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PAD Jahresbericht 2020/2021

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Der Jahresbericht des Pädagogischen Austauschdienstes (PAD) für die Jahre 2020/2021. Der internationale Austausch im Schulbereich steht in Zeiten von COVID-19 vor erheblichen Herausforderungen. Das zeigt auch der PAD Jahresbericht 2020/21. Allerdings gibt es auch Hofffnungsschimmer: Das EU-Programm Erasmus+ ist 2021 mit mehr Budget in die nächste Runde gestartet, digitale Formate für internationalen Schulaustausch wurden entwickelt und es zeigt sich, dass Schulen und Lehrkräfte nach wie vor großes Interesse an Austausch haben. Der Jahresbericht kann kostenlos bestellt oder online gelesen werden.

Inklusion im

Inklusion im Schüleraustausch »Move on« Von der Lehrkräftefortbildung zur Schülerbegegnung: Das Adolf-Rebl-Förderzentrum (Bayern) zeigt, wie Inklusion mit Erasmus+ gehen kann. Der PAD hat das Erasmus+ Projekt der Schule als »Success Story« ausgezeichnet. 12 enn Ben in der Pause mit Mia Ballspielen möchte, hilft ihm sein Tablet. Er tippt die eingespeicherten Symbole und das Foto seiner Klassenkameradin an. Ein Klick und Bens elektronischer Helfer spricht seinen Wunsch klar und deutlich aus. An der Adolf-Rebl-Schule in Pfaffenhofen lernen Kinder mit unterschiedlichen Einschränkungen. Viele von ihnen sind in ihrer Fähigkeit zu sprechen beeinträchtigt. Manche Schülerinnen und Schüler antworten auf einfache Fragen mit Gesten wie Nicken und Kopfschütteln, andere verständigen sich mit Gebärden. Einige benutzen einen »Talker«. Das Gerät wandelt Symbole in Sprache um, bietet aber längst nicht so viele Möglichkeiten wie moderne digitale Kommunikationsmittel. Tablets dagegen lassen sich mit der elektronischen Tafel im Klassenzimmer koppeln. Dadurch sind alle im Bilde, wenn Ben etwas mitzuteilen hat. Um das Medienkonzept auf den neuesten Stand zu bringen, bewarb sich die Rektorin der Förderschule, Andrea Eichler, vor einiger Zeit erfolgreich um Förder- mittel aus dem Erasmus+ Programm. Im österreichischen Graz drückten die bayerischen Lehrkräfte die Schulbank, um den Einsatz von Tablets im Klassenraum kennenzulernen und Lern-Apps auszuprobieren. Auch in Lettland, Spanien und Irland erprobten sie digitale Medien, durch die Kinder selbstbestimmter am Unterricht teilnehmen können. Und wenn den Lehrkräften einmal eine Gebärde nicht einfällt, können sie sie in ihrem elektronischen Wörterbuch nachschlagen. »Für uns war das Erasmus+ Programm ein Riesensprungbrett«, fasst Andrea Eichler ihre ermutigenden Erfahrungen zusammen. Und damit auch ihre Schützlinge Europa bereisen konnten, hat sie mit Erasmus+ das Projekt »Move on« initiiert. Im November 2019, kurz vor dem ersten Lockdown, ging es so zum ersten Treffen mit den Partnerschulen ins rumänische Dej – und hinterließ bunte Eindrücke bei Kaltrina, Christoph und Johannes. Dass auch andere Schulen solche Projekte stemmen können, davon ist Andrea Eichler überzeugt: »Ich mache allen Förderschulen Mut zu einem Austausch«, sagt sie. Inklusion im internationalen Schulaustausch Inklusion ist nicht nur für die Gestaltung von Schule, sondern auch für den internationalen Schulaustausch immer wichtiger geworden. Inklusion bedeutet im internationalen Verständnis Teilhabe an der Gesellschaft und Chancengerechtigkeit mit Blick auf alle Ursachen von Benachteiligungen: Dies kann ein festgestellter Förderbedarf ebenso sein wie die soziale, kulturelle und ethnische Herkunft, Geschlecht oder Religion. Inklusion ist das zentrale Ziel der Bildungsagenda 2030 der Vereinten Nationen, Leitgedanke der europäischen Säule sozialer Rechte und eine der Prioritäten des Programms Erasmus+. Der PAD hat 2021 sein Leitbild um die Dimension der Inklusion und Vielfalt erweitert. Darin betont er, dass Inklusion im Schulaustausch einen wichtigen Beitrag für die Stärkung der Demokratie leistet. Zentrale Handlungsfelder sind ein besserer Zugang und damit eine bessere Teilhabe an Austauschprogrammen sowie eine Öffentlichkeitsarbeit, die vermittelt: Austausch ist eine Chance für alle Schulen. Am 4. November 2019 begann unsere aufregende Reise mit 6 Schülern der Berufsschulstufe (Andrea, Kaltrina, Jasmin, Christoph, Johannes und Martin) unserer Schule, begleitet von Frau Eichler und Frau Michalski.

jahresbericht 2020/21 Am 7. November besuchten wir die Salzmine Turda, die 500 m tief unter der Erde liegt, und einen Streichelzoo. An unserem letzten gemeinsamen Schultag feierten wir zum Abschluss eine Party mit Kooperationsschülern des Gymnasiums in Dej. Im Anschluss machten sich die Ersten schon auf die Heimreise und wir fuhren mit der lettischen Gruppe ins Kloster Nikola. Am 9. November ging es wieder zurück nach Hause. Am Flughafen konnten wir uns noch mal von unseren lettischen Freunden verabschieden. Abends trafen wir bereits auf die spanische Gruppe, da Lettland und Italien noch unterwegs waren. Wir verbrachten den Abend mit Kennenlernspielen und musizierten gemeinsam. Die beiden folgenden Tage waren wir gemeinsam an der Gastgeberschule in Dej. Dort erwartete uns ein toller Empfang. Wir teilten uns in verschiedene Gruppen auf und nahmen am Unterricht, an der Kunsttherapie und am Kochunterricht teil. Auch arbeiteten wir gemeinsam an unserem Internetauftritt des eTwinning-Projekts. Wir verbrachten die Abende gemeinsam mit Spielen, Tanz und Singen, erlebten einen rumänischen Abend und gestalteten unser eigenes Projektlogo. 13 Von Beginn an war es sehr aufregend, nur ein Schüler ist schon mal geflogen. Da wir mit Rollstuhl und Krücken unterwegs waren, wurde die Gruppe beim Boarding persönlich betreut. »ICH HATTE SEHR VIEL SPASS IN DEJ, RUMÄNIEN. ES WAR SEHR TOLL, DIE VERSCHIEDENEN MENSCHEN KEN- NENZULERNEN UND TROTZ SPRACH- SCHWIERIGKEITEN GEMEINSAME AKTIVITÄTEN ZU UNTERNEHMEN. ICH LERNTE, WIE MAN TYPISCH RUMÄNISCH KOCHT, UND EIN WENIG ENGLISCH. JEDERZEIT WÜRDE ICH WIEDER AN EINER ERASMUS+ FAHRT TEILNEHMEN WOLLEN.« Kaltrina, 16 Jahre »ES WAR EINE AUFREGENDE UND TOLLE ZEIT IN DEJ. ZUERST HATTE ICH BEDENKEN BEI DEM FLUG, ABER ES STELLTE SICH HERAUS, DASS DER FLUG RICHTIG COOL WAR. RUMÄNIEN IST EIN INTERESSANTES LAND UND DIE VERSCHIEDENEN SCHÜLER AUS LETTLAND, ITALIEN, SPANIEN UND RUMÄNIEN KENNENZU- LERNEN, WAR EINE TOLLE ERFAHRUNG. AUSSER- DEM HAT MIR DAS LANDESTYPISCHE ESSEN SEHR GUT GESCHMECKT.« Johannes, 17 Jahre »ICH FAND DIESE FAHRT EINE BEREICHERUNG FÜR MEIN LEBEN. ES WAR SUPER TOLL, SO ETWAS ZU ERLEBEN UND MITMACHEN ZU DÜRFEN. ICH ERKANNTE, DASS WIR ALLE GLEICH SIND UND DOCH FROH SEIN KÖN- NEN, IN EINEM SO FORTSCHRITTLICHEN LAND LEBEN ZU DÜRFEN. ES HAT MICH SEHR ÜBER- RASCHT ZU SEHEN, WAS MAN IN RUMÄNIEN ALS ROLLSTUHLGERECHT (3-STÖCKIGES SCHULHAUS OHNE AUFZUG) BEZEICHNET.« Christoph, 17 Jahre

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