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Success Stories

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Erasmus+ macht Schule. 16 Projekte aus dem Schulbereich, die Fördermittel des EU-Programms Erasmus+ erhalten haben und im vergangenen Jahr aufgrund ihrer besonderen Qualität als Erfolgsgeschichte („Success Story“) ausgezeichnet wurden, werden in einer aktuellen Veröffentlichung des PAD vorgestellt.

Von Skandinavien lernen

Von Skandinavien lernen Über das Projekt Projekttitel Fit for future @ GSG Gengenbach Koordinierende Einrichtung Geschwister-Scholl- Grundschule, Gengenbach Bundesland Baden-Württemberg Kontakt Angelika Stelzer astelzer@estelzer.de Projektlaufzeit 1. Juni 2015 bis 31. Mai 2017 EU-Förderung 24 110 Euro Website www.gsg-gengenbach.de Dass ihre Zukunft weltoffen und europaorientiert sein wird, davon ist die Geschwister‐ Scholl‐Grundschule (GSG) überzeugt. Denn genau darauf hat sie während des zweijährigen Erasmus+ Projekts hingearbeitet. Mit dem Ziel, »Fit for future« zu werden, erarbeiteten die Lehrkräfte ein richtungsweisendes pädagogisches Konzept, für das sie sich Anregungen in Skandinavien holten. Die Nordeuropäer gelten als Vorreiter bei vielen innovativen Bildungsprojekten. Von ihnen wollten die Gengenbacher bei ihren Hospitationen und durch Job-Shadowings lernen. Sie nutzten ihre Kontakte zu zwei ehemaligen COMENIUS-Partnern in Schweden und Island, um die Kooperationen neu zu beleben und frische Ideen zu entwickeln. Den Anspruch, über Grenzen hinweg zu denken, nahmen die deutschen Lehrkräfte wörtlich und griffen ein Konzept auf, das sie an der isländischen Partnerschule inspiriert hatte. Dort findet der Unterricht auch außerhalb der Klassenräume statt und eröffnet dadurch ungewohnte Perspektiven. Ebenfalls beispielhaft im hohen Norden ist die Fremdsprachenkompetenz schon der Kleinsten, die dadurch gefördert wird, dass TV‐Filme im englischen Original ausgestrahlt werden. Dank der internationalen Begegnungen konnten auch die Deutschen ihre Kenntnisse verbessern. Ihrem Motto »Fit für die Zukunft« bleibt die GSG Gengenbach auch beim Einsatz neuer Medien treu, den der baden-württembergische Bildungsplan für Grundschulen vorsieht. Dank intensiver Fortbildungen fühlt sich das Kollegium gut gerüstet für die digitalen Herausforderungen. Vom Erfolg ermutigt, bewirbt sich die GSG Gengenbach nun als Referenzschule für Medienbildung und nimmt damit ein weiteres zukunftsweisendes Projekt in Angriff. 6 |

success stories 2017 | leitaktion 1 Begründung für die Auszeichnung Durch das Mobilitätsprojekt sind weitreichende positive Auswirkungen auf die Schülerinnen und Schüler, den Unterricht, die Teilnehmenden und die Schule insgesamt zu verzeichnen. Die gewonnenen Erfahrungen und Kompetenzen werden hinsichtlich der Individualisierung und Differenzierung der Lernangebote sowie der Förderung des Umgangs mit neuen Medien in den Schulentwicklungsplan der Einrichtung einfließen. Auch konnte durch die durchgeführten Hospitationen der Kontakt zu den Partnereinrichtungen intensiviert und der Grundstein für künftigen Austausch über Best Practice gelegt werden. Durch das Projekt konnte zudem die Akzeptanz im Gesamtkollegium für Aktionen mit europäischen Partnern erhöht werden. Bei der Auswahl der Teilnehmenden wurde darauf geachtet, Lehrkräfte aus allen Standorten der Schule in das Projekt einzubinden, was sich positiv auf die Multiplikation von Lernergebnissen ausgewirkt hat. nachgefragt bei Angelika Stelzer In Island haben Sie das Konzept »Schule ohne Klassenzimmer« erlebt. Welche Anregungen nehmen Sie für Ihre Schule mit? Einige Maßnahmen haben wir bereits durchgeführt. An der besuchten isländischen Schule dienen beispielsweise freie Nischen, die Bibliothek oder das Außengelände als Lernorte. Es wird sehr viel Wert auf Teamund Projektarbeit gelegt. Viele Aktivitäten finden in altersgemischten Gruppen statt, bei denen die Älteren ganz selbstverständlich mehr Verantwortung übernehmen. Das heißt für uns, dass wir »Türen öffnen«, nicht nur das Klassenzimmer nutzen und mit Kolle‐ ginnen und Kollegen kooperieren. Ein bemerkenswertes Konzept der isländischen Schule ist außerdem das wöchentliche »Outdoor Teaching«. Diese Aktivitäten haben unseren Blick dafür geschärft, dass es möglich ist, Inhalte in allen Fachbereichen höchst motivierend im Freien zu vermitteln. Auch an unserer Schule im ländlichen Raum. Worin besteht für Sie der Gewinn von Hospitationen und Job-Shadowing? Sowohl für die Besuche in Bildungseinrichtungen als auch für die intensiveren Einblicke in Schulen gilt: Sie verändern die Denkweise der Kolleginnen und Kollegen. Diese werden offener und mutiger gegenüber Neuem und kommen hoch motiviert in die eigenen Klassen zurück. Hospitationen regen zur Reflexion an und schärfen den Blick für das persönliche pädagogisch-didaktische Handeln. Das hieß in unserem Fall allerdings nicht, dass zurückkehrende Lehrkräfte sofort alles umkrempelten. Denn sie sahen beim Job‐ Shadowing im PISA-starken Skandinavien, dass es in ihrem eigenen schulischen Alltag viel Bewährtes gibt, das sie nun mit den neuen Ideen optimieren wollen. Die Hospitationen stärken also auch die Identifikation mit der eigenen Schule. | 7 | 7

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