoß von Treibhausgasen zwischen 1990 und 2018 bereits um 23 % gesenkt werden. Gleichzeitig verbesserte sich der Wohlstand (das BIP) um 61 %. Für 2030 hat sich die EU bereits zu mindestens 40 % weniger Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 1990 verpflichtet. Im Rahmen des Europäischen Grünen Deals wird die Kommission vorschlagen, das EU-Ziel in verantwortungsvoller Weise auf mindestens 50 % und auf bis zu 55 % anzuheben und 2021 eine Gesetzgebung für eine mögliche Umsetzung vorlegen. Bis 2050 will Europa der erste klimaneutrale Kontinent werden – eine Wirtschaft mit null Netto-Emissionen von Treibhausgasen. Der Übergang in eine klimaneutrale Gesellschaft ist sowohl eine herausfordernde Aufgabe als auch eine Chance, unsere Gesellschaft zum Besseren zu verändern. Es geht um die Menschen und ihren Alltag: wie wir produzieren, konsumieren, uns bewegen, unsere Wohnungen heizen oder kühlen, arbeiten und zusammenleben. Dieser Übergang wird signifikante Investitionen und neue Handlungsansätze erfordern. Gleichzeitig bedeutet das Engagement für Klima und Umwelt auch mehr Sauberkeit für Luft, Wasser und Böden, energieeffizientere Gebäude, ein verbessertes öffentliches Verkehrsangebot und eine bessere Gesundheit für die heutige Generation und künftige Generationen. Weil dieses Thema uns alle betrifft, haben neben den Regierungen, Städten und Gemeinden, Unternehmen und Investoren auch die Zivilgesellschaft und die einzelnen Bürger/innen ihren Beitrag zu leisten. Lehrkräfte und Erzieher/innen spielen eine besonders wichtige Rolle, weil sie den Lernenden helfen, die Ursachen und Folgen des Klimawandels zu verstehen, weil sie sie darauf vorbereiten, mit seinen Auswirkungen zu leben und weil sie sie in die Lage versetzen, in ihrem persönlichen Leben und als aktive Mitglieder der Gesellschaft zu handeln. Keine Maßnahme ist zu klein, und wenn wir zusammenarbeiten, kann es uns gelingen, eine nachhaltigere Zukunft für alle zu schaffen. KAPITEL 1: KLIMAWANDEL: WAS UND WARUM? 13

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