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Schulerfolg sichern in Leipzig und Riga

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Stadtverwaltungen, Schulen und Hochschulen in Leipzig und Riga kooperierten zwei Jahre lang in einem COMENIUS-Regio Projekt, um Angebote zur Vermeidung von Schulabbrüchen zu entwickeln. Ihre Ergebnisse haben sie dokumentiert und dabei besonderes Augenmerk auf die Aspekte Leseförderung, Elternarbeit und Berufsorientierung gelegt.

4 | Die Projekttreffen

4 | Die Projekttreffen dienten auch dazu, Konzepte zu diskutieren und Begriffe zu klären. mitnehmen, wir können es uns nicht leisten, dass sich Jugendliche auf ein Leben als Hartz-IV-Empfänger einrichten«, so Dr. Kerstin Schilling, Koordinatorin des COMENIUS- Regio-Projektes und pädagogische Mitarbeiterin im Amt für Jugend, Familie und Bildung. Die Stadt Leipzig übernahm auch die Koordination von SeLeRi, weil Schulverweigerer oftmals beim Jugendamt landen, wenn vorher keine Maßnahmen dagegen unternommen werden. Schulabbruch ist auch ein wichtiges Thema an der Universtät Leipzig, die wiederum gut vernetzt mit den Schulen der sächsischen Stadt ist. So steckten Erziehungswissenschaftler aus Leipzig und Riga gemeinsam das Feld ab, um dem Phänomen des Schulabbruchs in Leipzig und Riga beizukommen und Schulerfolg neu zu denken. Die Aufgabe der Forscher bestand darin, den aktuellen Stand der Erziehungswissenschaft zum Thema Schulabbruch zu ermitteln und in den Diskussionen während der Projekttreffen in Riga und Leipzig die Erfahrungen der Lehrkräfte in den beteiligten Projektschulen zu hinterfragen. Denn es kursierten in den Diskussionen ganz unterschiedliche Vorstellungen über Ziele und Erfolgskriterien der Maßnahmen, erläutert Michael Brock, wissenschaftlicher Mitarbeiter der Universität Leipzig. Außerdem hätten sich die Lehrkräfte nicht darüber verständigen können, was exakt sie unter Schulerfolg verstehen. »Uns ist aufgefallen, dass Hintergrundannahmen und Definitionen selten reflektiert werden. Wir haben deshalb bei den Lehrkräften immer wieder nachgefragt, warum sie zu dieser und jener Maßnahme greifen, um Schulabsentismus vorzubeugen«, sagt Michael Brock. So haben die Forscher versucht, zum Kern des Phänomens vorzudringen. Mithilfe des Analyse-Modells identifizierten die Projektbeteiligten aus Leipzig und Riga dann die drei Schwerpunkte »Leseförderung«, »Elternarbeit« und »Berufsorientierung«, die eng mit dem Phänomen des Schulabbruchs zusammenhängen. Und sie formulierten Ziele und Definitionen von Schulerfolg neu und überprüften kritisch, ob sich Maßnahmen der Projektschulen von SeLeRi auch auf andere Schulen in Leipzig oder Riga übertragen ließen. Das Analyse-Modell und die daraus abgeleiteten neuen Wege gegen Schulabbruch sind in einer Broschüre des Projekts festgehalten, die sich großer Nachfrage erfreut und schnell vergriffen war.

| 5 Schulerfolg neu denken Für die 16. Oberschule Leipzig ist Schulerfolg etwa, dass jeder Schüler einen seinen Fähigkeiten und Fertigkeiten entsprechenden Schulabschluss erhält. Dabei wirkt sich eine verstärkte Elternbeteiligung günstig auf den Schulerfolg der Kinder aus. Deshalb setzt die Leipziger Oberschule im Schwerpunkt »Elternarbeit« etwa auf das Konzept des Klassen-Coaches, um der Schulmüdigkeit vorzubeugen. Klassen-Coaches sind Schulsozialarbeiter, die für eine ganze Klasse verantwortlich sind. Sie tauschen sich regelmäßig mit Eltern, Schülern und Lehrkräften aus und nehmen so eine wichtige Funktion als Mittler wahr. Bereits vor der Aufnahme von Schülerinnen und Schülern an der Schule suchen Klassen-Coaches die Eltern auf, um somit frühzeitig das Vertrauen ihrer Schützlinge zu erwerben. Von den Erfahrungen der Leipziger konnten hier auch die Lehrkräfte in Riga profitieren: »Für uns war es das Wichtigste, wertvolle Erfahrungen in Leipziger Schulen in den Kernbereichen des Projektes kennenlernen zu können«, stellt Eriks Grinbergs, Projektkoordinator vom Kompetenzzentrum der beruflichen Bildung »Staatliche Technische Schule Riga« fest. Bei der Berufsorientierung wiederum hat Uwe Hempel einen wegweisenden Impuls aus Riga erhalten. Langfristig plante er mit IHK und Handwerkskammer einen Testlauf für einen »Shadow Day« in Leipzig, für den er derzeit noch Unterstützer zu gewinnen versucht. Aber die Situation sei günstig, weil Unternehmen händeringend Azubis suchten. Weitere Informationen www.school-success.net »Wir müssen jeden mitnehmen, wir können es uns nicht leisten, dass sich Jugendliche auf ein Leben als Hartz-IV-Empfänger einrichten.« Illustration: shutterstock.com/chronicler

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