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Klimawandel unterrichten mit eTwinning

Schulklassen in Aktion mit eTwinning, dem digitalen europäischen Netzwerk im Programm Erasmus+. Ein eTwinning-Buch mit Beispielen aus der Praxis. Sie können die Broschüre kostenlos bestellen unter www.kmk-pad.org/webshop

Klimawandel und ökologische Herausforderungen in eTwinning-Aktivitäten Irene Pateraki Pedagogical and Monitoring Manager Zentrale eTwinning-Koordinierungsstelle Die weltweite Antwort auf den Klimawandel Steigende Temperaturen, extreme Wetterphänomene, schmelzende Gletscher und Dürren, sich verändernde Tierbestände und Lebensräume, Brände und steigende Meeresspiegel bestätigen offensichtlich das, was Wissenschaftler/innen schon seit Jahren sagen: Wir stehen vor einer Klimakatastrophe. Die wissenschaftlichen Beweise dafür werden auf allen Ebenen zusammengetragen. Auf internationaler Ebene vereinigt der 1988 von der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und dem Umweltprogramm der Vereinten Nationen ins Leben gerufene Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change, IPCC) Wissenschaftler/innen aus aller Welt, die objektive wissenschaftliche Daten zur Bedeutung von menschlichen Aktivitäten für den Klimawandel liefern sollen. Regierungen aus aller Welt nehmen sich des Themas ebenfalls an. Hier einige Beispiele: — Die Klimarahmenkonvention der Vereinten Nationen 1 (UNFCCC) wurde 1992 verabschiedet und erkennt an, dass wir ein Klimawandelproblem haben, obwohl es damals noch weniger wissenschaftliche Beweise dafür gab als heute vorliegen. Mittlerweile sind mit 197 Ländern fast alle Staaten der Welt dem Übereinkommen beigetreten, darunter auch die EU. — 1997 einigten sich die Länder auf das Kyoto-Protokoll 2 , mit dem sich die Industriestaaten zur Begrenzung und Senkung der Treibhausgasemissionen verpflichteten. — 2015 verabschiedeten 195 Länder das Übereinkommen von Paris zum Klimawandel. Die Vertragsparteien verpflichten sich darin, die globale Erwärmung auf deutlich unter 2°C zu begrenzen und alles dafür zu tun, sie unter 1,5°C zu halten. Die Unterzeichnerstaaten treffen sich regelmäßig bei den Klimakonferenzen der Vereinten Nationen, um sich über die Einzelheiten bei der Umsetzung der Vereinbarung und über internationale Klimaschutzmaßnahmen zu verständigen. Die Europäische Union spielt eine wichtige Rolle in der Bekämpfung des Klimawandels. Sie verfügt über viel Erfahrung in der Entwicklung von politischen Strategien und Maßnahmen und in der engen Zusammenarbeit mit anderen internationalen Akteuren. Sie ist Unterzeichnerin der genannten Übereinkommen und nimmt an den entsprechenden Gipfeltreffen teil. Klimaschutz ist Teil des Europäischen Grünen Deals 3 , eines Pakets, das unter anderem Maßnahmen für die Senkung des Ausstoßes von Treibhausgasen und Investitionen in Spitzenforschung und Innovation für den Erhalt unserer natürlichen Umwelt umfasst. 6 SCHULKLASSEN IN AKTION Klimawandel unterrichten mit eTwinning

Die Rolle von (jungen) Bürger/innen und Bildung Der Klimawandel ist eine Tatsache. Da sich seine Auswirkungen im Laufe der Zeit intensivieren, sind es die Kinder und Jugendlichen von heute, die mit den schlimmsten Auswirkungen werden leben müssen. Die jungen Menschen aus aller Welt verharren aber nicht in der Opferrolle, sondern haben in bisher nie da gewesenem Ausmaß begonnen, dagegen anzukämpfen und ihrer Stimme Gehör zu verschaffen. 2018 löste die 15-jährige Schwedin Greta Thunberg eine globale Bewegung von Schüler/innen aus, die ihre Regierungen dazu auffordern, mehr gegen den Klimawandel zu tun. Seitdem haben sich hunderttausende Schüler/innen aus der ganzen Welt ihrem Protest angeschlossen. In Belgien gründeten die 17-jährige Anuna De Wever und die 19-jährige Kyra Gantois die Aktionsgruppe „Youth for Climate“ 4 , um die klare Botschaft auszusenden, dass die nächste Regierung eine Klimaregierung sein müsse. Sie initiierten die Schulstreiks für das Klima jeden Donnerstagnachmittag in Belgien, an denen sich tausende Schüler/innen beteiligten. Der National Geographic Young Explorer Felix Finkbeiner gründete in seinem bayerischen Dorf 2007, im Alter von gerade einmal neun Jahren, eine gemeinnützige Organisation, deren Ziel es ist, möglichst viele Bäume zu pflanzen. In den Workshops von „Plant for the Planet“ 5 , in denen Kinder Wissenswertes zur globalen Erwärmung lernen, wurden bislang mehr als 93.000 „Botschafter/ innen für Klimagerechtigkeit“ ausgebildet, die in ihren Gemeinden als Multiplikator/innen agieren. Junge Menschen werden aktiv und setzen sich laut und deutlich für den Kampf gegen den Klimawandel ein, indem sie an Protestaktionen außerhalb der Schule teilnehmen. Aber welche Rolle spielen Schulen und das Bildungssystem? Die UNESCO hält Bildung für „wesentlich, wenn es darum geht, die Bürger/innen dabei zu unterstützen, die Auswirkungen des Klimawandels zu verstehen und zu bekämpfen und darum, Denk- und Verhaltensweisen so zu verändern, wie es notwendig ist, um die Ursachen des Klimawandels auszumerzen, nachhaltigere Lebensweisen zu fördern und Kompetenzen zu entwickeln, die verschiedene Wirtschaftsbereiche stützen und es ermöglichen, sich an die Auswirkungen des Klimawandels anzupassen“ (UNESCO, 2015). Bei der Bildung geht es tatsächlich darum, jungen Menschen beizubringen, die Welt, in der sie leben, kritisch zu hinterfragen und sie zu unterstützen, zu aktiven Bürger/innen heranzuwachsen, die mitentscheiden und bereit sind, Verantwortung zu übernehmen. Die UNESCO hat einen Rahmen für die Klimabildung geschaffen, das Global Programme on Education for Sustainable Development 6 . Eco-Schools hat eine Sieben-Schritte-Methodik 7 entwickelt, eine Reihe von Maßnahmen, die Schulen dabei unterstützen sollen, ihre Einführung 1 https://unfccc.int/files/essential_background/background_publications_htmlpdf/ application/pdf/conveng.pdf 2 https://unfccc.int/documents/2409 3 https://ec.europa.eu/info/strategy/priorities-2019-2024/european-green-deal_de 4 https://youthforclimate.be 5 https://www.plant-for-the-planet.org 6 https://en.unesco.org/globalactionprogrammeoneducation 7 https://www.ecoschools.global/seven-steps EINLEITUNG 7

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